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Sinnliche Frauen sind begehrt – aber schwer zu finden



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Sinnlichkeit ist ein rares Gut geworden. Warum das so ist, darüber mag man Kluges oder Dummes hören, vor allem aber liest man Belangloses. Oftmals wird behauptet, es sei die Emanzipation, weil sie der natürliche Feind der Sinnlichkeit wäre. Das kann kaum sein, denn um sich zu ent-sinnlichen, muss frau (übrigens auch Mann) sich schon eine Lederhaut wachsen lassen.
Sinnlich sein - Sinnlichkeit schenken und empfangen

Sinnliche Menschen haben eine durchlässige Haut

Sinnliche Menschen haben eine durchlässige Haut für sinnliche Berührungen, einen durchlässiges Ohr für sinnliche Worte und eine neugierige, sinnliche Zunge für die Haut der anderen. Sie fühlen und denken sinnlich, und Körper, Geist und Psyche saugen Sinnlichkeit auf wie ein Schwamm. Vernunftbegabte sinnliche Menschen können diesen Fluss der Sinnlichkeit anstellen und auch wieder abstellen. Sie sind durchaus Zöllner(innen) oder Programmiere(innen), aber auch Krankenpfleger(innen) und Bäckerwarenverkäufer(innen).

Schämen wegen der eigenen Sinnlichkeit?

Indessen schämen sich viele Frauen, sinnlich zu sein, wilde Lüste in sich aufsteigen zu sehen und grenzwertige Bedürfnisse an den Tag zu legen. Mit anderen Worten: sie schämen sich, echte Wollust zu empfinden. Sie wollen nicht, dass man ihnen ihre Geilheit ansieht und lassen sich deshalb „im Dunklen“ lieben. Sie berufen sich auf die „anständige Frau“, die „so etwas niemals tun würde“. Und sie befürchten, dass Ihnen „schreckliche Dinge“ passieren würden, wenn sie es dennoch täten. Doch der schrecklichste aller Schrecken erschöpft sich bei näherem Hinsehen darin, dass es bei ein paar Nächten bleibt. Das könnt ihr überall nachlesen, wo sich Frauen ausweinen. Die Nacht mag noch so toll gewesen sein, der Lover noch so gut – ja, aber er machte ihr keinen Antrag. Na, so etwas.

Den eigenen Körper lieben

Sinnlichkeit beginnt damit, deinen eigenen Körper zu lieben. Und zu deinen eigenen sinnlichen Empfindungen zu stehen. Warum sollte dich jemand begehren, wenn du dich nicht einmal selbst begehrst? Wie soll jemand deine wirklich heißen Lustknöpfe finden, wenn du sie nicht einmal selbst kennst? Wie soll jemand lernen, dich zu berühren, wenn du nicht einmal selbst weißt, wie du berührt werden willst?

Was ist mit deinen Brüsten, den Aureolen, den Brustwarzen? Was mit Lippen, Ohren und Nacken? Wo willst du Zungen und Lippen spüren?

Sei doch einfach so sinnlich, wie du willst … dann bereicherst du dich und die Welt, die nach Sinnlichkeit giert.

Bild Mitte: Aus einer Buchillustration "Der Fehler der Rosen"

Was ist eigentlich eine sinnliche Frau?

Bedingt sinnlich? Deine Meinung?
Sinnlichkeit für wir ja im Titel – und da ergibt sich ganz natürlich die Frage: Was ist denn nun eigentlich eine „sinnliche“ Frau (vielleicht weiß ja auch jemand, was ein „sinnlicher Mann“ ist?)

Fangen wir mal klein an: Sinnlich ist jemand, bei dem alle Sinne „empfangsbereit“ sind. Eine sinnliche Frau „denkt“ also mit den Sinnen. Sie isst nicht, sie genießt ihre Speisen. Sie riecht nicht „irgendetwas“, sondern geht den Düften nach. Sie lässt Nähe zu, damit man sie berühren kann und natürlich, damit sie jemanden berühren kann. Sie hört mit den Ohren und dem Körper und saugt Töne auf wie ein Schwamm. Und sie sieht gerne schöne Dinge. All das hat sie vor Jahren verinnerlicht und zu einem Bild zusammengefasst. Die sinnliche Frau kann sich chic anziehen, und sie kann sich chic ausziehen, mal etwas verschämt, dann wieder schamlos, wie sich die Gelegenheiten ergeben.

Sinnlich ist nicht gleich erotisch

Sinnlich ist nicht immer erotisch. Erotisch zu sein, heißt zumeist, die Sinnlichkeit nach außen zu tragen, und sei einem Menschen anzubieten. Und sinnlich zu sein heißt auch nicht, romantisch-verträumt zu sein. Die sinnliche Frau ist sich selbst sehr bewusst – sie kann unterscheiden, ob sie gerade (bleiben wir mal beim Essen) den wohlgeratenen Zander genießt oder den Koch rufen lässt, um sich über die Frische zu beklagen.

Der sinnliche Körper

Ähnlich verhält es sich mit ihrem Körper: Die sinnliche Frau führt ihn nicht spazieren, sondern ist gut zu ihm. Sie weiß, dass sie Triebe hat, aus denen sich Bedürfnisse ableiten, und sie weiß auch, wann, wie und wem wie sie erfüllbar sind. Solo sowieso, mit einem Mann – ja sicher und gelegentlich auch mit einer Frau.

Sinnliche Frauen blühen in sinnlichen Gewändern auf und lieben sinnliche Räume, in denen sich ebenfalls sinnliche Gegenstände befinden. Das heißt nicht, dass sie ständig in Erotik, Exotik und Plüschromantik leben.

Die eigentliche Sinnlichkeit für andere liegt im Auftreten. Wenn du alles zusammenfasst, was ich dir hier geschrieben habe, kannst du dir vielleicht vorstellen, wie diese Frau steht, geht und sitzt. Stell dir vor, diese Frau würde gerade in dein Lieblings-Café kommen, feminin, selbstbewusst und zufrieden mit der Welt. Sie wird sich sich dezent setzen, ein paar Worte mit der Kellnerin wechseln und von innen heraus strahlen, während sie ihren Cappuccino trinkt. Wenn du dir das vorstellen kannst, dann hast du das Bild, was ich dir vermitteln wollte.

Sinnlich definiert im Duden
Hast du eine Meinung zum Bild? Oder hast du ein besseres Foto, das "Sinnlichkeit" ausdrückt?