Hühnerbrüste und volle, sinnliche Brüste
„Zwei Hühnerbrüste bitte“, sagte ich leichthin zu der schönen Verkäuferin an unserem Marktstand, an dem es noch saftige, wohlschmeckende Hühnerbrust gibt. Ich bemerkte, wie mich die reife, für eine Marktfrau viel zu elegante und darüber hinaus stark geschminkte Frau schelmisch anlächelte und dabei ihren Kittel etwas raffte, wodurch mein Blick auf ihre schönen, vollen Brüste gelenkt wurde. Sie streifte langsam und sinnlich die Plastikhandschuhe über ihre Hände, sodass ich genau ihre lasziven Bewegungen sehen konnte, beugte ihren Oberkörper vor und fragte schließlich leise: „Sie lieben Hühnerbrüste, junger Mann?“ Ich errötete und stammelte eine Antwort, die wohl gelungen haben muss wie „Ja, ich liebe Brüste über alles“, jedenfalls wurde das Lächeln noch schelmischer als es ohnehin schon war, und sie antwortete: „Wie schön für Sie, junger Mann, ich persönlich liebe das Fleisch junger Hähnchen – es schmeckt einfach köstlich“. Dann verpackte sie die Hühnerbrüste in Folie und wickelte sie zuletzt in braunes Packpapier ein, kassierte und sagte zuletzt noch recht leise: „Werfen Sie das Packpapier nicht gleich weg, schöner Mann, vielleicht können Sie es noch einmal brauchen“.
Ich war froh, dass ich den Stand verlassen konnte: Mein Gesicht war inzwischen puterrot, weil ich nun verstanden hatte, was sie mit dem „Fleisch junger Hähnchen“ meinte. Nun ja, die jungen Mädchen am Blumenstand versuchten auch immer, zu flirten, und selbst die stramme junge Metzgerfrau machte beim Wurstverkauf ab und an anzügliche Bemerkungen. Meiner Meinung nach tun sie es nur, damit männliche Kunden wiederkommen – weibliche List, nichts weiter.
Ich befreite die Hühnerbrüste aus dem Packpapier und wollte es gerade in den Müll werfen, als ich sah, dass es von innen mit Bleistift beschrieben war: „Sei mein Hähnchen – ab 20 Uhr“ – und dann folgte eine Telefonnummer.
Sollte ich? Ich mit meinen gerade 19 Jahren? „Hühnerbrüste“ hatte ich wirklich genug gesehen und geküsst, und mich lockten die vollen, fleischigen und sinnlichen Brüste der reifen Frau.
Ja, ich rief sie an, stammelnd und furchtsam - schließlich wollte ich nicht als Hähnchen gegrillt werden. Doch was ich dann erlebte, war so wild und sinnlich, dass ich es hier wirklich nicht erzählen kann , nur dies will euch verraten: Die jungen Mädchen am Blumenstand flirten nicht mehr mit mir, seit ich dort jeden Freitag eine rote Rose kaufe.
Bild © 2007 by Dylan Ashe



Der Sommer hat doch immer etwas Neues: Dürfen Frauen barfuß durchs Büro gehen, ohne Höschen am Postschalter sitzen oder ohne BH (aber mit Kittel) Wurst verkaufen?
Wem das nach Chauvinist klingt: Es ist ein Zitat von Alicia Steimberg. 







