Der Dreier in Anzeigen – genau hinschauen

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Dreier ist nicht gleich Dreier – diese Erfahrung mussten schon viele machen, die sich als „Dritte im Bunde“ bei einem Paar gemeldet haben. Nach einer ziemlich angejahrten Erhebung suchen 21,7 Prozent der Sexenthusiasten als Paar einen männlichen „Dritten“, während 15,7 Prozent als Paar eine Frau suchten. Spielmaterial für die Paare wollten 21,1 Prozent der Männer sein, während nur 0,7 Prozent der Frauen nach einem Paar lechzten. Daran dürfte sich inzwischen wenig geändert haben.

Beim Dreier ist es in der Regel so, dass ein Paar annonciert (oder antwortet), das bereits in einer lang anhaltenden Beziehung lebt. Als suchende Einzelperson muss man also davon ausgehen, dass beide zusammenhalten und auch „gegen den Dritten spielen“ können.

Die zweite, sehr wichtige Frage besteht darin: Wer zahlt eigentlich wen für was? Diese Frage ist nicht uninteressant, weil in allen Varianten Geld eine Rolle spielen kann oder auch nicht. Grundsätzlich zahlt bei erotischen Spielen der Bedürftigere: Will ein Mann also einem Paar bei Sex zusehen oder einen „flotten Dreier“ in Varianten genießen, so ist er der Kunde und zahlt. Hat das Paar hingegen dazu eingeladen, „für beide“ zuständig zu sein oder soll er die Dame des Hauses befriedigen, während der Ehemann zusieht, so geht das Honorar eher an den Herrn – in diesem Fall werden aber beide zunächst versuchen, die gewünschten Leistungen auch ohne Bezahlung zu bekommen – wir erinnern uns: Das Paar spielt immer gegen die Einzelperson.

Normalerweise wird die Frau „an die Front“ geschickt, wenn der fremde junge Mann eigentlich für den Ehemann reserviert ist. Sie bereitet dann den Besucher körperlich und emotional darauf vor, dass er auch die Bekanntschaft mit einem Mann machen wird - einmal in dieser Falle gefangen, wird es ihm schwer fallen, dem Honigtopf zu entfliehen. Wichtig ist daher, sich die erotischen Veranlagungen (beide bi, er bi, sie bi, beide hetero) genau anzusehen. „Cuckold-Fantasien“ bedeuten, dass der Mann die Ehefrau vor den Augen des inaktiven Ehemannes sexuell befriedigt.

Wird eine Frau als "Dritte" gesucht, so ist noch mehr Vorsicht geboten. In der Regel annoncieren Paare dann von vornherein damit, dass „sie leicht bi ist“, was zutreffen kann oder auch nicht. Möglicherweise wird die „Bi-Neugierde“ auch nur benutzt, um die alleinstehende Dame in ein sexuelles Abenteuer zu dritt zu ziehen. „Aufgeschlossen“ und „experimentierfreudig“ sind immer Anzeichen dafür, dass es darum geht, die sexuellen Möglichkeiten von Dreiern in zahllosen Rollenspielen abzuwandeln.

Gefährlich sind Dreier, wenn während des Liebesspiels Fotos gemacht werden oder Filme gedreht werden. Diese können zu allerlei Schwierigkeiten privat und am Arbeitsplatz führen. In der Regel hat man in der Wohnung der Spieler oder präparierten Liebeszimmern keine Chance, das Filmen zu verhindern – die verwendeten Kameras sind heute so klein, dass sie überall versteckt werden können.

Angefügt: Es ist der pure Zufall, dass der SPIEGEL heute über einen Fall berichtete.

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Kommentare

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    Der "Bedürftigere" ist der "Kunde" und zahlt? Sorry, aber das trifft wohl eher auf die Konstellation "Paar mit finanziellen Interessen / Kunde" zu, denn im Normalfall verabreden sich die Leute zu einem Dreier, um gemeinsam, gleichberechtigt und fernab finanzieller Geschichten ihre Neigungen auszuleben. Wir sind nicht ganz unerfahren was Dreier (mit einzelnen Frauen) betrifft. Bisher waren alle Frauen von sich aus Willens und in der Lage, eventuell anfallende Eintrittsgelder für Swingerclubs aus eigener Tasche zu zahlen. Wir würden uns auch ziemlich blöde vorkommen, wenn eine Lady Anstalten in anderer Richtung gemacht hätte.

    Ansonsten kommt uns Dein Beitrag schon etwas pauschalisiert vor. Da werden Frauen vorgeschickt, auch mal gegen den/die Dritte(n) gespielt, Geheimsprachen in Anzeigen verwendet und womöglich noch heimlich Fotos und Videos gedreht. Das ist in unseren Augen Quatsch. Man kann auch alles verkomplizieren...

    Nix für ungut,
    L.G.
    JungAusBerlin
    #1 JungAusBerlin (Homepage) am 04.06.2009 16:38 (Antwort)
    Hallo aus Budapest,

    ich habe selbstverständlich gründlich recherchiert, bevor ich diesen Artikel schrieb und habe dabei eine Fülle einschlägiger Anzeigen gefunden, in denen sogar die zu zahlenden Geldbeträge aufgeführt waren.

    Sie gehen offenbar von der Swinger-Szene aus, in der gelegentlich versucht wird, über Anzeigen Frauen anzuwerben. Diese Anzeigen erscheinen aber in den gleichen Rubriken, in denen Paare auch "Kunden" suchen. Übrigens sind die meisten dieser Kunden Männer. Schon deswegen zieht Ihr Beispiel in eine andere Richtung.

    Übrigens: Was haben sie gegen Vorsicht bei Begenungen mit Fremden? Ist sie nicht immer angebracht, zumal, wenn es um Sex geht?

    Ihr

    sehpferd
    #1.1 sehpferd (Homepage) am 04.06.2009 18:02 (Antwort)
    Ich sehe es ähnlich wie JungAusBerlin. Es kann auch sein, dass Sie von einem anderen Suchverhalten ausgehen. Aber dort wo ich nach sexuellen Kontakten suchen würde, steht finanzielles Interesse nicht zur Debatte. Auf diversen Erotikplattformen habe ich schon sexuelle Angebote erhalten, von Geld war hier nie die Rede.

    An sich halte ich es für besser, vor einer Aktion die Menschen in einer entspannten Atmosphäre, im Café etc. kennen zu lernen um so auch nochmal auf Nummer Sicher zu gehen.

    Schief gehen kann aber leider immer noch einiges...
    #2 Mademoiselle Nocturne (Homepage) am 04.06.2009 20:22 (Antwort)

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