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Die Dompteuse mit der Peitsche

Das Details offenbart die Erotik der Dompteuse
Die Bilder von Frauen, die erotisch gekleidet und mit einer Peitsche bewaffnet abgebildet wurden, begeisterten schon unsere Vorfahren.

Das Original in Farbe
Da es nicht möglich war, solche erregenden Bilder öffentlich zu verbreiten, griff man in die Trickkiste: Im Zirkus traten Frauen ohnehin leicht bekleidet auf. Und wenn man nun eine „Dompteuse“, heute wohl als Tierlehrerin bezeichnet, mit ein paar wild aussehenden Raubkatzen in der Manege abbildet? Dann war möglich, was sonst höchst degoutant gewesen wäre. Und wiel man derartige Abbildung tatsächlich als Zirkusplakate verwendete, fielen sie auch nicht der Zensur zum Opfer.

In Schwarz-Weiß eher blässlich
Einerseits bewunderten dann alle den Mut dieser Frauen, sich den Tigern oder Löwen zu nähern, und andererseits wünschte sich mancher Herr, die Rolle des Tigers einzunehmen. Ich kannte die Abbildung bisher nur in Schwarz-Weiß, wie sie in dem Buch „Artisten- und Zirkusplakate“ (Leipzig 1975) gezeigt wurde. Dort ist ihr künstlerischer Wert allerdings kaum erkennbar.

Es gibt recht viele Bilder in dieser Art von Dompteurinnen der 1900er Jahrhundertwende, aber kaum eines ist so sinnlich ausgeführt wie dieses, das um 1900 entstand. Tatsächlich hatte der „Cirque d’Hivier“ eine namhafte „Dompteuse“, die auf dem Bild allerdings idealisiert dargestellt wurde. Als Künstler ist ein gewisser J. Boichard vermerkt. Es gibt inzwischen zahllose Nachdrucke in unterschiedlichen Formaten.

Comtesse de X, mit Maske, Anno 1895
Auch sehr interessant ist die etwas naturalistischere Zeichnung, die im „Le Petit Journal“ von 1895 abgebildet wurde. Bei der Artistin handelte es sich um eine als „Comtesse de X.“ agierende Zirkusfrau, die stets mit Maske abgebildet wurde.

Die sexuelle Disziplinierung – die neue Mode?

Menschen mit sozial korrekten Ansprüchen sollten mal schnell weglesen – hier geht es nicht um Simone de Beauvoir, und eigentlich geht es hier gar nicht um etwas wirklich Wichtiges, sondern um ein Spiel mit Dominanz und Unterwerfung.

Dahinter steht offenbar eine neue Mode: die „Sexuelle Disziplinierung“. Grundlage sind die Wünsche von vielen Frauen und Männern, einmal spielerisch erniedrigt zu werden, und die Bücher wollen dazu Anleitungen geben.

Geschlechtsneutral wird zunächst beschreiben, wie die sexuelle Disziplinierung eingeleitet und sodann verfestigt werden kann, und manche Autorinnen und Autoren wenden sich dabei an beide Partner: Wie lerne ich Dominanz, und wie lerne ich Unterwerfung? Ist das Buch klug geschrieben, was eher selten ist, so werden die innerpsychischen Prozesse sorgfältig abgewogen und die Risiken und Chancen ebenso intensiv diskutiert, denn lesenswert kann in jedem Fall sein, was während der Rollenspiele bei Männern und Frauen in beiden Positionen vor sich geht.

Die Bücher, die etwas härter und eindeutiger „zur Sache“ kommen, wollen Anleitungen für Männer sein, Frauen sexuell zu disziplinieren und Anleitungen für Frauen, Männer in ähnlicher Weise an die Kandare zu nehmen. Dann heißt es beispielsweise:

Für Männer zur Dominierung von Frauen:
Die sexuelle Disziplinierung der Frau: Dein Wille liegt in meiner Hand!

Für Frauen zur Dominierung von Männern:
Die sexuelle Disziplinierung des Mannes: Der Weg zur perfekten Domina!

Für Frauen, die sich gekonnt unterwerfen wollen, gibt es ebenfalls Bücher, für Männer fehlen sie noch:
Die Kunst der weiblichen Unterwerfung: Eine Anleitung für Einsteiger

Dafür gibt es für Möchtegern-Sklavenhalter aber etwas Besonderes, nämlich eine Anleitung:
Wie Mann seine Sklavin findet. Und behält.

Es handelt sich also um eine Art Beratungsliteratur – nur wer wird hier eigentlich beraten, und zu welchem Zweck?

Machen wir es kurz: wenn diese Anleitungen überhaupt einen Sinn haben, dann für Paare, die sich beide für Spiele mit der Dominanz interessieren. „Sexuelle Disziplinierungen“, die darüber hinaus gehen, sind Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte. Sollte ein Partner sogar glauben, den anderen mit einer „modernen „Gehirnwäsche“ grundlegend einschüchtern zu können, so ist die Grenze zur Grauzone der Versklavung bereits erreicht. Eine spielerische „Sexuelle Disziplinierung“ kommt hingegen eher einer neuen Verführung nahe, die ähnlich erregend sein kann wie die Verführung zur ersten Liebesnacht.

Zwischen einer echten „sexuellen Disziplinierung“ und dem Spiel mit der Dominanz und Unterwerfung liegen also Welten. Ich kann allen Menschen nur raten, vorsichtig zu sein, bevor sie sich in die völlige psychische und physische Abhängigkeit eines anderen Menschen oder gar einer Gruppe begeben.