Dominas: Henkerinnen oder Krankenschwestern?
Diejenigen, die sich als kompetent für das Geschäft der sogenannten Dominas ausgeben, schwanken wie ein Eselsschwanz zwischen zwei Extremen. Die einen halten Dominas für psychisch stark gestörte Existenzen, die möglicherweise bereits in ihrer frühen Jugend schlechte Erfahrungen gemacht haben. Sie behaupten, dass diese Art von Ladys Männer abgrundtief hassen und verachten und sich daher für den Beruf einer Domina entscheiden. Henkerinnen also, die vom Sadismus besessen sind?
Die anderen hingegen halten Dominas für Menschen, die aus finanziellem Kalkül den Beruf ergreifen, und dass sie ihre Kunde mindestens so sehr lieben, wie dies eine Psychotherapeutin oder medizinische Masseurin tut: Alles am andren hat ihr fremd zu sein außer der Kunst, die gewünschte Wirkung zu erreichen. Der Tätigkeit soll also ihre ganze Liebe gehören, nicht aber dem Menschen selbst – es scheint ähnlich zu sein, als wäre man eine Krankenschwester, die ja auch manchmal energisch werden muss, wenn der Patient nicht pariert.
Sicher – da gibt es auch noch andere Auffassungen, beispielsweise, dass sich die ältere Hure „die Stiefel anzieht“, um auf Domina umzusteigen, und natürlich lies man auch noch ab und an die Mitleidstheorie: Es handele sich um Frauen, die anderwärts keinen Broterwerb finden könnten und sich nun in die Niederungen des Rotlichtmilieus begeben müssten.
Diesem Hineinschlidder- oder Armutseffekt steht der werbewirksame Selbstbewusstseinseffekt gegenüber, den ich für ebenso verlogen halte: die sogenannte Lifestyle-Domina, die auch im Leben alles voll im Griff hat und der Frauen und Männer allüberall zu Füßen liegen.
Was meinen Sie? Sind sie eine der genannten Personen? Wollen Sie etwas dazu schreiben? Wünschen Sie ein Interview zum Thema?
Unsere Redaktion ist gespannt auf Sie. Bitte nehmen Sie ausschließlich per Email Kontakt auf. Wir melden uns bei Ihnen.












