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Frauen: sexuelles Schweigen seit 5000 Jahren – und jetzt?

gelüste ließen sich nahezu beliebig befriedigen, solange die sexpartnerin keinem "nächsten" gehörte - bildnis der susanne im bade


Seit etwa 5000 Jahren – noch nicht sehr lange in der Menschheitsgeschichte also, kaum die Menschheit auf die Idee, die Monogamie als Standardmodell mindestens westlicher Kulturen zu definieren. Wer ein bisschen in dem großen schwarzen Buch gelesen hat, das in der hintersten Ecke der meisten Bücherschränke verstaubt, der weiß: Das war nicht immer so. Noch der wackere Jacob heiratete zwei Frauen – ganz normal und legal. Erst, als der Prophet zum Berge ging, war eigentlich klar: Nun geht die Sache monogam und wohlanständig in die Zukunft – nun ja, nicht ganz so wohlanständig, aber da muss man schon die Fußnoten kennen: „Du sollst nicht Begehren deines Nächsten Weib …“ hieß beileibe nicht, dass der Mann auch "monosexuell" leben musste. Die weiblichen Bediensteten und Sklavinnen standen selbstverständlich zur freien Verfügung.

Man sieht schon aus dem Text: Das Elend der sexuellen Bevormundung der Frau begann schon bei Moses und es wurde auch durch den Jahrtausende später aufgetretenen Moralisten Jesus von Nazareth nicht in Zweifel gestellt. Jahrtausendelang waren Töchter mal wertvolles, mal lästiges Eigentum des Vaters, und durch die Ehe wurde kaum etwas anderes getan als dass man die Eigentumsverhältnisse an der Tochter neu regelte: Besitzübergang vom Vater auf den Ehemann.

5000 Jahre sexuelles Schweigen der Frauen - und nun?

Jetzt, 5000 Jahre später, reiben sich Frauen und Männer die Augen: Sie wollen in knapp 40 Jahren nachholen, was ihnen die letzten 5000 Jahre verwehrt wurde: sexuell gleichwertig und gleichberechtigt zu sein.

Männer hatten immer ein Türchen offen: ob sie sich nun vor 5000 Jahren an den Sklavinnen gütlich taten oder 4900 Jahre später den Dienstmädchen ans Höschen gingen, ob sie sich eine Geliebte aus einem anderen Volk suchten oder sich mit einer Hure vergnügten oder ob sie gar „zur Linken“ heirateten oder eine Mätresse hielten – alles wurscht.

Die sexuellen Hintertürchen der Frauen- niemals öffentlich

Die Frauen allerdings – auch dies sollte nicht verschwiegen werden – fanden ebenfalls häufig Wege, den strengen Mortalkodex zu umgehen. Ob sie sich nun reisenden Händlern, Komödianten oder Troubadouren hingaben, ob sie sich Fürsten, Kaufleuten oder Filous die Gunst erwiesen, und ob dabei ein Dankeschön, ein Batzen Geld oder eine Appartementwohnung abfiel - alle Varianten waren möglich, solange alle schwiegen und tolerierten, was geschah.

Heute reden Frauen über Sex - und sie handeln aktiv

Das Neue ist eigentlich nur das offene Bekenntnis zur Sexualität. Dass es beispielsweise noch kaum „Frauenpornografie“ gibt, liegt nicht daran, dass Frauen generell keine Pornografie wollen, sondern dass der Markt sich nicht auf ihre Wünsche einrichtet. Auf zwei anderen Gebieten wird allerdings bereits deutlich, dass die Frauen sexuell auf dem Vormarsch sind: Sie sind nicht nur viel gefragte Käuferinnen von „Spielzeugen“ aller Art, sondern werden mehr und mehr auch zu aktiven Sexsucherinnen und Seitenspringerinnen. Gerade der Boom im Casual Dating ist ja nicht von Männern ausgegangen, sondern vom Interesse vieler moderner Frauen an schnellen, problemlosen, nicht bindenden Beziehungen.

Noch halten sich Frauen zurück, wenn es darum geht, den Geliebten oder die Geliebte zu bezahlen – es sei denn, sie täten es bereits. Sich Liebhaber für gute Worte, kleine oder große Geschenke oder gar Bargeld einzuhandeln, ist für manche Frauen ekelerregend, für andere aber bereits ganz selbstverständlich geworden. Einerseits wären da die Cougars, die ihre Bürschchen oft durch Geldgaben bei der Stange halten, andererseits die Mittelschicht-Touristinnen, die sich ihre lustvollen Geliebten an exostischen Stränden zum Billigtarif kaufen, und schließlich Frauen mit Geld, denen es nichts ausmacht, bar und im Voraus für Qualitätsbegleiter zu bezahlen.

Männer müssen nachlernen - Frauen aber auch

Männer? Ach ja, Männer … sie haben sich an die sexaktiven Frauen noch nicht so recht gewöhnt, fürchten teilweise sogar ihre Begierde. Sie begreifen immer noch nicht, dass weiblicher Appetit auf Sex noch nicht bedeutet, mit jedem jederzeit ins Bett zu gehen, und sie reagieren dennoch verstört, wenn der Vorschlag von einer Frau kommt. Ach ja, aber Frauen? Die sind doch in Wahrheit viel zurückhaltender, als dies hier behauptet wird?

Sagen wir mal – das sind sie heute noch, das sind sie, sobald es offiziell wird und vor allem, wenn ihnen manipulative Demoskopen Fragen stellen – und natürlich fast immer noch dann, wenn man ihnen ein Mikrofon vor die Nase hält.

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Kommentare

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Krystan am :

Die These mit den 5000 Jahren ist recht gewagt, und erfordert adas Ignorieren eines großteils der Geschichte.
In den vergangen Jahrtausenden stimmt zwar alles was du sagst, aber auch das Gegenteil.
Es gab in fast jeder Region solche und solche Zeiten.
Google bei Gelegenheit z.B. unter dem Begriff Pornokratie nach.

indula am :

Hallo, vielen Dank für den Kommentar. Ich akzeptiere andere Meinungen, aber historisch ist dies nicht ganz richtig: Was du da als "Pornokratie" (eigentlich eine verdeckte Mätressenherrschaft) bezeichnest, ist eine geschichtliche Ausnahme auf "päpstlicher Ebene" deren Bedeutung für das Volk sehr begrenzt war - wenn sie denn überhaupt irgendeine Bedeutung hatten.

Du könntest auch Eva Margaretha von Buttlar anführen, oder vielleicht gar Sappho, aber es ist m.E. fragwürdig, von Ausnahmen auf den allgemeinen Zustand zu schließen - und der war nun einmal so, dass Frauen normalerweise nicht das Recht zugestanden wurde,über Sexualität zu sprechen und zu schreiben.

Induna, Redaktion Mehrhaut

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