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Das alte Bett

Wenn Frauen bei uns einfliegen und meinen, sie könnten in dieser Wohnung vielleicht etwas länger bleiben als für eine Nacht, dann kommt es uns Männer ja manchmal tatsächlich entgegen, nicht wahr? Es erspart uns für eine Weile die Suche – und tatsächlich sind ja manche Zufallsbekanntschaften auch sehr lieb, sodass wir sie gerne noch ein paar Tage mehr beherbergen als ursprünglich geplant.

Und es wäre auch alles gut, wenn da nicht das alte Bett wäre, 1970 von einem Scheiner aus Kirschholz hergestellt. Nach drei Tagen sagt sie am Morgen einer wunderschönen Nacht mit sehr erregendem Sex: „Du, wie lange hast du das Bett schon?“ Nun, in der Nähe meiner Wohnung ist ein Feuerwehrhaus, und parallel mit den Alarmglocken im Kopf wurde auch gerade Brandalarm ausgelöst, was mich einer Antwort für diesmal enthob. Aber ich ahnte, wie es weiterginge, und so kam e auch: „Hast du schon mit deiner ersten Ehefrau hier drin geschlafen?“ Nun, ich musst dies wohl oder übel bejahen. Irgendwie war der Sex in der folgenden Nacht dann lustloser - und am nächsten Morgen fragte sie dann: „Und wie viel Frauen hattest du außer deiner Ehefrau schon in diesem Bett?“

Freunde, ich mach keine Kerben ins Bett, wirklich nicht. Aber ich hatte damals öfter Blind Dates, und die Damen haben nicht im Hundekörbchen geschlafen, sondern im Bett. Also sagte ich: „Ich habe nicht wie ein Mönch gelebt, wenn du das meinst.“ Doch das war meiner neuen Bekannten nicht genug: „Hast du wenigsten die Matratze gewechselt, wenn du eine neue Freundin hattest?“ Da ich verneinte, wurde sie blass: „Dann müssen wir sofort ein neues Bett kaufen.“

Das ist genau der Punkt, an dem ich diesen Übergriff spüre: Heute will sie ein neues Bett, morgen ein neues Schlafzimmer, übermorgen muss ich die erotischen Bilder von den Wänden nehmen und nächste Woche meine Bücher verbrennen. Also sagte ich: „Du kannst dir meinetwegen ein neues Bett kaufen, wenn du einen neuen Lover hast – ich muss gar nichts.“

Sie sah mich an, als wollte sie mich sogleich mit ihren süßen Fäusten traktieren und fauchte: „Du sagst mir jetzt sofort, wie viel Frauen du hier schon gevögelt hast, sonst gehe ich auf der Stelle.“

Na, also wisst ihr, wenn eine Frau so etwas sagt, dann ist bei mir der Punkt erreicht, an dem das Sicherheitsventil rausfliegt. Ich sagte also: „Soll ich dir schon mal ein Taxi bestellen?“ Sie dachte, das wäre ein Scherz, denn sie grinste mich blöd an und fragte erneut: „Wie viele“?

Pffft … machte das Ventil. Ich drehte mich zu ihr um und sagte leise und nüchtern: „Ohne die Huren und Paare waren es glaube ich, 27.“

Sie sprang aus dem Bett, wortlos, zog sich offenbar hektisch an und schmiss die Haustür mit lautem Knall zu. Wirklich schade – ich hätte ihr sehr gerne noch ein Taxi gerufen.

Das Bett habe ich übrigens heute noch. Paare waren niemals drin, schon allein, weil das Bett viel zu schmal war für einen Dreier. Und gefragt hat seither auch niemand mehr, wie viele Frauen schon vor ihnen in meinem Bett waren. Die Wahrheit hätte ich ohnehin niemandem erzählt.

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