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Wenn Frau über Sex schreibt …

Wenn Frau über Sex schreibt … ist sie eine Schlampe. Warum eigentlich? Und was ist ein Mann, der über Sex schreibt?

Erotik schreiben ...
Die Zeiten, in denen viele attraktive, gesunde und überaus kluge Frauen über Sex schreiben, sollte eigentlichen gerade erst angebrochen sein. Denn sie (und nur sie) bilden ein Gegengewicht gegen die Bevormundung der Wissenschaftler einerseits und der Verblödung durch Frauenzeitschriften anderseits.

Viele „offizielle“ Frauen verachten und bewundern die Autorinnen, die sich nicht scheuen, das Blatt vom Mund zu nehmen und von Masturbation, Penissen und anderen Ereignissen zu schreiben, die ihr Leben kreuzen.

Die Wahrheit muss verachtet werden – oder?

Aber offiziell – muss man sie als Frau offenbar verachten. „Das tut man nicht, und wenn man es tut, dann redet man nicht darüber.“ Als ich vor einiger Zeit mal eine junge Frau fragte, ob sie bereit sei, für mein damalige Magazin „LiebePur“ zu schreiben, war sie zunächst ganz angetan. Doch als sie hörte, dass ich dort recht freizügig mit dem Thema Sex umging (damals noch etwas mehr als heute), zog sie ihr Angebot sofort zurück.

Neue Verblödungen und Fakes durch Alternativmagazine

Und ich merke hier mal an: Das ist erst der Anfang. Wer „über die Lust“ schreibt, schriebt noch lange nicht „von seiner eigenen Lust“. Genau das wollen aber all diese neuen Alternativmagazine. Sehr schnell kommt ihren Redakteurinnen das Unwort „authentisch“ über die Lippen. Das heißt letztlich: Frau soll über jede Masturbation, jeden aufgenommenen Penis und noch viel mehr schreiben, und zwar „auf Positiv“. Eigentlich müssten die Herausgeberinnen wissen, dass sie damit Fakes und krankhafte psychische Exhibitionisten anziehen – und vielleicht sogar eine Kombination von beiden.

Von der Schwierigkeit, allzeit authentisch zu sein

Gerade dies macht es ehrlichen Menschen (nicht ausschließlich Frauen) noch schwerer, den feuchten Wahrheiten die Ehre zu geben. Denn „echt authentisch“, also aus dem eigenen Erleben zu schreiben, ist unglaublich schwierig. Es kostet Selbstüberwindung, erfordert sprachliche Verrenkungen und – nun ja, was schreibt eigentlich jemand über „seinen“ Sex, wenn wirklich gerade Flaute herrscht?

Wie auch immer - ob frau unter dem eigenen Namen schreibt oder unter einem Pseudonym, ob sie etwas dazudichtet oder nicht, ob sie zu viel Zuckerguss dazu tut oder eine übergroße Menge Spermaflüssigkeit – sie wird immer beargwöhnt werden. Von Frauen sowieso und von Männern auch, wenngleich in anderer Weise.

Sind Autorinnen Schlampen, weil sie über Sex schreiben?

Dazu darf ich mal eine Dame zitieren, die – wie ich glaube – authentisch schreibt, und dazu in einer namhaften Wochenzeitung.

Ich wundere mich trotzdem. …Darüber, dass mich die einen als verabscheuungswürdig und die anderen als sexuell verfügbar betrachten. Für beide Seiten bin ich eine Schlampe – nur mit unterschiedlicher Konnotation.

Frauen sind Schlampen, Männer Pornografen

So, und nun frage ich mich: Was sagen „die Leute“ eigentlich über Männer, die über Erotik schreiben, teils anband von Fakten, teils anhand pointierter Meinungen?

Sie sagen dasselbe. Nur, dass diese Männer nicht als „Schlampen“, sondern schlicht und einfach als Pornografen gelten. Übrigens auch dann, wenn sie nur darüber schreiben, was (fast) jede(r) tut. Und ganz schlimm werden sie beäugt, wenn sie dazu Tacheles reden – nicht nur über Frauen, sondern auch über sich selbst.

Na schön, manche Männer machen sich nichts draus, aber andere werden eben verunglimpft. Das ist nicht schön, und es ist ähnlich wie bei Frauen: Man hat beste Chancen, sein Renommee als Schriftsteller oder Fachautor zu verlieren. Man fasst einfach keine Themen an, bei denen man etwas anfasst, was so pfuiteuflisch ist wie ein Penis.

Dominanz und Unterwerfung: wer strebt nach was?

Zahlen und Fakten im Überblick - die Differenzen zwischen Frau und Mann sind oft sehr gering
Fast alles, was wir schreiben, lässt sich durch Zahlen und Beobachtungen belegen – allerdings ist dies immer recht mühsam und oft ungenau. Hier erfahren Sie, welche Fakten sich hinter unseren Artikel über Dominanz und Unterwerfung verbergen.

Fragen wir uns zunächst: Wer strebt in Fantasien oder oder feuchten Träumen Unterwerfung an?

Die Sichtweise der Unterwürfigen

Von welchen Unterwerfungen träumen Frauen?

Wir wissen verlässlich, dass sich die gut 65 Prozent der Frauen in ihren Träumen erotische Unterwerfungen wünschen, und wir wissen auch, dass Fesslungen dabei einen hohen Stellenwert haben, mehr noch als Schläge, von denen nur ein starkes Drittel der Frauen träumt.

Welche Unterwerfungen erträumen sich Männer?

Etwa 53 Prozent der Männer träumen sich in eine unterwürfige Rolle hinein, und ein enormer Anteil davon stellt sich vor, dabei gefesselt zu werden. Deutlich weniger Männer, nämlich unter 30 Prozent, wollen bei dieser Gelegenheit auch geschlagen werden.

Die Sichtweise der Dominanten

Wie beherrschen Frauen die Personen erotisch in ihren Träumen?

Etwa 46 Prozent der Frauen würden gerne eine Person sexuell dominieren, und ein ähnlich hoher Anteil würde diese Person gerne fesseln. Das Schlagen und Peitschen liegt abgeschlagen unter einem Viertel der befragten Frauen.

Wie beherrschen Männer die Personen erotisch in ihren Träumen?

Nur etwa 60 Prozent der Männer haben die Gelüste, eine Person sexuell zu dominieren, und etwa die Hälfte der befragten Männer träumt davon, diese Person zu fesseln. Es folgt eine ebenso beachtliche Zahl von Männern, die andere Personen gerne erotisch schlagen würden.

Was wir nicht wissen

Was wir nicht wissen, ist der Anteil der Frauen, die sich selbst eher dafür interessieren, eine Frau zu dominieren (oder von ihr dominiert zu werden). Ebenso wenig wissen wir, wie viele Frauen sich mehreren Frauen oder Paare erotisch unterwerfen wollten. Der Anteil der Frauen, die in der Realität bewusst nach Frauen suchen, soll sich aber erhöht haben.

Bei Männern liegt der Schatten der Homosexualität über der Wahrheit. Es dürfte bekannt sein, dass manche Männer davon träumen, von mehreren Frauen (meist Amazonen oder Underdogs) entführt, erniedrigt, gefesselt und geschlagen zu werden. Es ist aber unmöglich festzustellen, wie viele Männer sich von Männern oder Hetero-Paaren erniedrigen lassen möchten.

Jenseits der Fakten – mögliche Tendenzen

Obgleich in der Untersuchung, aus der wir zitierten, ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass es sich nicht um Realitäten, sondern um Fantasien handelt, scheinen doch mehr und mehr Personen (sowohl Männer als auch Frauen) an der Verwirklichung einzelner Träume interessiert zu sein. Jedenfalls geben immer mehr Frauen zu, sich ganz bewusst zu unterwerfen, um daraus Lust zu gewinnen. Frauen, die in Beziehungen leben, wählen dazu nicht immer ihren ständigen Partner, sondern eine Person, die sich „eignet“. Das kann in einigen Fällen auch eine Frau sein, nicht nur, weil die Bi-Schwelle für Sex bei etwa einem Drittel liegt, sondern auch, weil Männern bei „harten“ Spielen misstraut wird. Bei Männern verhält es sich anders. Beinahe sicher können wir annehmen, dass sie sich bei einer dominanten Frau sicherer fühlen als bei einem Mann – auch, wenn sie nicht homophob sind – und sie haben panische Angst davor, aufgrund eines erotischen Experiments als „homosexuell“ zu gelten.

Sex ist oft ein Bestandteil der Spielpläne für Dominanz

Ein Satz sollte noch fallen: Im Gegensatz zu sogenannten „Domina-Anzeigen“ und Behauptungen über „professionelle Dominas“ beinhalten Unterwerfungen (auch mit Schlägen und Fesselungen) oftmals doch Sex – sie stehen also nicht als „isolierte Abweichung“ da.

Hinweis: Alle Zahlen wurden aufbereitet nach der Studie: What Exactly Is an Unusual Sexual Fantasy? Von Christian C. Joyal, Amélie Cossette und Vanessa Lapierre. Diese Studie gilt als extrem zuverlässig.

Weibliche Dominanz und männliche Unterwerfung im Wandel der Zeiten

Weibliche Dominanz ist ein durchgehendes Thema des 19. und 20. Jahrhundert
Seit wann Männer sich gerne und willig der Dominanz einer Frau unterwürfen würden, ist nicht eindeutig belegt. Tatsache ist aber, dass die wissenschaftliche wie auch die populäre Literatur im 19. Jahrhundert die erotisch motivierte weibliche Dominanz entdeckte. In der „Wissenschaft“ (falls man diese als solche bezeichnen kann) stand der Nervenarzt Krafft-Ebing an der Spitze einer Bewegung, die männliche Unterwerfung und weibliche Dominanz als krankhaft brandmarkte. Aus einer Böswilligkeit von Krafft-Ebing wurde die männliche Unterwerfung (später auch das gesamte Spektrum der erotischen Unterwerfung) als „Masochismus“ bezeichnet. Nicht, weil dies ein wissenschaftlich glaubwürdiger Begriff war, sondern weil Krafft-Ebing damit Sacher-Masoch diffamieren wollte. Immerhin kam Sacher-Masoch damit zu ungewohnten Ehren, die zuvor nur dem Marquis de Sade zuteilwurden (Sadismus).

Angesehene Frauen quälten die Herren in der Vergangenheit- meist in der Fantasie

Die Heldinnen jener Zeit waren überwiegend Damen, die eine gewisse Reputation hatten. Wanda, die adlige „Venus im Pelz“ wurde am deutlichsten einer realen Person nachempfunden, doch tauchten auch Gouvernanten, Leiterinnen von Erziehungsanstalten und Lehrerinnen als erotisch dominante Frauen auf, die ausschließlich der Fantasie entsprangen.

In den Zeiten, als noch alle Welt von der unerklärlichen Erotik der englischen Flagellations-Bordelle fasziniert war, kamen dann in Frankreich und Deutschland Anzeigen auf, in denen Dominanz geboten oder (seltener) gesucht wurde. Typisch dafür war eine Anzeige dieser Art (1):

Dame, alleinstehend, wünscht sich einen sehr unterwürfigen Schüler, um ihm Englischlektionen zu geben. Zuschriften unter …


Damals verstand jeder Mann, was gemeint war: Die Englischlektionen hatten nicht mit Sprache zu tun, und die Lehrerin verstand sich nicht auf Shakespeare, sondern auf verbläute Männerhintern.

Wir lesen dann (2):

«Unter der Flagge des „englischen Sprachunterrichts“ bieten sich sehr häufig Damen an, die entweder sadistisch empfinden oder aus masochistischen Passionen Gewinn schlagen wollen.»


Wir dürfen gerne annehmen, dass die zweite Möglichkeit die Regel war – denn Anzeigen dieser Art wurden selten aus Neigung aufgegeben. In der damaligen Zeit kam es sehr, sehr selten vor, dass sich ein Herr aus seiner Bedürftigkeit herauswagte und selbst eine Such-Annonce für eine „Englischlehrerin“ aufgab. Dr. Leo Perry hat es zu Testzwecken gewagt und tatsächlich antwortete ihm eine der Damen. Sie verwies zunächst darauf, wirklich Sprachkenntnisse zu haben, ging aber dann bald ins Detail. (2)

Mit ausgezeichneten Sprachkenntnissen verbinde ich Energie, ja Strenge und Unerbittlichkeit bei gewissen Fehlern in der Aussprache – bei mir muss man parieren – da gibt es nichts.


Gouvernanten, Gutsbesitzerinnen und Sportlehrerinnen als Dominas

Die strenge Erzieherin, die rohrstockbewehrte Lehrerin, die unerbittliche Gouvernante oder die strenge Gutsbesitzerin mit der Reitpeitsche waren die weiblichen Personen, die Dominanz anboten. In zahlreichen Schriften und Illustrationen finden wir nicht etwa die Englischlehrerin im Schulzimmer, sonder die Sportlehrerin, die ihre willfährigen Opfer über Sportgeräte legt, um sie auf manche Art zu verbläuen.

Neue Rollenbilder und der Siegeszug der bezahlten Domitarix

Im Lauf der Jahre hat sich das Interesse der Männer an Unterwerfung sowohl qualitativ wie auch quantitativ gewandelt. Was fehlt, sind die Personen der Vergangenheit, die aufgrund ihrer „typischen“ Rolle als Respektsperson mit Körpergewalt und Psychoterror ihre Dominanz unter Beweis stellten. An ihre Stelle trat die professionelle „Dominatrix“, die heute als Sinnbild der Dominanz gilt. In der Fantasie kann sie alles sein: Meist ist sie weiterhin eine Art Respektsperson, etwa eine Tante oder eine Krankenschwester, die zugleich streng und erotisch begehrenswert ist.

Neulich lasen wir einen Internet-Beitrag, der sich an Herren mit derartigen Interessen wendet (3):

Du sehnst dich nach einer strengen Lehrerin, die dich nach den Regeln der alten Schule konsequent unterrichtet? Und deine Geilheit hindert dich daran, ein braver und fügsamer Mensch zu sein? Dann ist die strenge Erziehung mit dem Rohstock genau das, was du brauchst! Als selbstbewusste Englischlehrerin weiß ich, was geile Böcke wie du brauchen: Respekt vor Frauen. Und den bekommst du von mit eingebläut, und zwar nachhaltig. Du kannst sicher sein, dass meine Methoden auch schwere Fälle von Lüstlingen zu Disziplin und Demut bringen.


(Der Artikel wurde sprachlich verändert, sodass keine Rückschlüsse auf den Urheber gefunden werden können).

Offenbar spukt der alte Geist immer noch in den Köpfen der Männer. Sie schämen sich ihrer Geilheit und hoffen, diese unter dem Rohrstock oder der Peitsche zu verlieren – wohl wissend, dass sie diese Maßnahmen nur noch mehr aufgeilen.

Indessen können wir beobachten, dass ein breites Spektrum unterschiedlicher Bedürfnisse dazu führt, die Lust an der Unterwerfung zu suchen, während die Lust an der Dominanz zumeist eine Fiktion ist. Die meisten der Frauen, die Dominanz als „Lifestyle“ angeben, wollen damit ihre Kunden ködern – denn in Wahrheit geht es nur darum, „Tribut“ zu fordern, also das Honorar für die Behandlung zu kassieren.

Die Motive der Herren - wirklich bekannt?

Sehr interessant wäre nun, die Motive der unterwürfigen Herren zu untersuchen, die sich abwerten, fesseln oder peitschen lassen, doch ist dies in der Vergangenheit literarisch fast niemals gelungen – und wissenschaftlich würde es ohnehin nicht wirklich transparent.

Behauptungen gibt es in Hülle und Fülle: Die Lust daran, ohne Verantwortung zu sein, das sinnliche Vergnügen, geschlagen zu werden, die Genugtuung, beschämt oder besudelt worden zu sein oder die Hoffnung, durch die Erniedrigung geläutert zu werden.

Und was es wirklich ist? Das können wir ja mal fragen – ob wir allerdings auf Antworten (auch aus der Literatur) hoffen dürfen? Wir haben nach wie vor einen hungrigen Briefkasten.

(1) aus einem französischen Roman.
(2) Aus "Auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege", Wien 1927).
(3) (Das Zitat wurde sprachlich verändert, sodass keine Rückschlüsse auf den Urheber gefunden werden können).

Die Keuschheit

Schamvolle nackte Schönheit nach Großvaters Lustempfinden
Nicht ist so gefährlich wie die Unkeuschheit. Denn wer unkeusch ist, hat kein Schamgefühl erworben und keinen bewussten Grundsatz entwickelt, sich schamhaft zu verhalten – und verstößt dabei willentlich gegen die Sittlichkeit. Wie böse doch der Unkeusche ist! Er erlaubt sich in „unerhörter“ Weise, nach seinen eigenen Regeln zu leben. Sexuell gesehen könnte man ihn am ehesten als wollüstig bezeichnen – wie bekannt eine Todsünde im Katholizismus. Denn: Die Keuschheit ist der Gegenpart zur Wollust.

Liest man das Online-Lexikon Wikipedia, dann biegen sich die Zehennägel über so viel Christentum. Meyers Lexikon war da wesentlich rigider: (1)

Keuschheit, als Tugend diejenige Gesinnungs-, Rede- und Handlungsweise, welche alles, was sich auf das Geschlechtsverhältnis bezieht, mit Scham und Scheu betrachtet.


Von wem wurde wirklich "Keuschheit" gefordert?

Wer musste denn nun nach den ältesten Quellen „keusch sein?“

Klarer Fall: Die Botschaft ging an Frauen, und zwar so gut wie ausschließlich an Ehefrauen und „Töchter“. (1)

„Zur absoluten Reinheit waren nur Frauen und Töchter verpflichtet. Dies beruhte schon darauf, dass sie Eigentum des Hausherrn waren und unter seiner Tutorschaft standen.


Das galt „vor Einführung des Christentums“, und es deckt sich auffällig mit dem Gutsherrn in den Büchern, die Christen als „Altes Testament“ bezeichnen. Dort ist klar definiert, dass es bei der Keuschheit lediglich darum geht, die Besitzrechte des Herrn zu wahren. Aber auf keinen Fall darum, den Herrn selbst zu Keuschheit zu verpflichten. Im Gegenteil: Seine Mägde, Sklavinnen und „alles, was sein ist“ waren weder zur Keuschheit verpflichtet noch genossen sie den Schutz vor Unkeuschheit. Wir erinnern uns zu jenen Zeiten wurden Töchter noch gegen Geld oder Arbeitsleistung verhökert – und schon deshalb wurde ihr Keuschheits-Gegenwert sehr hoch angesetzt. Für „eigene“ Mägde und Sklavinnen galt dies nicht. Übrigens waren auch „Fremde“, also Angehörige fremder Volksgruppen, von der Regel ausgenommen.

Zitat AT (nach Luther):

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was sein ist.


(Der Nächste – je nach Interpretation - der Angehörige des gleichen Volkes, der Freie, der Gutsbesitzer).

Keuschheitsgebot - auch heute in fast allen Köpfen

Bis heute wirkt das „Keuschheitsgebot“ nach. Die meisten Menschen verfügen über kein Vokabular, mithilfe dessen sie sich über ihre Sinnlichkeit, Erotik oder Sexualität unterhalten können. Frauen werden gemaßregelt, wenn sie sich zu intim zur eigenen Sexualität äußern. Nicht selten werden sie als „Schlampen“ oder „Nutten“ beschimpft. Männer werden, vor allem neuerdings durch die „#Metoo“-Frauen, beschimpft und verunglimpft, wenn sie „unkeusch“ über Frauen denken. Man mag dafür jetzt neue Begriffe haben, aber in Wahrheit ist es die alte Leier: Wer ungefragt den Po oder die Brüste, die Lüste oder die Erotik einer Frau lobt, gilt als wollüstiger Strolch, und seine Sätze gelten als Übergriffe.

Dies alles mag seinen Sinn haben – aber es zeigt doch, wie überempfindlich wir sind, wenn die Keuschheit infrage gestellt wird.

Der frivole Umgang mit der Keuschheit wandelte sich völlig

Keuschheit: Karrikatur-Postkarte aus Frankreich
Wirft man einen Seitenblick auf die Frivolität der Keuschheit, so kommt man am „Keuschheitsgürtel“ nicht vorbei. Man kann in den letzten 25 – 50 Jahren Jahren hier eine klare Umkehrung des lüsternen Interesses feststellen. Waren es vor dieser Zeit vor allem Geschichten und reale Interessen an „weiblicher Keuschheit“, so hat sich dies inzwischen fast völlig zur „männlichen Keuschheit“ gewandelt. Das beginnt bei Interessengruppen, die sich nun (wenigstens vorgeblich) für die „Keuschhaltung des Mannes“ einsetzen und es hört noch lange nicht bei dem Verkauf entsprechender Produkte auf.

Fazit - Unkeuschheit ist im Geheimen selbstverständlich, öffentlich aber unerwünscht

Man kann sagen: Keuschheit, Zurückhaltung, Enthaltsamkeit und Selbstverleugnung sind nach wie vor Themen. Und paradoxerweise entwickeln immer mehr Frauen eine sexuelle Selbstbestimmung, die völlig „unkeusch“ ist, während von Männern immer mehr „keusche Zurückhaltung“ eingefordert wird. Und nach wie vor ist nicht "keusch", wer über seine intimen Bedürfnisse spricht.

(1) Retro-Lib.
(2) Brettschneider/Quanter, Leipzig ca, 1920)

Männer: Mehr Sinnlichkeit durch intensive Masturbation?

Mehr Spaß am Sex durch Masturbation mit Toys? Bild: © 2018 by TENGA
Was passiert, wenn eine Frau ihren Freund, Verlobten oder Ehemann beim Masturbieren erwischt? Packt sie den Koffer, schließt sie sich ein und heult, schreit sie Zeter und Mordio oder geht sie stracks zum Scheidungsanwalt?

Eigentlich sollte sie sagen: „Schön, dass du masturbierst, denn dann machst du mich glücklicher.“ Das jedenfalls soll das Ergebnis einer Studie im Auftrag von TENGA beinhalten.

Um sich mal an die Frauen zu wenden: Habt ihr eigentlich irgendeine Erfahrung mit einem Mann, der nicht masturbiert? Dann habt ihr eins der seltenen Exemplare kennengelernt, die es nicht tun, nämlich lächerliche sieben Prozent. Und das heißt nun wieder: 93 Prozent tun es.

Der nächste Schrecken folgt auf dem Fuß: Ja, viele Männer tun es auch, wenn sie in Beziehungen leben. Und dir nächste Nachricht verwundert dann: Gut, wenn sie es tun, denn dann sind sie bessere Liebhaber.

Frauen sind recht konsequent: Sie sehen die Hand oder das „Toy“, das er benutzt, immer als Konkurrenz zu den Möglichkeiten, die sie selbst bieten können und wollen. Für sich selbst haben sie derartige Vorbehalte aber selten: Der Vibrator liegt oft schon parat, wenn er zum Skatabend oder zum Stammtisch geht. Es soll nicht verschwiegen werden, dass auch Männer eigenartig gucken, wenn sie bemerken, dass ihre Frau vom vibrierenden Dildo mehr Lust bekommt als vom Penis.

Nach den Zahlen von TENGA erleben 84 Prozent der befragten Deutschen intensivere geschlechtliche Lüste, wenn sie Partner wählen, die mit „Toys“ masturbieren, während nur 64 Prozent mit Partnern solche Orgasmen erleben, die keine Toys benutzen.

Sollte Männer, die masturbieren, sei es mit oder ohne „Toys“ wirklich die besseren Lover sein? Bisher wurde ja immer angenommen, dass Männer, die viel masturbieren, nicht sehr sensibel sind, wenn sie tatsächlich Geschlechtsverkehr haben.

Der Urologe und Erfolgsautor Volker Wittkamp glaubt, eine plausible Erklärung für die Liebesqualitäten masturbierender Männer zu haben. Er nennt den Mann, der sensibel mit seiner Gefühlswelt umgeht, einen „Gefühlsmann“ und behauptet:

Der Gefühlsmann ist sich seiner Bedürfnisse bewusst und hat keine Scheu, darüber zu reden. Er kann seine Wünsche folglich auch besser vor der Partnerin oder dem Partner artikulieren. Wenn beide Seiten genau wissen, was dem Gegenüber gefällt und darauf eingehen, führt das zu einem besseren Sexleben.


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Gut – und doch bleibt da eine Frage offen: Wenn 93 Prozent der Männer masturbieren (auch noch während intensiver Beziehungen), dann müsste diese starke Mehrheit auch zu den idealen Lovern gehören. Und ich wüsste eine ganze Anzahl von Frauen, die dies bezweifeln würden. Und in wieweit das Masturbieren die Kommunikations-Lust erhöht, ist mir auch nicht völlig klar.

Für diesen Artikel wurde PR-Material von TENGA benutzt. TENGA stellt unter anderem Masturbatoren für Männer her.