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Die Furcht vor der Lust kann den Genuss verhindern

Keine Lust ohne Furcht vor der Lust - oder?
Vor dem Erfolg kommt die Furcht vor dem Erfolg. Oder negativ ausgedrückt: die Angst vor dem Versagen, vor Schmerz, Pein, Erniedrigung oder Verachtung.

Das gilt für den beruflichen Erfolg, aber sicher auch für den Erfolg schlechthin. Wahrscheinlich hast du es schon erfahren: Der Rat der Tanten und Onkel „Lerne hart, damit du viel weißt und kannst, dann kommt der Erfolg von selbst“ taugt nichts. Wenn du das machst, wirst du zu einem Streber, der so lange wie ein ein aufgezogenes Kaninchen hoppelt, bis die Batterie aufgebraucht ist. Nein, wenn du Erfolg haben willst, musst du Hürden überwinden, Regeln brechen und vor allem beweisen, dass du keine Angst hast, Risiken einzugehen.

Die Furcht vor der Lust
Was für den Beruf gilt, gilt auch für die Lust. Wahrscheinlich weißt du es selbst: das Lampenfieber vor dem „ersten Mal“ und vor jedem weiteren „ersten Mal“, bei dem etwas geschieht, was du noch nicht kennst. Doch wenn du es erleben willst, dann musst du abermals eine Hürde überspringen. So, wie Konfuzius es sagte (aber etwas anderes meinte): „Der Weg hinaus ist durch die Tür.“ Oder: Du kannst nur etwas Lustvolles erleben, wenn du die Lust hereinlässt oder du in die Lust hinaustrittst.

Dies ist für viele Menschen ein Problem. Für junge Männer, die irgendwie nie auf den Zug der Lust aufgesprungen sind, und für Frauen um 50, die sich nicht erneut trauen, ihre Lust in den Vordergrund zu stellen.

Egal was, egal wie, egal wann: Die Furcht kann den Weg zum sinnlichen Glück zerstören, und dabei fällt mir wieder die alte Psychologenfrage ein: „Was kann den schlimmstenfalls passieren?

Meist fällt den Menschen, die ich dazu befragte, nichts ein. Viel Selbstbewusstsein, ein wenig Menschenkenntnis, etwas Vorsicht und ein paar kleine Hilfsmittel für alle Fälle – das müsste reichen.

Und was meint ihr?

Bild mitte: Gustav Dore, Andromeda, entstanden 1869

Den Rock hoch in den Ruinen

Damals in den Ruinen – die Eltern hatten uns schon davor gewarnt, als wir noch kleine Kinder waren. Einstürzen könnten sie, die Reste „einsteinscher“ Wände, und überhaupt sei es nicht geheuer in den Ruinen. Von den Resten der Brandbomben bis zu de Seelen der hier Verstorbenen, von perversen Männern bis hin zu Pärchen, die sich hier gelegentlich trafen, um etwas zu tun, was wir zu Hause nicht einmal aussprechen duften. Doch Tags fanden wir dort Schnecken, Glassplitter und dann und wann eine merkwürdige Münze, solche, die es gar nicht mehr gab. Vor allem aber hatten wir hier unsere Ruhe, denn niemand wagt es, uns hier zu beobachten.

man erinnert sich immer nur an das schöne daran
Als wir älter wurden, gab es drei Möglichkeiten, mit Jungs allein zu sein: am Ufer des Flusses, das dicht zugewachsen war, in einer Gartenlaube und in den Ruinen. In den Gartenlauben war es am schönsten, aber auch am Gefährlichsten, weil die Laubenpieper einander scharf im Auge behielten. Am Fluss war es sicher, aber eklig, weil dauernd fette Flussratten herumstrichen, und eigentlich ging es nur nachts. Ja, und dann gab es die Ruinen, da ging es auch am frühen Abend. Ich kannte ein paar Mädchen, die neugierig waren, wie Jungs so aussehen. Da krallte man sich irgendwo einen Jungen, versprach ihm was und gingt mit ihm in die Ruinen. Der war froh, mal eine nackte Brust zu sehen und wir Mädchen sahen uns den Pimmel an, als wir noch fast Kinder waren. Doktorspiele nannte man das, und die waren schrecklich verboten. Eine Klassenkameradin wurde dabei mal vom Musiklehrer erwischt, der von seiner Wohnung in eine der Ruinen hineinsehen konnte. Ihre Mutter haute sie grün und blau, und sie musste runter vom Gymnasium.

Später sind wir dann mir richtigen Jungs in die Ruinen gegangen, und das war so: Wir wussten, dass uns da etwas blühen würde, was nicht gut für uns war. Natürlich haben wir die Klassenkameradinnen oder Freundinnen gefragt, die schon mal „in den Ruinen waren“. Einige haben gesagt, sie würden es nie wieder tun, eigentlich die meisten. Meine damalige Freundin Karin sagte, einmal wäre sowieso das erste Mal, und in den Ruinen würde man wenigstens nicht gestört dabei. Das habe ich mir zu Herzen genommen.


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Die Jungs wussten, wo sie die Mädchen treffen konnten, die es probieren wollten. Unten beim alten Ofensetzer, wo ein paar Kastanienbäume standen. Man musste im Sommer oder Herbst hingehen, die Bluse ein bisschen aufknöpfen und die Lippen knallrot schminken. Das dufte die Mutter natürlich nicht sehen, und so schminkten wir uns erst im Freien mit kleinen Reklamespiegeln. Die roten Lippen waren das Zeichen, dass wir es versuchen wollten. Na, und dann kamen die Jungs, um sich mit uns zu verabreden bei Nummer 180a oder so, meistens so gegen Abend, halb neun. Dann war es dunkel genug und man konnte bis zehn wieder zu Hause sein.

Gerüchte, was da passierte, gab es überall, aber das Meiste war übertrieben. Nein, es kam nicht immer bis zum „Letzten“. Manchmal war die Angst größer als die Neugierde, und mal wollte das eine Ding einfach nicht in das andere Ding, dann hat man sich anders beholfen. Aber irgendwie vergisst man das alles nie. Den Rock hoch, die Angst im Nacken, und dieser Geruch von feuchten Ziegelwänden, Männerschweiß und dem Duft der wilden Kräuter. Jetzt, wo ich älter werde, denke ich an diesen Geruch, wenn ich bei einem Date bin und die Männer quatschen und quatschen. Dann sehne ich mich danach, wie mich starke Männerhände gegen die Reste einer kalten Ziegelwand pressen, währen der Wind meine nackte Scham umspielt.

Ihr wollt lesen, wie es weiterging? Lieber nicht. Lassen wir es mal bei dieser aufregenden Erinnerung.