Wenn Frauen nach Schlägen lechzen
Sie trauen sich kaum, in Foren Stellung zu nehmen – jedenfalls nicht in Öffentlichen. Sie fürchten, von Sozialpädagogen, Psychotherapeuten und Psychiatern als behandlungsbedürftig angesehen zu werden – und dennoch gibt es sie: Frauen, die nach Schlägen lechzen.
„Die meisten Menschen können wirklich nicht zwischen Schlägen und Prügel unterscheiden“, sagte mir einmal eine Architektin, die dergleichen praktiziert. Sie brauchte lange Zeit, um ihren Partner davon zu überzeugen, dass sie es wirklich will, denn er dachte genau wie alle anderen wohlerzogenen Männer: „Frauen schlägt man nicht“. In ihren Rollenspielen wollte sie auch nicht „bestraft“ werden, sondern einfach die süße Lust an den Handschlägen erleben – nur manchmal dufte ihr Mann „Instrumente“ an ihr Verwenden. „Ich mag nicht immer ‘Chilli con carne‘“, sagte sie dazu lächelnd, „aber manchmal brauche ich Abwechslung“.
Insgeheim wünscht sich manche Frau die Wonnen der Schläge, wobei bisweilen auch härtere Varianten in Frage kommen. Doch zwischen den Wünschen der Frauen und denen der Männer klafft oft ein Unterschied: „Ich liebe es, von einem starken, liebevollen Mann geschlagen zu werden“, sagte kürzlich eine junge Frau, „aber die Liebe, mit der es geschieht, ist das Wichtigste dabei“. Psychologen werden enttäuscht sein: Die Dame wurde niemals von ihren Eltern geschlagen und hat auch sonst als Kind keine Schläge bekommen.
Wichtig ist ihr, dass „die richtige Person schlägt" – und sie es in einer Weise ausführt, die schöne Gefühle in ihr auslöst. Doch sie, die selber in Filmen auftritt, die das Thema abhandeln, warnt auch: Sie hasse es, wenn Frauen immer härter und härter geschlagen würden, wie es leider in der Erotikbranche üblich würde. (*)
Manche Wissenschaftler sehen die Sache nicht so negativ, wie dies Feministinnen üblicherweise tun: Es läge im Ermessen der Person, welche Aktivitäten ihnen Lust bereiten würden – gleich, ob dies nun „Masochismus“ oder nur die „Freude an Schlägen“ genannt würde.
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