Erika Lust, Budapester Frauen und High Heels

Sonntag, 31. Januar 2010
presse

Ich stimme Erika Lust ja immer sehr gerne zu – nur zwei Dinge haben mich doch verwirrt: Sie bezeichnet es als einen Porno-Mythos, dass sich Frauen gerne wie „Prostituierte“ kleiden. Sie sollte mal im Sommer nach Budapest kommen. Immerhin bekam ich hier schon mal den Kommentar eines ungarischen Mannes, dem auf der Reeperbahn ein paar Huren gezeigt wurden: „Wie, so sehen bei euch die Huren aus? So laufen bei uns doch alle Mädchen herum“.

Ja und dann viele mir noch etwas auf: Millionen Frauen tragen im Schlafzimmer High Heels und Stiefel – und manche kaufen sie extra für diesen Zweck: Billige High Heels heißen doch auch in Deutschland „Bettschuhe“, oder etwa nicht?

Ansonsten aber stimme ich natürlich mit dem überein, was Frau Lust schreibt – und hoffe, dass sich der Erotikfilm irgendwann wandelt.

Gelesen bei Orion.

Bild &ocpy; 2009 by Erika Lust, Press Release

Sexsucht – das Modewort aus Therapeutenmund

Sonntag, 31. Januar 2010

Demnächst wird man mehr von der „2. Klinischen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung“ hören – doch eine Presseagentur hat offenbar schon einmal hineingehorcht – und festgestellt, dass die deutschen Sexualtherapeuten ihren Buhmann für alles Schlechte dieser Erde inzwischen ausgemacht haben.

Es ist, wie kaum anders zu erwarten, der Lieblingsbuhmann der Wissenschaftler: Das Internet – und eben dieses Medium ist offenbar für die Ausbreitung einer nicht näher definierten „Sexsucht“ verantwortlich. Gesagt hat es, wie könnte es anders sein, ein Diplompsychologe, der vor allem das „unbeobachtete und anonym Surfen“ für die Sexsucht verantwortlich machte, und weil es so schön ist, gleich mal eine Schlussfolgerung zu ziehen, sagte er auch noch die „Sucht“ sei gelernt und nicht angeboren.

Ei, wie fein – da tut der Herr Diplompsychologe also so, als seinen Süchte entweder angeboren oder erlernt. Ersetzen wir mal Süchte gleich durch das passendere Wort „Abhängigkeiten“, so sind doch alle nicht-stofflichen Anhängigkeiten irgendwie erlernt. Oder sollten wir uns da irren? Jedenfalls hat noch kein Forscher exakt festgestellt, warum eine Menschen, die Roulette spielen, abhängige werden – und genauso wenig konnte bisher jemand exakt feststellen, warum manche Menschen, die sich für Pornografie oder Sex interessieren, „sexsüchtig“ werden und andere nicht.

Sie gucken besser mal bei Wikipedia nach.

Und hier ist sie wieder: Tila Tequila samt Embryo

Donnerstag, 28. Januar 2010
sex news

Die angebliche werdende junge Mutter Tila Tequila schwelgt heute nur so in Kitsch und kündigt an, ihre Ruhmeskrone nun abzugeben. Klar, man kann leicht abgeben, was man nie getragen hat.

Schwülstig kommt sie auch sonst daher, die Dame Thien Thanh Nguyen. Zuvor hatte sie nichts, wofür sie leben konnte, schrieb sie heute – was richtig ist, denn was sie bisher zustande brachte, spottete jeder Beschreibung - darauf kann man einfach nicht stolz sein. Nun, ihr “Baby” so sagt sie, habe sie selbst erzeugt. Das wundert uns nun aber doch. Als dies zum letzten Mal geschah, ging im Osten ein großer Stern auf.

Ähm, wenn Sie das angebliche Ngyuen-Embryo wirklich sehen wollen – es ist hier.


Tila Tequila bestätigt: Ich bin schwanger!

Mittwoch, 27. Januar 2010
heiss

Tila Tequila bestätigte gerade ihre Schwangerschaft, von der Klatschkolumnistinnen und –Kolumnisten seit längerer Zeit munkeln – kein Wunder, denn Frau Nguyen hatte ja schon genügend Gerüchte darüber ausgestreut.

Nun also dürfen Sie alle sich freuen und ärgern über die größte Vermarktungsaktion einer Schwangerschaft und Geburt seit Beginn der Zeitrechnung. Was bereits wieder alles aus Tila Tequilas Feder aka Tastatur floss, ist absolut unsäglich und auf typischem Tila Tequila-Niveau. Die Liebepur hat eine Übersetzung eines Teils der PR-Aktion, alles andere gibt es direkt bei Tila Tequila.

Übrigens: Danke an Bad Boy, der mich darüber informierte.

Jugendschutz: Agathes Puppe kotzt mal wieder

Mittwoch, 27. Januar 2010
sex news

Wenn künstliche Empörung und übertriebene Betulichkeit verbreitet werden, dann sagte sogar die bürgerliche Gesellschaft: „Mein Gott, Agathe, die Puppe kotzt – Kind, pass auf den Teppich auf“.

Nun ist es mal wieder so weit. Bund und Länder planen „neue Auflagen für die TV-Sender“.

Dazu schreibt der Kölner EXPRESS:

Die Sender sollen verpflichtet werden, mit jedem Programmsignal eine maschinenlesbare Alterskennzeichnung zu senden – also zum Beispiel „Freigegeben ab 16“ oder „Freigegeben ab 18


Toll, nicht wahr? Man will die Jugend mal wieder schützen – vor allem vor „Softpornos mit Telefonsex-Werbung“, aber natürlich auch vor „brutalen Vergewaltiger, sadistischen Mördern und psychopathischen Serienkillern“.

Nur, dass Gewaltszenen, fragwürdige Moralvorstellungen und vor allem brutaler Kitsch eben auch bereits im Abendprogramm ausgestrahlt werden, und zwar fast überall – und vergessen die Damen und Herren Jugendschützer da nicht, dass das Medium „Fernsehen“ längst abgemeiert hat, wenn es um wirkliche Brutalität und tatsächlich jugendgefährdende Sexszenen geht?

Ich weiß nicht, wie Sie das Bestreben von Bund und Ländern nennen. Ich nenne es Populismus.

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