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Geheime Sex-Wünsche: Frauen und Männer ohne Schranken

was man den damen erzählt, bleibt manchmal nicht geheim


Es ist ein Thema, über das man bessre gar nicht schreibt: Die geheimen Sexwünsche der Männer und Frauen entsprechen den Sümpfen und Abgründen menschlicher Fantasie. Alles, was in der Boulevardpresse als „schändlich“ ausgeschlachtet wird, kann in ihnen vorkommen: von betont sanften Berührungen über die Orgie bis hin zur Entmenschlichung der eigenen agierenden Person oder der Person des Partners.

Was Männer selbst ihren Psychologen nicht erzählen, und schon gar nicht den selbstgefälligen Forschern, erfahren Huren,. Callgirls, Escort-Ladies und vor allem “Senderinnen“, also die Damen, die von Männern angerufen werden, wenn sie einmal „total geil angemacht“ werden wollen.

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Diese allerdings haben Zugang zu den Abgründen: In der Fantasie wird das Inzestverbot ebenso überschritten wie die Altersgrenze. Erstaunlicherweise wird aber auch das Rollenverhalten umgekehrt – Männer wollen offenbar verbal gedemütigt werden, wenn die Senderinnen mit ihnen sprechen, und sie wollen einmal ein bisschen schwul sein dürfen, was ihnen im Alltag niemals einfallen würde.

fernsehen nach 23 uhr
Über den Anstand hinaus sollen allerdings auch Frauen gehen, die ihre geheimen Sexfantasien offenbaren. Kaum eine Zeitschrift, die nicht erfahren haben will, welche Fantasien in Frauen schlummern – andere zwar, aber nicht weniger brutale, verbotene oder gesellschaftlich geächtete. Das interessant ist nur, dass nahezu jede Autorin von vornherein darauf hinweist, dass alles nur Fantasien wären, und dass jede Frau ein Recht drauf habe, diese Fantasien zu haben – niemals würde eine Frau bezichtigt, die Fantasien auch in die Tat umzusetzen.

Geschlechtsspezifische Unterschiede? Wenn Frauen wild und verwegen fantasieren, dann ist für die Öffentlichkeit klar, dass sie dabei ein Spiel mit den Emotionen betreiben, das besser unbenannt bleibt. Wenn Männer hingegen verborgene Fantasien offenbaren, so wird angenommen, dass sie diese auch ausspielen könnten.

Oder sollte es doch nicht so sein? Noch gibt es wenige Call-Boys und so gut wie keine „Sender“ (es sei denn für homosexuelle Männer). Aber was wäre, wenn es sie gäbe und wenn sie plaudern würden?

Wohl den Frauen und Männer, die Ihre Fantasien für sich behalten oder in Literatur umsetzen – sie sind aus dem Schneider – jedenfalls, solange sie anonym schreiben. Wie gefährlich es für eine Frau sein kann, hocherotische Fantasien zu offenbaren, wusste jedenfalls Dominique Aury, (eigentlich Anne Desclos) die ihr hocherotisches Werk mit zahllosen „unaussprechlichen“ Fantasien, „Histoire d'O“ (Geschichte der O) in den 1940er Jahren zu schreiben begann. Das Rätsel um die Autorenschaft wurde erst 1994, 40 Jahre nach erscheinen des Buches (1954) und vier Jahre vor dem Tod der Autorin, aufgelöst.