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Schweden: Längerer Knast möglich für bezahlten Sex

Abstimmungsergebnisse wie im Sozialismus gab es gerade Schwedens Parlament: Von den 282 Abgeordneten, die dabei offenbar anwesend waren, votierte nur einer gegen ein neues Gesetz, das den Kontakt von liebeshungrigen Männern zu Huren noch stärker bedroht als bisher: Angeblich will man mit der jetzt möglichen Freiheitsstrafe von einem Jahr Gefängnis „besonders rücksichtslose Freier treffen“.

Das schwedische Parlament (Riksdag) ist freilich eine kunterbunte Ansammlung verschiedenster Parteien, in der die konservative „Allianz für Schweden“ bereits über 173 Sitze verfügt. Wer der oder die mutige Abgeordnete war, der gegen dieses absurde Gesetz gestimmt hat, war in der deutschen Presse nicht zu erfahren.

Das neue Gesetz gegen den „Kauf von Sex“, das sich überwiegend gegen Männer richtete, war 1999 in Kraft gesetzt worden. Seither behaupten regierungsnahe Kreise und Polizeistatistiken, die Straßenprostitution habe sich „halbiert“. Diese Zahlen werden nicht einmal von denn Prostituierten bestritten, nur behaupten Sie, dass alles eine Augenwischerei sei, denn seither werden die Aktivitäten schwedischer Huren immer mehr ins Internet verlagert oder an Plätzen ausgeführt, in denen keine Geldübergabe stattfindet. Zudem kann man sind internationalen „Casual-Dating-Agenturen“ kaum verbieten, Kontakte zwischen Damen herzustellen, die „kostenlos“ Sex anbieten, und Herren, die dennoch dafür bezahlen möchten. Auffällig ist der relativ hohe Anteil der Schwedinnen am Beispiel eines Sexportals: Dort waren 1,5 Prozent der suchenden Frauen Schwedinnen, verglichen mit Ungarn (etwa gleiche Population) mit ungefähr 0,4 Prozent aller dort inserierenden Frauen.

Die neueste Variante, Sexdienste im Sofortkontakt per Mobiltelefon zu erhalten, ist dabei noch nicht einmal inbegriffen, und die im Ausland ansässigen Anbieter werden der schwedischen Justiz kaum Auskunft über die Identität ihrer Mitglieder geben.

Schweden – Demokratie oder Annäherung zur Gynäkokratie?

Schweden ist eine Demokratie – und kann deswegen Gesetze erlassen und verschärfen, wie es in Demokratien üblich ist.

Indessen steht Schweden seit längerer Zeit im Verdacht, sich mehr und mehr einer Gynäkokratie zu nähern, also einer von Frauen beherrschten Gesellschaft. Hinzu kommt der „umgekehrte Sexismus“, nämlich der Verdacht, Gesetze zugunsten der Frauen und zulasten der Männer durchzusetzen.

Wie unser Magazin gerade erfuhr, wird die Möglichkeit der Bestrafung von Freiern in Schweden, die bereits seit 1999 möglich ist, weiter verschärft. Nach Auskunft eines Blogs (die Information konnte noch nicht verifiziert werden), „wurde beschlossen dieses Gesetz zum 1. Juli 2011 zu verschärfen und die Höchststrafe auf ein Jahr Gefängnis auszudehnen.“

Das Gesetz, Sexköpslagen, wird seit seiner Entstehung von allen Seiten unter Beschuss genommen. Den einen geht es nicht weit genug, weil die Prostitution nicht wirklich eingedämmt und der Menschenhandel durch das Gesetz nicht verhindert werden kann, den anderen ist die Anwendung des Gesetzes zu lasch, und nur ein paar Außenseiter (meist keine Schweden) wagen sich an die Wahrheit, die so aussehen könnte: Die Prostitution habe sich neue Wege gesucht, die sich dem Zugriff der Behörden verschlössen – und auf diese Weise habe der Staat die letzte Kontrollmöglichkeit verspielt.