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Wundersame Begegnung in einem Jazzkeller

Ich habe gehört, du suchst eine Frau, die etwas älter ist als du?" Ich saß in der schummrigen Jazzkneipe, in die sich nur selten jemand verirrt, der nicht zu den Stammgästen zählt. Die roten Backsteinwände des alten Kellers in der Altstadt waren nur von schummrigen Glühbirnen erleuchtet, sodass aus jeder Frau eine begehrenswerte Schönheit zu werden schien. Ich drehte mich um und sah in die begehrlichen dunklen Augen eines slawisch anmutenden, unendlich sinnlichen Gesichts. Es dauert eine Weile, bevor ich Worte fand: „Mag sein – aber woher wollen Sie so etwas wissen?“

Die Dame antworte nicht, sondern nahm an der Bar neben mir Platz. „Trinkst du einen Rotwein mit mir?“, fragte sie wie beiläufig, und ich beeilte mich nun zu antworten: „Ja, selbstverständlich, Frau … darf ich Ihren Namen wissen?“ Die schöne, betont sinnliche aussehende Frau lächelte ein wenig und wandte mir ihr Gesicht zu. Auch im roten Schummerlicht konnte ich erkennen, dass sie eher 40 Jahre als 30 war, und so alt hatte ich mir meine Freundin nicht vorgestellt. Ich hatte gerade meinen 22. Geburtstag gefeiert und war – ich muss es gestehen – immer noch Jungfrau. Noch ganz in Gedanken hörte ich sie sagen: „Oh, der Name – Schall und Rauch, nicht wahr? „Nenne mich Petruschka, das passt doch zu mir, oder etwa nicht?“

Ich dachte nach – ja, Petruschka, das schöne Püppchen, das durch Magie belebt wird, das gibt viel Raum für alle Arten von Fantasien. „Ich lächelte, als ich antwortete: „Petruschka ist doch ein Püppchen, wenn ich mich nicht irre? Liebst du Strawinski?“ Sie kräuselte die Umgebung ihrer wundervollen Augen und sah mich dabei verschmitzt an: „Das ist ein Test, nicht wahr? Was wäre, wenn ich Ballerina wäre?“ Nun musste ich lächeln. Hier verkehrten alle Arten von Frauen: Manchmal war es eine Hure aus der in der Bordellstraße, die sich in der Nähe befand, mal eine der feinen Damen, die auf dem Deich am Flussufer wohnten. Sie alle kamen hierher, um den Blues zu hören, sich an ihrer Einsamkeit und Tristesse zu laben und viellicht einmal eine besondere Begegnung zu haben. Nun, ich beschloss, nicht weiter zu bohren. Meine Petruschka trank vom Wein, wobei sie die Schlucke sichtbar schlürfend mit sinnlich gespitzten Lippen nahm, was mich unglaublich faszinierte, und sah mich nur an. Ich selbst war zu jener Zeit ungewöhnlich schüchtern, sodass ich kaum den Mund aufbrachte und nur den Blues mitsummte, der gerade lief: Love, oh Love, oh Careless Love“. Wieder lächelte Petruschka, und als ich nun so gar nichts zur Unterhaltung beitragen wollte, nahm sie meine Hand und sagte Leise: „Liebe ist immer ein Abenteuer – willst du nicht lieber an einen stilleren Ort gehen als hier?

Ich weiß nicht, warum ich ihr folgte, denn mit meinem Mut war es nicht weit her. Aber im nächsten Moment befand ich mich in den stillen, fast unbeleuchteten kleinen Gassen der Altstadt, ging durch einen Gang, der so schmal war, dass man ihn nur nacheinander passieren konnte, und stand plötzlich vor einem zierlichen, schmalen Haus, das aus dem 16. Jahrhundert stammen musste. Petruschka blieb kurz stehen, sah mir tief in die Augen und sagte sehr leise. „Ich habe Sekt, ein Bett, werde nicht schwanger und ich bin feucht – reicht dir das, um mit mir hinaufzugehen?“

Ich wusste kaum, wie mir geschah, muss aber wohl ein „Ja“ gestammelt haben, und nach zwei engen Treppen befand ich mich in einem wunderschönen, holzvertäfelten Raum, der nur durch eine winzige Nachttischlampe mit einem roten Schirm beleuchtet wurde. Petruschka öffnet den Sekt, stieß mit mir stehend an und sagte sofort, sehr, sehr leise: „deshabillez moi“ – „zieh mich aus“.

Ich gehorchte, und meine Liebeslust schwoll innerlich ebenso stark an wie sie meinen Penis nach außen trieb. Ich hatte zuvor kaum bemerkt, dass sie leichtes, seidenes Kleid trug, und darunter ebenso seidige Dessous. Erst jetzt nahm ich ihre lustvollen, kleinen Brüste wahr, deren Nippel aus sanften Wölbungen hervorstachen. Eine Frau mit einem wunderschönen, jugendlichen Gesicht, dem schlanken Körper eines jungen Mädchens und sinnlichen Augen – wer fragt da nach dem Alter?

Ich räusperte mich, weil ich nun eine Prozedur erwartete, die jeder Mann hasst: Ein Vorspiel, an dessen Ende dann der erbärmliche Versuch steckte, mir die Wonnen der Liebe zu schenken, selbst wenn die Frauen eigentlich gar nicht bereit waren und mir nur „etwas gönnen“ wollten. Ich hatte schon mehrfach dabei versagt, weil ich die Frauen einfach nicht verletzen wollte, wenn sie eng und trocken dalagen – vielleicht war ich deshalb noch Jungfrau.

Petruschka lächelte erneut und sagte nun sehr leise: „Du ziehst dich einfach auch aus, und du wirst erleben, wie schön die Liebe sein kann, wenn man eine wirklich zärtliche Freundin hat.“

Sie legte sich einladend auf das Bett, und als ich mich umständlich ausgezogen hatte, erwartete sie mich bereits mit keck geöffneten Schenkeln, die sich mir bis heute einprägten und mich immer noch zum Träumen bringen. Ich musste fast nichts tun: Sie führte mich mit leichter Hand, ihre Feuchtigkeit ermöglichet mir, sofort mit jenem wundervollen Spiel zu beginnen, auf das ich so lange gehofft hatte, und sie hatte die Fähigkeit, sich und mir noch zwei Wiederholungen zu gönnen. Am Morgen waren Stimmen in der Gasse zu hören: „Ach, Kinder, wir schauen noch schnell bei der Oma vorbei, bevor ihr zur Schule geht“, und bald darauf hörte ich kleine Schritte auf den Treppen. Meine Petruschka erwachte wie vom Blitz getroffen, rief schnell noch: „Wartet, Kinder die Oma ist noch nicht angezogen“ und warf sich einen Morgenmantel über, kämmte sich notdürftig und ging in einen benachbarten Raum. Von dort war eine Erwachsenstimme zu hören: „Hey, du siehst aber gut aus, Mutter“, und die Kinder riefen „Oma, Oma, du stehst aber heute spät auf“.

Die Kinder gingen, und Petruschka kam wieder in den immer noch abgedunkelten Raum – wieder nackt und so, als sei nichts geschehen. „Komm, es gibt noch Süßigkeiten vor dem Frühstück“ sagte sie leichthin, und begann, mir die Wonnen der Liebe mit dem Geschick ihrer Hände und der Lust ihrer Lippen zu versüßen.

Einmal kommt der Abschied, doch zu meiner Überraschung sagte Petruschka nun: „Weiß du, wo du bis oder wie ich wirklich heiße?“ Ich verneinte, und in der Tat deutet nichts auf ihre Identität hin. Etwas traurig ergänzte sie: „Dann ist es besser, dass du es nie erfährst“. Sie zog sich konservativ mit Hose, Pulli und flachen Schuhen an, und legte mir eine Maske an, durch die ich meine Umgebung nicht mehr sehen konnte. „Keine Angst, Cherie, ich führe dich jetzt durch ein paar stille Hinterhöfe zurück in die Nähe eines Taxistandes. Du nimmst die Maske dann nach einer Minute ab, versprichst du es?“

Ich hätte ihr alles versprochen, so verwirrt war ich, und in der Tat führte sie mich fast zu dem Ort, an dem wir uns kennengelernt hatten. Ich wartete wahrhaftig fast eine Minute, nahm die Maske ab, und blinzelte in die Gegend. Es war eine stille Straße, in der um diese Zeit kein Mensch zu sehen war.

Ich muss gestehen, am nächsten Tag nach jedem Haus gesucht zu haben, in dem ich meine Jungfräulichkeit verlor, doch obgleich ich einen ganzen Vormittag in der verwinkelten Altstadt verbrachte, gelang es mir nicht, auch nur eine Spur davon zu finden. Wiedergesehen habe ich sie niemals – nicht im Jazzkeller, nicht im Theater und auch nicht beim feinen Konditor in der Innenstadt, bei dem man sonst gelegentlich feine Damen sieht, die ein kleines Geheimnis haben. Heute, nach gut 18 Jahren, wüsste ich gerne, wer diese wunderschöne, geheimnisvolle Frau war, doch nun ist es wohl zu spät.

Den Rock hoch in den Ruinen

Damals in den Ruinen – die Eltern hatten uns schon davor gewarnt, als wir noch kleine Kinder waren. Einstürzen könnten sie, die Reste „einsteinscher“ Wände, und überhaupt sei es nicht geheuer in den Ruinen. Von den Resten der Brandbomben bis zu de Seelen der hier Verstorbenen, von perversen Männern bis hin zu Pärchen, die sich hier gelegentlich trafen, um etwas zu tun, was wir zu Hause nicht einmal aussprechen duften. Doch Tags fanden wir dort Schnecken, Glassplitter und dann und wann eine merkwürdige Münze, solche, die es gar nicht mehr gab. Vor allem aber hatten wir hier unsere Ruhe, denn niemand wagt es, uns hier zu beobachten.

man erinnert sich immer nur an das schöne daran
Als wir älter wurden, gab es drei Möglichkeiten, mit Jungs allein zu sein: am Ufer des Flusses, das dicht zugewachsen war, in einer Gartenlaube und in den Ruinen. In den Gartenlauben war es am schönsten, aber auch am Gefährlichsten, weil die Laubenpieper einander scharf im Auge behielten. Am Fluss war es sicher, aber eklig, weil dauernd fette Flussratten herumstrichen, und eigentlich ging es nur nachts. Ja, und dann gab es die Ruinen, da ging es auch am frühen Abend. Ich kannte ein paar Mädchen, die neugierig waren, wie Jungs so aussehen. Da krallte man sich irgendwo einen Jungen, versprach ihm was und gingt mit ihm in die Ruinen. Der war froh, mal eine nackte Brust zu sehen und wir Mädchen sahen uns den Pimmel an, als wir noch fast Kinder waren. Doktorspiele nannte man das, und die waren schrecklich verboten. Eine Klassenkameradin wurde dabei mal vom Musiklehrer erwischt, der von seiner Wohnung in eine der Ruinen hineinsehen konnte. Ihre Mutter haute sie grün und blau, und sie musste runter vom Gymnasium.

Später sind wir dann mir richtigen Jungs in die Ruinen gegangen, und das war so: Wir wussten, dass uns da etwas blühen würde, was nicht gut für uns war. Natürlich haben wir die Klassenkameradinnen oder Freundinnen gefragt, die schon mal „in den Ruinen waren“. Einige haben gesagt, sie würden es nie wieder tun, eigentlich die meisten. Meine damalige Freundin Karin sagte, einmal wäre sowieso das erste Mal, und in den Ruinen würde man wenigstens nicht gestört dabei. Das habe ich mir zu Herzen genommen.


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Die Jungs wussten, wo sie die Mädchen treffen konnten, die es probieren wollten. Unten beim alten Ofensetzer, wo ein paar Kastanienbäume standen. Man musste im Sommer oder Herbst hingehen, die Bluse ein bisschen aufknöpfen und die Lippen knallrot schminken. Das dufte die Mutter natürlich nicht sehen, und so schminkten wir uns erst im Freien mit kleinen Reklamespiegeln. Die roten Lippen waren das Zeichen, dass wir es versuchen wollten. Na, und dann kamen die Jungs, um sich mit uns zu verabreden bei Nummer 180a oder so, meistens so gegen Abend, halb neun. Dann war es dunkel genug und man konnte bis zehn wieder zu Hause sein.

Gerüchte, was da passierte, gab es überall, aber das Meiste war übertrieben. Nein, es kam nicht immer bis zum „Letzten“. Manchmal war die Angst größer als die Neugierde, und mal wollte das eine Ding einfach nicht in das andere Ding, dann hat man sich anders beholfen. Aber irgendwie vergisst man das alles nie. Den Rock hoch, die Angst im Nacken, und dieser Geruch von feuchten Ziegelwänden, Männerschweiß und dem Duft der wilden Kräuter. Jetzt, wo ich älter werde, denke ich an diesen Geruch, wenn ich bei einem Date bin und die Männer quatschen und quatschen. Dann sehne ich mich danach, wie mich starke Männerhände gegen die Reste einer kalten Ziegelwand pressen, währen der Wind meine nackte Scham umspielt.

Ihr wollt lesen, wie es weiterging? Lieber nicht. Lassen wir es mal bei dieser aufregenden Erinnerung.