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Mann oder Porsche mieten?

Meine Freundin Hannelore kriegt immer gleich Schaum vor ihren süßen Kussmund, wenn sie hört, dass ich über das Mieten schreiben will. Nicht, dass sie nicht schon mal einen VW-Golf, ein Wochenendhaus oder sogar eine ständige Wohnung gemietet hätte, aber ein Mietrammler war noch nie im Programm.

Nun ist es nicht so, dass die Männer an ihrer Türschwelle in Zweierreihen stehen und mit offenen Mündern nach ihr lechzen. Nö – eher ist das Gegenteil der Fall. Falten, Krampfadern, Brille, schlaffer werdende Brüste und mit 40 bereits stark angegrauten Haaren machen der Ex-Vollblusenschönheit, die einmal schwarzbraun wie die Haselnuss und glutäugig wie die Sünde war, inzwischen schwer zu schaffen.

Hannelore in Konkurrenz zur Fleischerwarenverkäuferin

Doch wie jede Frau, weiß auch Hannelore, wie man so was macht - geht man eben in Bars, die nicht so stark beleuchtet sind, richtet die ganze Flak vom Blicken auf die Männer, die abgeschossen werden sollen und zeigt durch dezente Hinweise, dass man auch im Bett mehr kann als die Fleischerwarenverkäuferinnen und Krankenschwestern, die hier ebenfalls ihr Glück suchen.

Na also – da braucht die Frau keinen Porsche Cabrio, um vor der Hotelbar vorzufahren, oder wie nun?

Ganz anders war das ja bei Evchen. Die hatte sich einen Golf Cabrio (man beachte den Unterschied!) zugelegt, und fuhr dann mit Natur-Blondhaar (da sieht man die grauen Strähnen noch nicht so) beim Date vor. Damit hat sie tatsächlich ein paar abgewrackte Scheidungsleichen ins Bett gekriegt und einmal sogar eine Beziehung für sechs Wochen – war aber leider verheiratet, der Typ, und das Evchen hat sich ganz furchtbar schrecklich aufgeregt.

Mieten - Mann, Porsche oder lieber gar nichts?

Also, wie denn nun? Golf Cabrio kaufen, Porsche mieten oder doch lieber Mann mieten?

„Ökonomisch betrachtet“, sagt dazu unsere Benimm-Beraterin Frau Eleonore von Gestern, „ist das alles nicht sinnvoll“. Sie rät dazu, keine Mietrammler (allein der Ausdruck, aber Herr Gramse!) zu nehmen, sondern sich ein Arsenal von kostengünstigen bis kostenfreien Begleitern zuzulegen: Theater, Oper, tanzen gehen, Popkonzert besuchen, essen gehen … für jeden Zweck einer. „Es ist doch nicht völlig abwegig, den Herrn hernach noch zu einer Tasse Kaffee einzuladen?“ lächelt Frau von Gestern.

Ja, da hat sie recht. Lädt ein Mann eine Frau, die eigentlich nix als Begleiterin sein will, zum Kaffee ein, so sagt sie sich: „Scheiße, will ich eigentlich mit dem bumsen?“ und sagt dann: „Nein, ich glaube, ich vertrage jetzt keinen Kaffee mehr“. Fragt aber eine Frau einen Mann, dann sagt er sich: „Na, besser als gar keine – und irgendwie werde ich schon einen hoch kriegen“.

Uff … also nun mal der Reihe nach, Frau von Gestern – wie ist das denn nun so? „Ach, sagt die Frau von Gestern, „wenn Sie es denn wirklich wissen wollen, Herr Gramse: Ein süßes junges Kerlchen für ausdauernde Begegnungen, einen hirnlosen Macho für gellende Lustschreie, und einen älteren Gentleman für Ganzkörperliebkosungen – das sollte fürs Erste reichen.“

Ja, und wie war das jetzt mit „Mann oder Porsche mieten“?

Da lächelt Frau von Gestern erneut und errötet nun erstmals ganz leicht: „Für den Mietpreis eines Porsche Cabrios bekomm eine Frau am Markt allerlei Mann“, sagt sie im vertrauten Flüsterton, „aber sagen Sie dies doch bitte nicht weiter, Herr Gramse.“

Ich – na ich werde doch so etwas nicht öffentlich verbreiten – so wahr ich Gramse heiße.

Hinweis: Es gibt weder Johann Fürchtegott Gramse, noch Hannelore, noch Evchen, und selbstverständlich auch nicht Frau von Gestern. Wenn Ihnen irgendjemand davon bekaknnt vorkommt - dann können wir es nicht ändern, denn die Realität ist noch wesentlich blumiger als die Fantasie.