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Marketing: „Sauna Clubs“ kreieren Alleinstellungsmerkmale

Noch vor 10 Jahren wussten wir (fast) alle nicht einmal, was ein Alleinstellungsmerkmal ist, und nun versuchen Erotik-Dienstleister, sich vermittels Marketing-Strategien ebenfalls Alleinstellungsmerkmale zuzulegen. Hintergrund ist offenbar, neuen Gästen die Schwellenangst zu nehmen und bereits bekannte Gäste enger an sich zu binden.

Wie unser Magazin aus mehreren Großstädten hörte, wachsen die Bereiche „Wellness“, erotische Unterhaltung und Prostitution zu einem neuen Geschäftszweig der Erotikbranche zusammen.

In einer Pressemitteilung waren jetzt zu lesen:

Das Erlebnis entsteht durch einem Full Service FKK Club Angebot, das den erotischen Aspekt nicht in den Vordergrund stellt, sondern ihn in angenehmer Art und Weise kombiniert.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung, man wolle nun für solche Klubs Alleinstellungsmerkmale kreieren, um „nachhaltiges Wachstum und innovativen Erfolg“ zu gewährleisten.

Das Geschäft mit der käuflichen Liebe boomt – in Österreich

Wann und wie will der Mann Sex? Die Frage ist nicht immer leicht zu beantworten – auch für die Polizei und für die Hureorganisationen in Österreich nicht. Doch der Markt der käuflichen Liebe scheint in mehrere Teile zu zerfallen: „Ganz unten“ gibt es die zahnlosen Schmuddelhuren, die sich bereits ab fünf Euro prostituieren, ganz oben die schicken Transen, die bis zu 1000 Euro für lustvolle Liebesdienste verlangen. Dabei dürfte die Luxusprostitution allerdings noch nicht mitgerechnet sein, in der noch bei Weiten höhere Beträge pro Nacht gezahlt würden, wie Insiderkreise wissen wollten.

Was geschieht im Mittelfeld, im „ganz normalen“ Markt täglicher Männerlust? Es sind längst nicht mehr betrunkene Fußballfans, die mit dem frischen Mut des alkoholisierten Hirns ins Bordell gehen, sondern Angestellte, die ihre Mittagspause mit einem Bordellbesuch versüßen – dann merkt die Ehefrau garantiert nichts.

Wer den Sex schick genießen will, geht natürlich nicht in gewöhnliche Bordelle. Außer den in Österreich etablierten Eskort-Agenturen bieten vor allem erotische Wellness-Oasen sinnliche Begegnungen in angenehmer Atmosphäre. Die „Tiroler Tageszeitung“ berichtete ausführlich, über die Licht- und Schattenseite der Prostitution in Österreich. Die klassische Wiener Hure allerdings wird man bald vergeblich suchen: Nur noch vier Prozent der Prostituierten seien Österreicherinnen, schrieb die Zeitung.

Goldene Zeiten für Freizeithuren und Betrügerinnen?

Freizeithuren auf der einen Seite, Betrügerinnen, die männliche Loser ausnehmen, auf der anderen Seite – das Internet war bereits ein Mekka für Menschen, die sich haarscharf am Rande der Gesellschaft aufhielten oder sich bereits jenseits der Grenzlinie zwischen Trickserei und Betrug bewegten. Vielfach muss dies ergänzt werden: Hinter mancher betrügerischen Online-Frau steht in Wahrheit ein Mann, der vorgibt, eine Frau zu sein.

Die organisierten Homosexuellen, Frauen wie Männer, bemühen sich gerade darum, ihre Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit in Beziehungen darzustellen. Eine jüngst veröffentlichte Erhebung sollte sogar beweisen, dass Homosexuelle die Treue genauso wichtig nehmen wie Heteros. Das ist sicher richtig, soweit es diejenigen betrifft, die im Rampenlicht stehen. Doch wenn dies so ist, wie erklärt sich dann der Erfolg von „Grindr“, einer Datingfirma, die für besonders schnelle Kontakte sorgt, indem man per GPS-Ortung den nächsten kontaktbereiten Homosexuellen in nächster Umgebung finden kann?

Wir wissen: All diese Dinge werden schön geredet, weil dahinter ein Millionen-Dollar-Geschäft steht, an dem alle mitverdienen: Telefongesellschaften, Betreiber und letztendlich auch Stricher. Kaum ein homosexueller Mann, der etwas im Leben darstellt, wird sich auf diese Art verabreden, um eine Dauerbeziehung zu finden.

Schneller Sex für alle?

Schön, mögen Sie sagen, das betrifft Randgruppen. Doch demnächst könnte es auch Heterosexuelle betreffen, insbesondere Männer, denen schon der Schaum vor dem Mund steht. Männer, die „in ein paar Hundert Metern“ Entfernung eine Frau finden wollen – da müsste eigentlich klar sein, worum es geht. Doch die Schönschreiber werden schon bald antreten, um dies zu schreiben:

Ey, Prima, Jungs, wenn ihr noch keine Frau für heute Abend gefunden habt – sie sitzt vielleicht im nächsten Café und will das Gleiche wie du.

Naive Männer werden voraussichtlich zu Opfern

Die Möglichkeit, per Handy, GPS-Ortung und Sofortkontaktmöglichkeit ein „Date“ zu haben, begeistert natürlich naive Jungs von 14 bis 64 – doch von welcher Art werden die Frauen sein, die am anderen Ende in den Cafés warten? Ich verkenne nicht, dass es heute relativ viele Frauen gibt, die „Casual Dating“ betreiben, doch diese sind ganz überwiegend diskret. Kaum eine Frau will als „geile Schlampe“, „Internet-Matratze“ oder gar als „Amateurnutte“ bezeichnet werden. Zwar ist es bei entsprechender Vorsicht nicht möglich, jemanden zu verorten, der dies gerade nicht will – aber was, wenn man vergisst, die Funktion in der eigenen Wohnung auszuschalten? Was, wenn man die Bilder der Person beim Gespräch auf dem Handy speichert?

Neue und erschreckende Dimensionen für Dating-Betrug

Die Dimensionen von Freizeit-Prostitution und Betrug, die sich daraus ergeben, sind weitaus gefährlicher als alles, was wir bisher gesehen haben. Nein, Dating oder Casual Dating per Handy mit GPS-Verortung ist keine Alternative – sie könnte sogar der erste Schritt in Verstrickungen werden, die kein Mensch jemals erleben will.

Schreiben Frauen offener über Sex?

Frauen schreiben angeblich nicht nur offener, sondern auch emotionaler über ihre sexuellen Bedürfnisse und ihre Erfüllung – und dabei ist keinesfalls Blümchensex gemeint. (Zitat):

Allein in den letzten zehn Jahren haben Frauen Bücher über Schläge, Analsex. Prostitution, Partnertausch, Körperflüssigkeiten, SM-Aktivitäten, Gelegenheitssex, Tantra-Sex und Sex über 50 geschrieben.


Doch was ist mit den Männern? Wenn überhaupt, schreiben junge Männer Schulaufsatz-ähnliche Sexpamphlete, und ältere Männer versteigen sich in eher extrempornografische Schilderungen. Besonders beklagt wird, dass Männer nicht über die Höhen und Tiefen ihrer Gefühle schreiben, vor allem aber nicht über die beiden Extreme: Dem Wunsch, sich Frauen zu unterwerfen und dem entgegengesetzten Wunsch, Frauen zu beherrschen. Was also ist mit den männlichen Schriftstellern los? Wie ticken Sie? Warum schreiben sie nicht offener?

Ich fand drei Gründe (zwei davon aus dem Referenzartikel):

1. Wir Männer fürchten uns davor, dass unsere Aussagen nicht als literarisch, sondern als persönlich verstanden werden: Wenn männliche Sexualität also beispielweise Gewaltbereitschaft beinhalten könnte, so fürchten wir, dass uns die Feministinnen diese auch persönlich unterstellen.
2. Bei unseren Schwächen (Erektionsstörungen, die Wunschpartnerin nicht zu bekommen oder Unterwürfigkeit) fürchten wir den Hohn und Spott anderer Männer, durchaus auch solcher, die für Zeitungen schreiben.
3. Wir selbst haben oft Angst davon, unsere Gedanken wirklich öffentlich zu präsentieren: Zwar durchleben Tausende von Männern wildeste Fantasien während des Geschlechtsakts - aber kaum eine hat etwas mit der Partnerin zu tun. Wir verschweigen dies gerne, weil wir uns dessen schämen.


Sicher, auch viele Frauen werden wegen ihrer Offenheit beschimpft, beleidigt, bezichtigt und diffamiert – ich darf nur an Charlotte Roche erinnern. Doch wir Männer denken wohl, wir könnten uns die Peinlichkeiten der öffentlichen Zurschaustellung unsere Gedanken ersparen.

Was meint ihr? Sollten wir Männer ehrlich sein und uns zu unseren Schwächen und Abgründen bekennen, und sei es „nur“ literarisch?

In Frankreich bald Strafen für Liebeskunden?

anlächeln kann sie ins gefängnis bringen
Frankreich wird möglicherweise seine Prostitutionsgesetze ändern. Wie verlautet, will das Land möglicherweise dem Vorbild Schwedens folgen und die Inanspruchnahme jeder Art von sexuellen Dienstleistungen unter Strafe stellen. Wie in anderen Ländern auch wird damit argumentiert, dass Prostitution eine Art moderne Sklaverei sein. Die französische Sozialministerin soll dazu gesagt haben, es gäbe keinerlei selbst gewählte Prostitution. Der Verkaufs des Geschlechtsakts bedeute, dass die Körper der Frauen für Männer zugänglich gemacht würden, unabhängig davon, ob die Frauen dies wollten oder nicht. Eine ähnliche orthodox-feministisch motivierte Grundhaltung wird vor allem in Schweden vertreten.

Frankreich hat schon jetzt eine janusköpfige Gesetzgebung: Prostitution ist nicht verboten, aber es dürfen keine Möglichkeiten für die Ausübung zur Verfügung gestellt werden. Seit den 1990er Jahren wurde vonseiten der Regierung ein regelrechter Feldzug gegen die Prostituierten geführt, sodass nunmehr (seit 2003) das bloße Anlächeln eines Kunden mit Gefängnis bestraft werden kann.

Nun scheint es so, als wolle man seitens der französischen Gutmenschenschaft zum „letzten Gefecht“ ausholen und nicht nur den Huren, sondern auch noch den Freiern den käuflichen Sex für den kleinen Mann vermiesen: Schwedische Verhältnisse bedeuten das Ende der Straßenprostitution.

Der „teure käufliche Sex“ hat in Frankreich wie auch in Schweden längst seinen Namen geändert: Wo für Sex kein Geld bezahlt wird, sondern die Dienstleistung darin bestecht, Zeit mit einem Menschen zu verbringen, hat der Staat sein Recht verloren – und dass Menschen, die Zeit miteinander verbringen, manchmal auch Sex haben – das wird der Staat kaum verhindern können.

Zitate nach dem Guardian.