Sex kostenlos kontra gekaufter Sex
„Jeder Mann, der etwas Wert ist“, so sagte jüngst eine angebliche Expertin für Beziehungsfragen, „kann Sex umsonst haben – wenn er bezahlen muss, ist dies die größte Kränkung, die ihm eine Frau antun kann“.
Das mag sein, doch offenbar lassen sich zwei Gruppen von Männern ganz gerne in dieser Weise kränken: Diejenigen, die tatsächlich „Sex umsonst“ haben könnten, aber aus vielerlei Gründen keine Beziehungen wollen und diejenigen, die niemals Sex haben können, wenn sie nicht bereit sind, dafür zu bezahlen. Hinzu kommt eine ganze Armada von Männern, die sich zwar ihren Sex kostenlos haben könnten, die aber dabei gerne auf die „zweite Wahl“ einerseits und „sexuelle anspruchsvolle Frauen“ andererseits gerne verzichten, sondern vor allem qualitativ hochstehende sexuelle Lüste erkaufen wollen. Nimmt man diese zusammen und legt noch ein paar „besondere Wünsche“ drauf, die „anständige Damen“, die man von Bartheken aufgabelt, nicht erfüllen – dann kommt man auf eine ziemlich große Anzahl von Männern, die lieber bezahlen und sich gut fühlen als etwas umsonst bekommen, was hinten und vorne nicht passt.
Seitensprünge sind für diese Männer nicht nur risikoreich, sondern auch viel zu kompliziert. Wenn der Termin eingehalten werden soll, die Qualität stimmen soll und der Termin folgenlos sein soll, dann ist das „Freudenmädchen“, heute meist Begleiterin genannt, die bessere Wahl als irgendeine Frau, die nicht genau weiß, was sie geben kann, aber exakte Vorstellungen davon hat, was sie bekommen will.
Bezahlter Sex kontra kostenlose ONS? Wer jung ist, einen Flop riskieren kann, „geben“ für seliger als „nehmen“ hält, mit späteren Schwierigkeiten umgehen kann und wer in sexuellen Abenteuern aller Art eine Herausforderung sieht, der mag „Casual Dating“ bevorzugen. Wer aber genau das bekommen will, was ihm mundet, wer verwöhnt werden will und das Erlebnis am nächsten Morgen mit Sicherheit beendet sehen will, der wird bezahlten Sex wählen.
Am besten natürlich: Weder bezahlter Sex noch ONS – doch dann gibt es eben nicht das volle Programm, sondern nur, was die jeweilige Geliebte oder Ehefrau schenken will – wenn man denn eine hat.
Casual Dating? Nein, danke – da sind immer zwei miteinander verknüpft, die beide erhebliche Risiken mit nicht voraussehbaren Folgen eingehen. Dieses Risiko wiegt in den meisten fällen nicht die Freude auf – wenn es denn überhaupt eine ist.
Bild &ocpy; 2007 by dpade 1337








