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Sklavinnen im Harem – das Reizthema des 19. Jahrhunderts

Die Sklavin - hier mit Händlern als Verkäufern und Beduinen als Käufern
Der klassische erotische Roman verlegt seine Handlung oft und gerne in den Orient. Ja, es gab eine Zeit, in der man den Orient zugleich verherrlichte und verdammte. Insbesondere im 19. Jahrhundert gab es die Kunstrichtung der Orientalisten, die „den Orient“ äußert verblümt darzustellen wussten – insbesondere den angeglichen „Sittenverfall“ der Orientalen und ihre Sinnlichkeit. Dabei war es immer wieder der Harem, der dazu dienen musste, die Sinnlichkeit anzufachen, und mit ihm kamen dann auch die Begriffe der Odaliske und der Haremssklavin.

Was der Harem wirklich war

Weißhäutige Odaliske aus der Sicht eines Orientmalers
Ein Wort zuvor: Der Harem war nichts als ein geschützter Ort, an dem die Frauen lebten – und zwar alle Frauen im Haus eines Herrschers. Deshalb war der Harem auch kein Ort erotischer Ausschweifungen, sondern einfach ein Frauenhaus mit einer eignen, strengen Hierarchie. Als bekannt wurde, dass die Haremssklavinnen nahezu ausschließlich aus nicht-muslimischen Ländern kamen, rankten sich alle Arten von Horror- und Fantasiegeschichten um hellhäutige Sklavinnen. Nach manchen Quellen wurden die Sklavinnen von Piraten an die Herrscher verkauft, woraus neue Horrorgeschichten entstanden: Es handele sich teils um hochrangige Ladys, die auf Sklavenmärkten im Orient verschleppt wurden. Zudem gäbe es geheimnisvolle Sklavenhändlerinnen und Sklavenhändler, die ihre Beute per Schiff oder über Land heranschafften, um die Begierde der orientalischen Herrscher zu befriedigen.

Die Sklavin - makellos schön musste sie sein

Der Unterschied zwischen Realität und westlicher Perversion wird klar, wenn man sich vergegenwärtigt, dass eine Sklavin makellos sein musste, um Eingang in den Harem zu finden: Darüber entschieden zunächst die Eunuchen, die eine Vorauswahl trafen, und letztlich die Königinmutter. Das bedeutet, dass potenzielle Sklavinnen mit „kleinen Fehlern“ keine Chance hatten, bei Hofe angenommen zu werden.

Die Chance, lesen und schreiben zu lernen

Lesen, Schreiben, Instrumente spielen lernen ...
Das Wort „Chance“ mag hier merkwürdig klingen, doch war es in der Tat für viele Sklavinnen eine Möglichkeit, in der höfischen Hierarchie auszusteigen, zahlreiche praktische Fähigkeiten zu erlernen und später einen wohlhabenden Mann zu heiraten. Zu den Lerninhalten gehörte übrigens auch, lesen und schreiben zu lernen. Dazu erlernten die Frauen (wie westlichen Frauen jener Zeit auch) Textilarbeiten und nicht zuletzt wurden sie im Tanz und in Musikzieren unterrichtet.

Eine der Tatsachen über Sklavinnen (und auch anderer Frauen im Harem) war ihre Herkunft aus vielen Ländern und Kulturkreisen. Vor allem die angrenzenden Länder waren es, aus denen die Sklavinnen stammten: es gab einige Griechinnen, zumeist aber Frauen aus Kaukasien, die als die schönsten der Welt galten (also aus dem heutigen Georgien, Armenien und Aserbaidschan). In einem Reisebericht wird vor allem die Tscherkessin (heute Volksgruppe in Teilen der russischen Republik) genannt. Der Reisende lobte ihre großen schwarzen Augen, ihre matte Blässe, ihre hohe, schlanke Gestalt und die zarten Glieder.

Die Erotik des Harems im westlichen Bild und in der Literatur

Die Erotik des Harems zeigte sich vor allem in den bereits erwähnten Malereien der Orientalisten, in denen besonders die Sinnlichkeit der Odalisken dargestellt wird, während erotische (und teils äußert harsche) Romane sich eher auf die Sklavinnen konzentrierten.

Der Orient wird genutzt, um erotische Demütigungen zu schildern

Als "Beauty in the Birch" veröffentlicht
Im Briefroman „Beauty in the Birch“ (Auch: Birch in the Boudoire) werden einem orientalischen Herrscher Frauen zugeführt, die bereits aus einer Schiffsreise sexuell gedemütigt werden. Allerdings zeugt der Briefroman – zumindest in Teilen – von der Kunst der Briten, selbst extreme erotische Geschichten mit einem gewissen „Understatement“ zu erzählen. Der 1905 genannte Autor, „Jean de Villiot“ wurde vorgeschoben, um glaubhaft zu machen, das Buch sei in Paris erschienen – es zeigt aber deutlich eine britische Handschrift und sehr viel Erzähltalent. Erschienen ist es vermutlich bei Charles Carrington, der viele ähnliche Bücher verlegt hat. Zugeschrieben wurde es auch Georges Grassal de Choffat, der sich auch Hugues Rebell nannte. Die Szenen sind – aus heutiger Sicht – allerdings ausgesprochen sexistisch. Lediglich durch die (vorgebliche) Erzählerin, ihren etwas unterkühlten Stil sowie die genaue Schilderung der sexuellen Obzessionen bekommt das Buch – wenngleich heute geächtet – seinen literarischen Wert als Beispiel viktorianischer Erotik.

Wesentlich Harscher und darüber hinaus von erbärmlicher Qualität ist hingegen der Roman „Die Lustobjekte der Sklavenhändlerin“ eines angeblichen „Muhammad Ahmad Ibn-Sarif“.

Der moderne erotische Roman und die Sklavin darin

Hier in anderer Ausgabe, anderer Aufmachung
Als wirklich erotisch wird man keines dieser Werke bezeichnen können – sie sind vielmehr Ausdruck einer „Zeigefreude in Worten“, die dem Geschmack einer Zeit entgegenkam, als die Damen noch hochgeschlossen Kleider trugen, die bis an die Knöchel gingen und jeden Blick auf die nackte Haut unmöglich erscheinen ließen. Wesentlich enger an die große Literatur kommen die beiden Werke „Venus im Pelz“ und die „Histoire d’O“, die beide das Thema der freiwilligen Versklavung behandeln – vor allem Letzteres glänzt durch seinen überzeugenden Stil und seine unglaubliche Frivolität.

Bilder: oben - Otto Pilny, Tschechischer Orientmaler.1910
Bild Mitte: Odaliske - Ferdinand Max Bredt, Deutscher Orientmaler.
Bild Links: Charles Wynne Nicholls, britischer Orientmaler.
Die Bücher sind antiquarisch teils noch im Handel erhältlich.

Wer liest eigentlich erotische Literatur?

Es geht nicht um das Handeln, sondern um das Gefühl, das die Handlung erzeugt
Eine der interessantesten Fragen zu Romanen, Novellen und Kurzgeschichten besteht darin, warum es sie überhaupt gibt. Wenn man einmal alle historischen, sozialen und kulturellen Aspekte weglässt, dann ist es die Neugierde auf das Leben anderer, aber auch auf das, was andere Menschen stellvertretend erlebt , erfühlt oder erdacht haben. Was davon bedeutsam ist, entscheidet ein selbstverliebter Klüngel von Schwätzern aller Art, wenigen fröhlichen Kennern und Kritikern der Feuilletons, die zumeist einen recht eng gefassten Kulturbegriff haben.

Literatur kann dreierlei: reduzieren, schildern oder überhöhen. Die erotische Literatur wäre eine Meisterin darin, mehr noch als jede andere Literaturgattung – aber der Konjunktiv ist berechtigt, denn sie ist es nicht.

Dilettanten und Könner - bei beiden fehlt die Qualität

Sie leidet vielmehr unter ihren vielen Dilettanten, die nicht in der Lage sind, alle Aspekte des erotischen Handelns und Fühlens zu schildern. Ja, sie zwingt sogar bekannte Schriftsteller zu einer Verflachung und Verfälschung des Ausdrucks, sobald von Sexualität die Rede ist. Zudem muss der Schriftsteller die Zensur fürchten, wenn er die Vorgänge realistisch aus der Sicht des Voyeurs oder gar des Betroffenen schildert. In der Erotik ist nichts so brutal und ehrlich wie die Wahrheit, und sie schreckt ab. Tendenzen, wie etwa die Bigotterie, die Wohlanständigkeit oder der Feminismus, wirken mit, um Schriftsteller(innen) in die Ecke der „Schmutzfinken“ und „Menschenverächter“ zu stellen.

Erotische Literatur - nicht nur zum "Aufgeilen"

Erotische Literatur wird – daran kann kein Zweifel bestehen – einerseits zur Information, andererseits zur Erregung geschrieben. Wir vergessen oft, dass insbesondere junge Leute, neugierige Menschen mittleren Alters und solche, die ihre Lust bereichern wollen, tatsächlich an authentischen oder quasi-authentischen Informationen interessiert sind. Das heißt, sie wollen genau wissen, wie sich Menschen in ungewöhnlichen erotischen Situationen fühlen, vom ersten Eindringen eines Penis in die Vagina bis zur Fesselung an ein Andreaskreuz. Frauen wollen wissen, mit welchen Mitteln Verführerinnen arbeiten, Männer suchen nach Möglichkeiten, Frauen ins Bett zu bekommen und Grenzgänger(innen) suchen nach Informationen über die Lust am anderen Ufer.

Erotik auf banale Handlungen reduzieren?

Nahezu jeder Autor versteht sich darauf, Erotik auf banale Handlungen zu reduzieren, und eine beträchtliche Anzahl von Schundschreiber (inne)n und Autoren (Autorinnen) mit Millionenauflagen tut nichts anderes als dies. Nur eine Minderheit schreibt realistisch, inklusive Verletzungen und Grenzüberschreitungen, und ebenfalls sehr wenige überhöhen die Lust, wie es einst Salomon tat.

Bei der Erotik versagt das Schriftsteller-Handwerk oft

Überzeugende Sprache? Handwerkliches Können? Eine realistische, teils sinnliche, teils brutale Darstellung dessen, was in Körper, Geist und Psyche beim Sex abläuft? Nein, das lesen wir nur selten.

Dabei wäre es durchaus eine literarische Aufgabe. Wenn es wahr ist, dass Schriftsteller Welten vermitteln wollen, dann sollten sie das, was im Kosmos der Lust geschieht, so intensiv und realistisch schildern, wie es sich tatsächlich darstellt.

Nähe, Unmittelbarkeit, Sinnlichkeit - ja, wo bleibt denn dies?

Wer erotische Literatur liest – gleich, ob aus dem 19. Jahrhundert oder dem 21. Jahrhundert - findet dergleichen nur selten. Nähe zu den geschilderten Personen ist dabei so wichtig wie der nötige Abstand zu ihnen. Ein junger Mann kann die Gefühle während seines ersten vollständigen Geschlechtsakt noch gar nicht schildern – er bracht Abstand und das Vermögen, sich später noch einmal gedanklich und emotional auf den Prozess einzulassen. Ebenso vermessen ist es, nur „Betroffene“ zu Wort kommen zu lassen, wenn es um homoerotische Begegnungen, Partnertausch oder SM-Aktivitäten geht. Immer und überall ist nötig, sich in die Person einzufühlen und somit eine Vorstellungskraft für fremde Gefühle zu entwickeln. Denn nur, wer selbst Gefühle „nachempfinden“ kann und über sprachliche Macht verfügt, kann sie auch vermitteln.

Nun gut – fast schon zu viel gesagt. Wer lüstet und dabei lernen will, sollte ja keine Pornografie sehen, sondern lesen. Fragt sich nur: was denn eigentlich?

Hinweis:

Sie schreiben?

Das tun wir für Sie:
Wir lesen Ihr Manuskript, wir schlagen Änderungen und Ergänzungen vor, und sollte ihr Buch schon fertig sein: Wir beurteilen es für Sie – kritisch und objektiv.

Wie sinnlich sind eigentlich Frauenbrüste?

Der Stolz der Damen und die Lust der Herren - große Brüste Ende des 19. Jahhunderts
Sind Frauenbrüste natürliche Ausdrücke weiblicher Schönheit? Sind sie Symbole der Fruchtbarkeit, oder sind sie gar sinnliche Männerfallen?

Wir sind vielen Sichtweisen nachgegangen und haben viel für euch herausgefunden. Und als Erstes wird ja immer die Frage gestellt: Was wollen die Kerle eigentlich – kleine oder große Brüste?

Kleine oder große Brüste, was mögen Männer?

Wobei wir mitten im Thema wären. Denn kleine Brüste sind meist ein Privileg schlanker, sportlicher Frauen, die sich bewusst ernähren. Denn normalerweise – jetzt bitte nicht erschrecken – macht das Fettgewebe die weibliche Brust groß und prächtig. Viel Fettgewebe, so eine weitere Theorie, ist eigentlich nur erforderlich, wenn das Land, in dem du lebst, kalt ist oder wenn der scharfe Seewind die Oberhaut schnell auskühlt. Deswegen hätten die Däninnen und Norwegerinnen so hübsche große Brüste.
Die schöne Büste - durch Gewichtszunahme

Was der Mann bevorzugt? Na ja. Theoretisch sagt „Mann“ ja: je größer, umso lustvoller. Aber wenn eine Frau mit wirklich großen (na klar, meist vergrößerten) Brüsten daherkommt, dann wird der Mann unsicher. Und historisch? Zu Anfang unseres Jahrhunderts galt die volle Frauenbrust noch als Sinnbild der Weiblichkeit, und in Anzeigen wurden Präparate und andere fragwürdige Methoden empfohlen – um „fülligere“ Brüste zu bekommen.

Sind DD-Brüste wirklich so gefragt?

In der galanten Literatur überwog die kleine Brust
In gepflegten Männerfantasien waren es lange Zeit die „kleinen, aber festen Apfelbrüste“, und die primitiven unter den Männern faselte von DD-Brüsten – die kamen dann aber fast immer vom „Onkel Doktor“. Und obwohl das alle sso sein kann, stehen manche Männer eben doch auf athletische, oft sogar ein wenig maskulin wirkende, schlanke Frauen – sie entsprechen am ehesten dem gängigen Gesundheitsideal.

Aber sind kleine Brüste auch sinnlich?

Glücklicherweise wissen wir, worauf Männer „stehen“ oder worüber sie fanatisieren, damit „ihnen einer steht“, und da blüht uns eine Überraschung. Denn obwohl fast 70 Prozent der Männer ihre Lust aus der Fantasie über „große Brüste“ gewinnen, wünschen sich 52 Prozent zur Erfüllung ihrer Träume eher kleiner Brüste. Und, falls du es wissen willst: Gute 18 Prozent der Frauen (ja, aller befragten Frauen) träumen von der erotischen Begegnung mit einer Frau, die große Brüste hat.

Wie viel Brust darf herausgucken?

Fragen wir doch mal, was und wie viel von den Brüsten zu sehen sein darf?

Den klügsten Rat, den wir bekamen, war dieser: Darauf achten, dass die Brüste die Kleidung nicht „aufsperren“, auch nicht beim Vorbeugen oder zur Seite drehen. Das Profil der Brust soll sich nicht abzeichnen, die Brust darf aber erkennbar sein – verstecken musst du sie nicht.

Ob Businesskleidung dekolletiert sein darf oder nicht, ist ein wenig umstritten. Man sagt allgemein: das weiche Gewebe (im Klartext: das Fettgewebe) soll nicht sichtbar sein, also die Stelle, an der sich deine Brust deutlich nach außen wölbt. Mag ja sein, dass es selbstverständlich ist, aber ich sage es trotzdem mal: Der BH sollte sich nicht deutlich unter der Bluse abheben – schon gar nicht farblich.

Und wenn du deine Brüste schön dekoriert vorzeigen willst?

Und was, wenn du eher „das Andere“ erreichen willst, nämlich zwar dezent, aber unausweichlich auf die Schönheit deiner Brüste aufmerksam machen? Dann hast du viele Möglichkeiten, solange deine Brustwarzen nicht sichtbar sind. Dann geht selbst in der Öffentlichkeit fast alles. Mehr dazu bietet dir eigentlich jedes Modemagazin.

Klar bleiben jetzt viele Fragen offen: Welchen BH soll ich tragen, welche Blusen oder Kleider betonten meine Brüste, und wie verführe ich – wenn ich will – mit der Schönheit meiner Brust? Ist es sinnvoll, einem Mann die Brüste nackt zu zeigen oder sollte ich sie lieber etwas verdecken, wenn ich ihn verführen will?

Es gibt noch viele Frage zu beantworten - findet ihr nicht auch?

Wundersame Begegnung in einem Jazzkeller

Ich habe gehört, du suchst eine Frau, die etwas älter ist als du?" Ich saß in der schummrigen Jazzkneipe, in die sich nur selten jemand verirrt, der nicht zu den Stammgästen zählt. Die roten Backsteinwände des alten Kellers in der Altstadt waren nur von schummrigen Glühbirnen erleuchtet, sodass aus jeder Frau eine begehrenswerte Schönheit zu werden schien. Ich drehte mich um und sah in die begehrlichen dunklen Augen eines slawisch anmutenden, unendlich sinnlichen Gesichts. Es dauert eine Weile, bevor ich Worte fand: „Mag sein – aber woher wollen Sie so etwas wissen?“

Die Dame antworte nicht, sondern nahm an der Bar neben mir Platz. „Trinkst du einen Rotwein mit mir?“, fragte sie wie beiläufig, und ich beeilte mich nun zu antworten: „Ja, selbstverständlich, Frau … darf ich Ihren Namen wissen?“ Die schöne, betont sinnliche aussehende Frau lächelte ein wenig und wandte mir ihr Gesicht zu. Auch im roten Schummerlicht konnte ich erkennen, dass sie eher 40 Jahre als 30 war, und so alt hatte ich mir meine Freundin nicht vorgestellt. Ich hatte gerade meinen 22. Geburtstag gefeiert und war – ich muss es gestehen – immer noch Jungfrau. Noch ganz in Gedanken hörte ich sie sagen: „Oh, der Name – Schall und Rauch, nicht wahr? „Nenne mich Petruschka, das passt doch zu mir, oder etwa nicht?“

Ich dachte nach – ja, Petruschka, das schöne Püppchen, das durch Magie belebt wird, das gibt viel Raum für alle Arten von Fantasien. „Ich lächelte, als ich antwortete: „Petruschka ist doch ein Püppchen, wenn ich mich nicht irre? Liebst du Strawinski?“ Sie kräuselte die Umgebung ihrer wundervollen Augen und sah mich dabei verschmitzt an: „Das ist ein Test, nicht wahr? Was wäre, wenn ich Ballerina wäre?“ Nun musste ich lächeln. Hier verkehrten alle Arten von Frauen: Manchmal war es eine Hure aus der in der Bordellstraße, die sich in der Nähe befand, mal eine der feinen Damen, die auf dem Deich am Flussufer wohnten. Sie alle kamen hierher, um den Blues zu hören, sich an ihrer Einsamkeit und Tristesse zu laben und viellicht einmal eine besondere Begegnung zu haben. Nun, ich beschloss, nicht weiter zu bohren. Meine Petruschka trank vom Wein, wobei sie die Schlucke sichtbar schlürfend mit sinnlich gespitzten Lippen nahm, was mich unglaublich faszinierte, und sah mich nur an. Ich selbst war zu jener Zeit ungewöhnlich schüchtern, sodass ich kaum den Mund aufbrachte und nur den Blues mitsummte, der gerade lief: Love, oh Love, oh Careless Love“. Wieder lächelte Petruschka, und als ich nun so gar nichts zur Unterhaltung beitragen wollte, nahm sie meine Hand und sagte Leise: „Liebe ist immer ein Abenteuer – willst du nicht lieber an einen stilleren Ort gehen als hier?

Ich weiß nicht, warum ich ihr folgte, denn mit meinem Mut war es nicht weit her. Aber im nächsten Moment befand ich mich in den stillen, fast unbeleuchteten kleinen Gassen der Altstadt, ging durch einen Gang, der so schmal war, dass man ihn nur nacheinander passieren konnte, und stand plötzlich vor einem zierlichen, schmalen Haus, das aus dem 16. Jahrhundert stammen musste. Petruschka blieb kurz stehen, sah mir tief in die Augen und sagte sehr leise. „Ich habe Sekt, ein Bett, werde nicht schwanger und ich bin feucht – reicht dir das, um mit mir hinaufzugehen?“

Ich wusste kaum, wie mir geschah, muss aber wohl ein „Ja“ gestammelt haben, und nach zwei engen Treppen befand ich mich in einem wunderschönen, holzvertäfelten Raum, der nur durch eine winzige Nachttischlampe mit einem roten Schirm beleuchtet wurde. Petruschka öffnet den Sekt, stieß mit mir stehend an und sagte sofort, sehr, sehr leise: „deshabillez moi“ – „zieh mich aus“.

Ich gehorchte, und meine Liebeslust schwoll innerlich ebenso stark an wie sie meinen Penis nach außen trieb. Ich hatte zuvor kaum bemerkt, dass sie leichtes, seidenes Kleid trug, und darunter ebenso seidige Dessous. Erst jetzt nahm ich ihre lustvollen, kleinen Brüste wahr, deren Nippel aus sanften Wölbungen hervorstachen. Eine Frau mit einem wunderschönen, jugendlichen Gesicht, dem schlanken Körper eines jungen Mädchens und sinnlichen Augen – wer fragt da nach dem Alter?

Ich räusperte mich, weil ich nun eine Prozedur erwartete, die jeder Mann hasst: Ein Vorspiel, an dessen Ende dann der erbärmliche Versuch steckte, mir die Wonnen der Liebe zu schenken, selbst wenn die Frauen eigentlich gar nicht bereit waren und mir nur „etwas gönnen“ wollten. Ich hatte schon mehrfach dabei versagt, weil ich die Frauen einfach nicht verletzen wollte, wenn sie eng und trocken dalagen – vielleicht war ich deshalb noch Jungfrau.

Petruschka lächelte erneut und sagte nun sehr leise: „Du ziehst dich einfach auch aus, und du wirst erleben, wie schön die Liebe sein kann, wenn man eine wirklich zärtliche Freundin hat.“

Sie legte sich einladend auf das Bett, und als ich mich umständlich ausgezogen hatte, erwartete sie mich bereits mit keck geöffneten Schenkeln, die sich mir bis heute einprägten und mich immer noch zum Träumen bringen. Ich musste fast nichts tun: Sie führte mich mit leichter Hand, ihre Feuchtigkeit ermöglichet mir, sofort mit jenem wundervollen Spiel zu beginnen, auf das ich so lange gehofft hatte, und sie hatte die Fähigkeit, sich und mir noch zwei Wiederholungen zu gönnen. Am Morgen waren Stimmen in der Gasse zu hören: „Ach, Kinder, wir schauen noch schnell bei der Oma vorbei, bevor ihr zur Schule geht“, und bald darauf hörte ich kleine Schritte auf den Treppen. Meine Petruschka erwachte wie vom Blitz getroffen, rief schnell noch: „Wartet, Kinder die Oma ist noch nicht angezogen“ und warf sich einen Morgenmantel über, kämmte sich notdürftig und ging in einen benachbarten Raum. Von dort war eine Erwachsenstimme zu hören: „Hey, du siehst aber gut aus, Mutter“, und die Kinder riefen „Oma, Oma, du stehst aber heute spät auf“.

Die Kinder gingen, und Petruschka kam wieder in den immer noch abgedunkelten Raum – wieder nackt und so, als sei nichts geschehen. „Komm, es gibt noch Süßigkeiten vor dem Frühstück“ sagte sie leichthin, und begann, mir die Wonnen der Liebe mit dem Geschick ihrer Hände und der Lust ihrer Lippen zu versüßen.

Einmal kommt der Abschied, doch zu meiner Überraschung sagte Petruschka nun: „Weiß du, wo du bis oder wie ich wirklich heiße?“ Ich verneinte, und in der Tat deutet nichts auf ihre Identität hin. Etwas traurig ergänzte sie: „Dann ist es besser, dass du es nie erfährst“. Sie zog sich konservativ mit Hose, Pulli und flachen Schuhen an, und legte mir eine Maske an, durch die ich meine Umgebung nicht mehr sehen konnte. „Keine Angst, Cherie, ich führe dich jetzt durch ein paar stille Hinterhöfe zurück in die Nähe eines Taxistandes. Du nimmst die Maske dann nach einer Minute ab, versprichst du es?“

Ich hätte ihr alles versprochen, so verwirrt war ich, und in der Tat führte sie mich fast zu dem Ort, an dem wir uns kennengelernt hatten. Ich wartete wahrhaftig fast eine Minute, nahm die Maske ab, und blinzelte in die Gegend. Es war eine stille Straße, in der um diese Zeit kein Mensch zu sehen war.

Ich muss gestehen, am nächsten Tag nach jedem Haus gesucht zu haben, in dem ich meine Jungfräulichkeit verlor, doch obgleich ich einen ganzen Vormittag in der verwinkelten Altstadt verbrachte, gelang es mir nicht, auch nur eine Spur davon zu finden. Wiedergesehen habe ich sie niemals – nicht im Jazzkeller, nicht im Theater und auch nicht beim feinen Konditor in der Innenstadt, bei dem man sonst gelegentlich feine Damen sieht, die ein kleines Geheimnis haben. Heute, nach gut 18 Jahren, wüsste ich gerne, wer diese wunderschöne, geheimnisvolle Frau war, doch nun ist es wohl zu spät.

Das erste Mal …

Wir suchen Autorinnen und Autoren, die „das erste Mal“ schreiben wollen – und zwar über „ein erstes Mal“, also nicht über „das erste Mal“. Darüber gibt es schon viel zu viele Berichte, und im Grunde lesen diese Geschichten nur Teenager, die wissen wollen, was sie erwartet, wenn sie demnächst ihr „erstes Mal“ erleben.

Das erste Mal … was haben wir da nicht alles erlebt, nicht wahr? Die erste Freundin, die uns ganz kirre gemacht hat, das erste Mal einen BH aufgenestelt, das erste Mal einer Frau die Brüste gestreichelt, das erste Mal eine Dame in frivolen Dessous gesehen, das erste Mal, dass die Zunge ihren Weg in den Mund einer Frau fand, das erste Mal, als mehr von uns gefordert wurde, als wie geben konnten.

Wir erinnern uns ja an die „ersten Male“ immer nur dann, wenn sie wirklich sensationell waren, und „das berühmte erste Mal“ ist da manchmal sicherlich nicht das schönste oder aufregendste „erste Mal“, das ihr erlebt habt. Wir glauben, dass wir „Hundert mal das erste Mal“ zusammenbringen – aber nur dann, wenn ihr mithelft.

Schickt uns, was ihr wollt – vom Fragment bis zur Novelle – aber ihr müsst „das erste Mal über ein erstes Mal“ schreiben. Um es euch etwas leichter zu machen, hat unser Autorenteam Beispiele vorbereitet, die ihr euch durchlesen könnt und dabei schauen, ob etwas für euch dabei ist. Wir geben euch auch gerne Hinweise, wie ihr euer Geschichten aufbauen könnt, damit sie interessanter werden. Ihr behaltet die Rechte (Copyright) an der Geschichte, falls wir sie im Original veröffentlichen sollen und können. Nur, wenn wir die Geschichte anhand eines Fragments schreiben sollen, beanspruchen wir das vollständige und unverbrüchliche Copyright an der vollständigen Geschichte.

Was wir davon haben? So gut wie gar nichts. Wir finden inzwischen nur, dass dieses „berühmte erste Mal“ wirklich zu ausgelutscht ist, um noch interessant darüber zu schreiben.

Also dann: Mal los, Freundinnen und Freunde. An die PCs – und dann schreibt bitte, dass die Socken qualmen.