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Schweden – Demokratie oder Annäherung zur Gynäkokratie?

Schweden ist eine Demokratie – und kann deswegen Gesetze erlassen und verschärfen, wie es in Demokratien üblich ist.

Indessen steht Schweden seit längerer Zeit im Verdacht, sich mehr und mehr einer Gynäkokratie zu nähern, also einer von Frauen beherrschten Gesellschaft. Hinzu kommt der „umgekehrte Sexismus“, nämlich der Verdacht, Gesetze zugunsten der Frauen und zulasten der Männer durchzusetzen.

Wie unser Magazin gerade erfuhr, wird die Möglichkeit der Bestrafung von Freiern in Schweden, die bereits seit 1999 möglich ist, weiter verschärft. Nach Auskunft eines Blogs (die Information konnte noch nicht verifiziert werden), „wurde beschlossen dieses Gesetz zum 1. Juli 2011 zu verschärfen und die Höchststrafe auf ein Jahr Gefängnis auszudehnen.“

Das Gesetz, Sexköpslagen, wird seit seiner Entstehung von allen Seiten unter Beschuss genommen. Den einen geht es nicht weit genug, weil die Prostitution nicht wirklich eingedämmt und der Menschenhandel durch das Gesetz nicht verhindert werden kann, den anderen ist die Anwendung des Gesetzes zu lasch, und nur ein paar Außenseiter (meist keine Schweden) wagen sich an die Wahrheit, die so aussehen könnte: Die Prostitution habe sich neue Wege gesucht, die sich dem Zugriff der Behörden verschlössen – und auf diese Weise habe der Staat die letzte Kontrollmöglichkeit verspielt.

Mit 2 Kommentaren

Geschrieben von Gebhard Roese

28.01.2011 um 11:23:09

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Die Fantasie, eine Hure zu sein



Manche junge Frauen fantasieren darüber, eine Edelhure zu werden – nur, dass so jemand heute „Escortdame“ oder schlicht „Begleiterin“ heißt. Jedenfalls bekommen bloggende Huren ziemlich viele Anfragen von jungen Frauen, die sich ein solches Leben auch wünschen. Dabei wird auf dem Blog nicht mal was verherrlicht. Ein Job wie jeder andere, nur etwas anders als andere, sagt die Frau, die ihn schreibt.

Eine Kolumnistin, die sehr emanzipiert ist und dazu eine waschechte Feministin schrieb über das Thema gerade im Frisky. Sie ist sich voll bewusst, dass es physische, kriminelle und finanzielle Risiken in diesem Beruf gibt. Aber da lockt auch das Luxusleben mit schniefiger Unterwäsche, alles mal schick und teuer und nicht immer von der Firma mit den zwei Buchstaben. Klar, ein begehbarer Kleiderschrank voller Dessous verlockt schon, oder? Dazu käme natürlich noch die Chance, sich für jeden Kunden wirklich toll herauszuputzen. Stellt euch mal vor, für Männer, die so was sogar merken. Meine Freunde haben nicht einmal gemerkt, wenn ich für sie extra zur Kosmetik war. Na, und dann blitzen da noch die Dollarscheine: 500 Dollar pro Stunde? Da rechnet manche Verkäuferin ihren Lohn dagegen. (Freie Schriftstellerinnen aber auch: Stundenlohn gegen 10 Euro netto.). Ja, aber dann: Wie sagt man es seinen Freundinnen, Freunden und Verwandten jetzt, und wie den Kindern und Enkeln später einmal?

Ja, und nun … sagen wir mal, ich würde mich jetzt mal bei einer Casual-Dating Agentur anmelden, ich meine, da bleibt es ja auch nicht beim Kuscheln, oder? Na, und wenn ich da, sagen wir mal, jede Woche einmal ein bisschen mehr bei meinen Dates will als nur Kuscheln und … ja … und, wie sage ich eigentlich das meinen Enkeln?

Na gut, da ist noch ein Unterschied, weil ich da ja kein Geld nehmen würde, sondern mich nur amüsieren, wenn’s denn klappt. Aber vielleicht sagen die Enkel dann ja mal: Da warst du ganz schön blöd, Oma.

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Geschrieben von Miss Y.

24.01.2011 um 18:08:28

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Prostitution: Alles wird anders – die Dienstleistungen auch

Der Berliner Tagesspiegel hat etwas sehr Sinnreiches getan: Ein Artikel über Sexarbeiterinnen erschien dieser Tage nicht mehr in der Rubrik „Vermischtes“, sondern im Wirtschaftsteil.

rotlichtgegend minderer qualität
Der Autor beleuchtet unterschiedliche Arbeitsplätze: Vom Straßenstrich bis zur Edelprostitution – und stellt fest: Bezahlter Sex kann heute in Berlin einmal 15 Euro und dann wieder 1000 Euro kosten, denn die Qualitäten sind so unterschiedlich wie die Ansprüche der Kunden: Die Branche diversifiziert sich, braucht Spezialistinnen für alle Fälle. Zwar gab es die Elendsprostitution wie auch die Edelprostitution schon immer, doch heute ist dennoch alles ein wenig anders: Das Internet erlaubt vielfältige Nischenprostitution von Hausfrauen und Amateurinnen, und sogar „Sexualassistenz“ – die Anhebung des Lustgenusses für alte und behinderte Menschen.

Der Artikel ist bis nach Schweden vorgedrungen, wo Freier bekanntlich abgestraft werden, während Huren ihrem Beruf ungehindert nachgehen können – wie dies sein kann, ist ausschließlich schwedischen Gehirnen plausibel, und niemandem sonst. Insofern beachtet man die Entwicklung in Deutschland mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn ungeachtet jüngster Verurteilungen wegen Geldzahlungen an Huren hat sich die Branche in Schweden inzwischen ganz auf das Escort-Geschäft konzentriert: Begleitung ist nicht strafbar, Sex im Prinzip auch nicht, und wenn eine Frau gutes Englisch oder gar Schwedisch spricht, und nicht aussieht wie eine Hure, dann ist sie auch keine – eine schwedische Logik, die begreifen mag, wer will.

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Geschrieben von Induna

12.01.2011 um 18:12:08

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Sex gegen Geld? Nein, nur „Kompensation“

ex gegen geld - ein geschäft mit verschleierungsmöglichkeiten
Für den Hurenlohn gibt es zahllose Umschreibungen – und „Kompensation“ ist die Neueste, die ich finden konnte. „er zahlte mir ein wenig Kompensation für die Zeit, die ich mit ihm verbrachte“ ist die vornehmste Umschreibung, die ich bisher las.

Je nach „Klasse“ der Damen wird der Hurenlohn ja recht unterschiedlich beschrieben: In billigen Anzeigenblättchen fordern angebliche Hausfrauen „Taschengeld“, während die besseren Damen sich einen „Beitrag zum Lebensunterhalt“ erbeten oder gerne „gesponsert“ werden wollen.

In der Regel ist das „Sponsorn“ eine Angelegenheit von 500-Dollar-Dinners, Mietzahlungen für Appartements und ein bisschen Klimpergeld auf dem Konto – zu haben ab etwa 5000 US-Dollar, wenn man die Dame nicht mit jemandem teilen will – und das ist immer noch ein Schnäppchenpreis gegenüber den Preisen der New Yorker Escort-Damen.

Bekommen können Herren wie auch Damen entsprechend „Sugar Babys“ (auch diese wahlweise männlich wie auch weiblich) bei einschlägigen Dating-Agenturen, zum Beispiel bei „Seekingarrangement“. Der Test einer britischen Journalistin ergab: Nicht alle wollen Sex gegen Geld. Vor allem suchen viele Herren in einschlägigen Portalen keine „Professionellen“, sondern Frauen, die im Leben noch etwas anderes darstellen als Liebesdienerinnen zu verkörpern.

Bei „Seekingarrangement“ wird von Geld im Übrigen im Vorfeld geredet: Schon bei der Anmeldung kann man bestimmen, wie hoch der Sponsorbeitrag pro Monat ausfallen soll – und wer sich nicht völlig „outen“ möchte, darf auch sagen, dass dies von Fall zu Fall entschieden werden könne.

Wie die Praxis aussieht? Offenbar recht unterschiedlich. Gesucht werden zumeist moderne junge Frauen, die wie Damen wirken und bei Bedarf wie Huren handeln können. Apropos Huren: „Selbstverständlich“ ist all dies keine Prostitution, denn gezahlt wird nicht für den Sex, sondern für die Zeit, die man miteinander verbringt – Kompensation für den anderweitigen Verdienstausfall.

Bild © 2008 by Kr. B.

Dieser Artikel erschien unter dem gleichen Titel und unter gleichem Datum im alten Mehrhaut-Magazin

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Geschrieben von Gebhard Roese

09.07.2009 um 21:22:00

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