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Peinliche Befragung ... was ist wirklich intim?
Wesentlich intimer als Sex vor der Kamera darzustellen soll es sein, über Sex vor der Kamera zu sprechen. Und wir lesen noch dazu:

Während diese Frauen immer menschlicher werden indem sie ihre Emotionen zeigen, bedecken sie ihren Körper immer mehr.


Was ist entwürdigender - nackt sein, Koitus oder Inquisition?

Na schön. Ich weiß nicht, was andere sich angesehen haben – aber Casting-Couch-Pornos gehören zu dem Langweiligsten, was die Branche zu bieten hat.

Die andere Frage ist wesentlich heikler: Was ist entwürdigender? Sich vor der Kamera auszuziehen, sich immer nackter und verfügbarer zu machen und schließlich das Unvermeidliche zu tun? Oder sich von einer Inquisitorin oder einem Inquisitor in die Enge treiben zu lassen, um das Intimste aus dem Gehirn zu quetschen?

Um ehrlich zu sein: Ich habe nichts von dem Artikel verstanden. Wenn’s ein Kunstprojekt ist, dann ist es nicht viel wert, und als Pseudo-Porno-Projekt noch weniger.

Na ja, ich frage mal euch … was wäre für euch intimer?

1. Dich vor der Kamera nackt auszuziehen, sodass man alles sieht?
2. Dich auszuziehen und dabei Posen einzunehmen, die „unanständig“ sind?
3. Dich nicht auszuziehen, aber „sexuelle Handlungen“ an jemandem durchzuführen?
4. Dich auszuziehen und sexuelle Handlungen an jemandem auszuführen (klassisches Porno-Casting).
5. Dich unter psychischem Druck nach deinen sexuellen Erfahrungen und Wünschen ausfragen zu lassen?

Ob ihr antwortet oder nicht – macht euch mal Gedanken - das ist die Hauptsache.

Kaninchen-Sex

Zur Abwechslung mal ein Limerick:

Die Gedanken eines Kaninchens beim Sex
Sind selten wirklich komplex.
Denn bei geilen Tieren
Finden wir keine Manieren.
Das macht manche Damen perplex.


Bei Sex geht es um die Macht – oder auch nicht

Wer entscheidet? Und wer hat die eigentliche Macht?
Bei Sex geht es um die Macht – na klar. Klischees verkaufen sich gut. Um die Macht der Frauen, diejenigen besonders zu begehren, die am meisten Mittel haben. Oder um die Macht, diejenigen zurückzuweisen, die dilettantisch um sie buhlen.

Wer glaubt denn eigentlich ernsthaft, dass Männer die Macht über Frauen und ihre Sexualität hätten? Die haben sie längst selber. Und warum behaupten aufgeklärte, westliche Frauen das Gegenteil? Weil Männer ihrer Meinung nach „Macht auszuüben“ und die Frau „unterwerfen und erniedrigen“ wollen. Sicher können dies Sozialmediengläubige und feministische Aktivistinnen behaupten und sich auf Bewegungen, wie #MeToo berufen. Aber weder #MeToo noch Hollywood bieten Perspektiven für eine bessere Zukunft. Die Frauen, die Macht haben, genießen und nutzen sie – wie Männer. Und diejenigen, die sich der Macht anderer vorbehaltlos unterwerfen, sind nicht ausschließlich Frauen.

Das Wort „Macht“ muss gesellschaftspolitisch neu definiert werden: Macht ist nichts Schlechtes, und mittlerweile haben Frauen alle Macht, sich ein Leben nach eigenen Wünschen aufzubauen.

Bild: nach einer Buchillustration

Dating: Wann darf man „delikate“ Fragen nach Vorlieben stellen?

Und natürlich solltest du über Sex sprechen - und wie du es gerne hättest
Dates und Sex? Häufig hört man: Um Himmels willen, bloß nicht über Sex reden beim ersten Date!

Mag sein, dass dies für manche Treffen gilt, die ganz bewusst auf „Beziehungs-Marketing“ angelegt sind: Die Person (meist der Mann) muss sich erst einmal in unterschiedlichen Situationen bewähren, und „zum Dank“ darf er dann schließlich auch mal ans Honigtöpfchen.

Positiv ausgedrückt: Wichtig ist, dass „wir“ zunächst verliebt in den Alltag gehen, dort in verschiedene Lebensumstände eintauchen und schließlich auch – nach reiflicher Überlegung – das Bett teilen. Man könnte sagen: Dies ist die Ansicht der konservativen Partnersuchenden, die vor allem „Marktforschung“ für Persönlichkeitsqualitäten betreiben und bei denen „Sicherheit“ ganz oben steht.

Dennoch ist alles eine Spur zu konservativ gedacht, denn immer häufiger enden Dates – egal bei welchen Agenturen oder im Dating-Wildwuchs, nachdem ersten Date (eigentlich währen des ersten Dates) im Bett. Und nicht selten ist es die Frau, die dies durchaus auf den Plan hat und deshalb darauf vorbereitet ist.

Ein bisschen reden ist meist nötig

Ob dieser erste Sex miteinander Freude bereitet, ist abhängig von den eigenen Wünschen und Bedürfnissen, die jedoch meist von der Verliebtheit überdeckt werden: „Ich habe mich verliebt, also finde ich den Sex mit ihm/ihr schön“ ist ein Standard.
Ein paar Wort über den Sex sollten es schon sein - vor dem Sex
Dabei wird nicht so recht klar, dass die Lüste entwicklungsfähig sind und manche sinnliche wie auch heftige Lüste aus Scham oder Rücksicht auf die aufkeimende Liebe unterdrückt wird. Natürlich ist das kein Gesprächsthema für ein dynamisches Date, das sozusagen vom Kaffee über den Champagner mit der Aufnahme von Körperflüssigkeiten endet. Aber schon da geht’s los. Ob die Sache im Hellen stattfinden darf oder im Dunkeln, ob (insbesondere sie) sich auszieht oder nur den Slip abstreift, ob verhütet wird und falls ja, ob Kondome benutz werden – das sind die „Essentials“, über die oft nicht einmal gesprochen wird. Und lustvolle Vorspiele mit Cunnilingus oder Fellatio entstehen ja auch nicht „restlos von selbst“. Da muss (hier wieder insbesondere die Frau) schon mal nachfragen, falls sie’s in dieser Weise bevorzugt.

Nein, nichts ist selbstverständlich. Nicht einmal die Missionarsstellung, ganz nackt und bei Dunkelheit. Und insofern gleitet der Mann eben nicht einfach in die Frau, nimmt dies als selbstverständlich an und grunzt hinterher: „War toll mit dir.“

Am besten kann die Frau bestimmen, was passieren soll

Übriges kann die Frau am besten bestimmen, wo und wie die lustvolle Erfüllung geschehen soll … und deshalb ist es nicht falsch, den Mann zu verführen. Dann hat sie „alles“ in der Hand und kann dem Mann zeigen, wie sie es selber gerne hätte – notfalls auch ohne peinliche Erklärungen in ganzen Sätzen.

Wirklich „delikate“ Vorlieben sollten taufrische Paare allerdings wirklich auf ein späteres Treffen verschieben, weil dazu mehr Vertrauen nötig ist. Und selbstverständlich auch, weil manche Wünsche in den jeweiligen Träumen sinnlicher sind als in der Realität. Und dazu brauchen Paare dann eben die Toleranz, dass ihnen auch einmal ein Lustgewinn danebengeht.

Bilder: Buchillustrationen und Beilagen, 19. und frühes 20. Jahrhundert.

Die Furcht vor der Lust kann den Genuss verhindern

Keine Lust ohne Furcht vor der Lust - oder?
Vor dem Erfolg kommt die Furcht vor dem Erfolg. Oder negativ ausgedrückt: die Angst vor dem Versagen, vor Schmerz, Pein, Erniedrigung oder Verachtung.

Das gilt für den beruflichen Erfolg, aber sicher auch für den Erfolg schlechthin. Wahrscheinlich hast du es schon erfahren: Der Rat der Tanten und Onkel „Lerne hart, damit du viel weißt und kannst, dann kommt der Erfolg von selbst“ taugt nichts. Wenn du das machst, wirst du zu einem Streber, der so lange wie ein ein aufgezogenes Kaninchen hoppelt, bis die Batterie aufgebraucht ist. Nein, wenn du Erfolg haben willst, musst du Hürden überwinden, Regeln brechen und vor allem beweisen, dass du keine Angst hast, Risiken einzugehen.

Die Furcht vor der Lust
Was für den Beruf gilt, gilt auch für die Lust. Wahrscheinlich weißt du es selbst: das Lampenfieber vor dem „ersten Mal“ und vor jedem weiteren „ersten Mal“, bei dem etwas geschieht, was du noch nicht kennst. Doch wenn du es erleben willst, dann musst du abermals eine Hürde überspringen. So, wie Konfuzius es sagte (aber etwas anderes meinte): „Der Weg hinaus ist durch die Tür.“ Oder: Du kannst nur etwas Lustvolles erleben, wenn du die Lust hereinlässt oder du in die Lust hinaustrittst.

Dies ist für viele Menschen ein Problem. Für junge Männer, die irgendwie nie auf den Zug der Lust aufgesprungen sind, und für Frauen um 50, die sich nicht erneut trauen, ihre Lust in den Vordergrund zu stellen.

Egal was, egal wie, egal wann: Die Furcht kann den Weg zum sinnlichen Glück zerstören, und dabei fällt mir wieder die alte Psychologenfrage ein: „Was kann den schlimmstenfalls passieren?

Meist fällt den Menschen, die ich dazu befragte, nichts ein. Viel Selbstbewusstsein, ein wenig Menschenkenntnis, etwas Vorsicht und ein paar kleine Hilfsmittel für alle Fälle – das müsste reichen.

Und was meint ihr?

Bild mitte: Gustav Dore, Andromeda, entstanden 1869