Skip to content

Erfolg bei Causal Dating? Alle bringen Tipps … wir auch

lieber spielerisch verführen als mit schönheit zu glänzen
Alle bringen Tipps, aber nicht alle sprechen das gleiche Publikum an – deshalb muss man vorsichtig sein, wem man glauben will. Männliche Draufgänger wirken manchmal ausgesprochen „cool“, aber Männer, die sich nach und nach in die Herzen einschleichen, haben ebenfalls eine Chance. Bei Frauen liegen die Verhältnisse anderes: Die meisten Frauen glauben, dass ein schönes Gesicht und ein perfekter Körper die entscheidenden Schlüsselreize auslösen – aber die Wahrheit ist das nicht, denn gerade beim Casual Dating will der Mann keine Frau zum öffentlichen Vorzeigen, sondern eine, die einem in der Stille das Leben versüßt.

Doch was muss all dem vorausgehen? Die Britische Casual Dating Seite BeNaughty will es genau wissen: sie hat deshalb fünf Tipps für ihre Mitglieder zusammengestellt, die zunächst verblüffen – uns aber schon lange nicht mehr, und wir haben kurzerhand nur die Überschriften übernommen, um dann unsere Meinung zu schreiben.

1. Selbstsicher und wagemutig sein
Dieser Rat gilt natürlich nur für den Vorsatz, jemanden wirklich anzusprechen. Für das Daten geilten die üblichen Sicherheitsregeln. Wer bei Casual Dating ohne Kondome geht, ist zu blöd für Casual Dating.
2. Sie ehrlich – sag, wer du bist
Es gibt genügend kleine Schweinchen, da draußen – sie lügen, weil sie sonst niemanden ins Bett bekommen würden. Tu es nicht. Lüge niemals, aber sag ihm/ihr weder deine Adresse noch deine Telefonnummer, wenn es wirklich nur für eine Nacht oder ein Wochenende sein soll. Lügen – nein Schweigen ja - ist eine der besten Voraussetzungen beim Causal Dating.

3. Dein Foto
Wenn du es dir leisten kannst, dien Foto freizuschalten: Ja, dann brachst du ein einladendes Porträt ohne allzu viel Brust – und bitte nicht frivol. Auch die Briten sagen: Kein Foto aus deiner Grabbelkiste, sondern ein Foto, das einladend wirkt. Bei Männern gilt das Gleiche: Ein T-Shirt kann so gut wie ein Anzug sein – beides ist besser als ein nackter Oberkörper. Sei aber vorsichtig mit Fotos, wenn du nicht willst, dass alle Welt weiß, dass du im Internet nach Bettgefährten oder -Gefährtinnen suchst.

4. Klare Ansage, was man von dir haben kann
Sag klar an, was man von dir haben kann und was du suchst. Die pragmatischen Briten sagen, du solltest weder deine eigene Zeit vertrödeln noch anderen die Zeit stehlen, weil von vornherein gar nichts klar ist. Du musst nicht sagen, dass du ONS willst – aber du solltest sagen, ob man dich nur für ein paar Tage oder auch für länger haben könnte – und, vor allem, für was du zu haben bist. Das musst du nicht detailliert äußern wie die Konkurrenz, die „Liebe gegen Taschengeld“ verkauft. Es wäre aber sinnvoll, wenn du einen Satz darüber verlierst, ob du nur mal wieder mit jemandem ins Bett willst oder dir ein Wochenende auf einer einsamen Hütte vorschwebt oder du gar in ein Wellness-Hotel eingeladen werden möchtest.

5. Es soll Freude machen
Dating soll generell Freude machen und Causal Dating erst recht. Fasse deine Dates so auf, dass sie in jedem Fall in irgendeiner Weise Freude bringen: Wenn der Sex nicht viel getaugt hat, was vielleicht das Abendessen super oder du hast die vielen Augen genossen, die auf dich gerichtet waren. Der Supertipp: Frauen sollten nicht so sehr darauf achten, dass alles am Äußeren stimmt, sondern dass sie sich die richtige Verführstrategie zurechtlegen: Tu so, als ginge alle Initiative vom Mann aus, aber verführe ihn nach Strich und Faden und schick ihn, wenn er das mag, durch Himmel und Hölle der Liebesfreuden.

Der neue feministische Sexismus

Manchmal wird beklagt, dass Sexismus ein neues Zeitphänomen ist, das vermieden werden sollte. Doch was ist eigentlich mit dem Sexismus, der von Frauen ausgeht? Jener Sexismus, der in etwa aussagt Was Frauen sexuell tun, ist von Natur aus gut und richtig, Männer aber müssen diszipliniert und letztendlich dadurch gedemütigt werden, dass sie erst einmal Bittsteller an der Bettkante der Frau sein müssen – die nonverbale Übereinkunft reicht nicht mehr.

«Sie müssen eine Frau vor jeder sexuellen Handlung fragen, ob es in Ordnung ist, gleich, ob die Frau oder Sie selbst die sexuellen Aktivitäten initiieren oder lenken. Fragen wie „ist es in Ordnung für dich, wenn …?“, „Kann ich …?“ „Können wir …?“… sind Beispiele, um die Übereinstimmung festzustellen, wenn Sie eine neue sexuelle Beziehung beginnen.»


Abgesehen davon, dass eine klassische wie auch eine moderne sexuelle Beziehung ein kompliziertes Kommunikationsgeflecht beinhaltet, das derartige Fragen oftmals ausschließt: Vielleicht sagt mir ja mal jemand, wo die Stelle ist, in der ich SIE fragen muss, wenn SIE verführt?

Die neuen sexistisch-feministischen „Standards“ dieser Denkweise werden noch deutlicher, wenn man weiterliest, welche Aufgaben Frauen eigentlich in dieser Konstellation haben:

«Für Frauen gilt: Sie sollten darüber nachdenken, was Sie später wollen und dies mit ihm/ihr besprechen, bevor Sie auf der Couch oder im Bett landen.“ »


Nun lassen Sie es mich mal so sagen: Wenn man die Meinung über Frauen auf beide Geschlechter projizieren würde, dann wäre ja gar nichts gegen derartige Aussagen einzuwenden, deshalb nochmals:

„Bevor Sie eine sexuell motivierte Verabredung treffen (beispielsweise ein Causal Date mit dem Ziel, schnellen Sex zu haben), sollten Sie sich Zeit nehmen, miteinander zu besprechen, wie weit sie bei ihren sexuellen Aktivitäten gehen wollen.“


immer erst fragen, dann handeln - egal, wer wen verführt
Man kann sich nur wundern über die „doppelten Standards“, die Frauen nun für Männer und sich selbst setzen. Die Philosophie, die dahinter steckt, ist weibliche Überheblichkeit: Wir sind die Königinnen der Erde, und nun angetreten, die Liebe vollends zu regulieren.

Übrigens: Haben Sie bemerkt, dass der Mann die FRAU FRAGEN soll, ob er dies oder jenes darf, während die Frau vor dem Geschlechtsverkehr mit ihrem IHM/IHR (also auch mit einer lesbischen Geliebten) BESPRECHEN soll, bevor sie aktiv wird?

Anderer Meinung? Willkommen! Aber bitte möglichst qualifiziert. Beiträge werden moderiert.

Die codierte Lust-Sprache, Frauen und Casual Dating

Die „Codierung“ einzelner Begriffe, um sexuelle Lüste zu vertuschen, ist bereits in der überhitzten bürgerlichen „Götterdämmerung“ der 1900er Jahrhundertwende zu erkennen. Damals entstanden Begriffe wie „Privatsekretärin“ für die Geliebte eines Geschäftsmannes, „strenge und unnachgiebige Gouvernante“ für das, was wir heute eine Domina nennen würden, und „Französischlehrerin“ für eine Hure, die orale Lüste anbietet.

Bis in die Neuzeit: Codierte Sexwünsche

Ein Teil dieser Sprachrereglungen hat sich bis in die Neuzeit erhalten. Zwar ist Prostitution in Deutschland nicht mehr verboten, aber die Ankündigungen der Huren müssen sich doch im Rahmen der üblichen Gepflogenheiten halten, was im Endeffekt bedeutet, dass die Dienste in offene Medien dezenter angeboten werden müssen als in Über18-Online-Angeboten.

Um auch in mehr oder weniger seriösen Medien annoncieren zu können oder in den nach wie vor offenen Anzeigenbereichen im Internet, benutzen aber nicht nur typische Huren Abkürzungen. Auch andere lustvolle Menschen, die ungewöhnliche Begegnungen suchen, verschleiern ihre Absichten gegenüber der Öffentlichkeit.

Die sonderbare Welt der erotischen Abkürzungscodes

Besondere Sprachregelungen gelten vor allem bei den Abkürzungen, die in vielfältiger Weise benutzt werden. Zumeist werden dabei die Praktiken in der Abkürzungsform beschrieben. Die erwartet oder geboten werden, aber auch die Art, in der sie ausgeführt werden. So bedeutet „a.o.“ „alles ohne Kondom“ – möglicherweise eine spektakuläre, aber eben auch eine äußerst gefährliche Spielart der Sexualität.

Besondere Sensibilität beim Lohn für die Lust

wollen wir nicht doch erst einmal nachsehen, was der herr mit "erziehungsfragen diskutieren" gemeint hat?
Da verschiedene Medien auf keinen Fall erlauben würden, Preise für sexuelle Dienstleistungen zu nennen, aber auch vermeiden wollen, dass die entsprechenden Inserenten überhaupt als sexuelle Dienstleister zu erkennen sind, wird vor allem bei der Frage, ob Geld gefordert wird, in vielfältiger Wiese herumgetrickst. Hier ist ein bunter Strauß von Wortblüten entstanden, etwa, man habe „finanzielle Interessen (fi)“ oder man erwarte ein „Taschengeld“ (TG). Besonders blumig klingt der Hurenlohn im Bereich der auf Stil bedachten Domina-Branche: Dort wird entweder mit dem geschäftsmäßigen „Honorar“ geworben oder auch mit dem Wort „Tribut zahlen“ gearbeitet. Frauen, die gar keine Angaben zur „Taschengeldpflicht“ machen will, sagt einfach, sie suchten einen „solventen Herrn“, einen Geschäftsmann oder einen „Gentleman“.

Private Anzeigen von Frauen wurden fast stets codiert

Allerdings verwendet nicht nur die Rotlicht-Branche Verschleierungen. Auch „ganz gewöhnliche“ Frauen tarnen ihren Wunsch nach „Casual Dating“. Über Jahre hinaus war die Formulierung „für alles Schöne“ ein sicherer Hinweis darauf, dass das Bett der Dame schon gemacht war, und ähnlich war es mit dem Satz „für alles, was zu zweit mehr Freude macht“. Wer einen ONS suchte, sprach von einer „modernen Beziehung“ oder davon, dass man „zugänglich“ oder „zärtlich“ sei.

Daran hat sich nicht viel geändert, denn immer noch schämen sich Frauen, in Anzeigen ihre wirklichen Wünsche offen darzulegen, weil sie letztendlich fürchten, diffamiert zu werden, falls diese Wünsche an die Öffentlichkeit kommen sollten. Als damals eine Dame offen annoncierte, sie suche „Begegnungen in Körper, Geist und Seele“ stand die halbe Presse Kopf – das war anno 1973, als eine solche Frau noch als „an Promiskuität und Nymphomanie und Exhibitionismus sowie an Sadismus erkrankte Hausfrau“ geschildert wurde.

Auch heute noch wird das Schlampensiegel schnell aufgedrückt

Leider wird Frauen, die zu ihrem Wunsch nach spontanen körperlichen Begegnungen stehen noch immer das „Schlampensiegel“ aufgedrückt, sodass es nicht verwunderlich ist, wenn solche Frauen gezielt auf Casual Dating Agenturen zugehen, in denen ihnen sie wenigstens eine gewisse Sicherheit gegenüber Nachstellungen und übler Nachrede geboten wird.

Langfristig gesehen hat das „Casual Dating“ innerhalb der geschützten Umgebung von Agenturen also einen Sinn bekommen. Voraussetzung ist allerdings, dass auch sie selbst alles dafür tun, um ihre Identität zu verschleiern – denn im Casual Dating gilt: Je weniger der Dating-Partner erfährt, umso weniger erfährt auch sein Umfeld von der geheimen Lust, die beide miteinander teilen.