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Sex gegen Geld? Nein, nur „Kompensation“

Geschrieben von Gebhard Roese • Donnerstag, 9. Juli 2009 • Kategorie: casual dating bezahlt
ex gegen geld - ein geschäft mit verschleierungsmöglichkeiten
Für den Hurenlohn gibt es zahllose Umschreibungen – und „Kompensation“ ist die Neueste, die ich finden konnte. „er zahlte mir ein wenig Kompensation für die Zeit, die ich mit ihm verbrachte“ ist die vornehmste Umschreibung, die ich bisher las.

Je nach „Klasse“ der Damen wird der Hurenlohn ja recht unterschiedlich beschrieben: In billigen Anzeigenblättchen fordern angebliche Hausfrauen „Taschengeld“, während die besseren Damen sich einen „Beitrag zum Lebensunterhalt“ erbeten oder gerne „gesponsert“ werden wollen.

In der Regel ist das „Sponsorn“ eine Angelegenheit von 500-Dollar-Dinners, Mietzahlungen für Appartements und ein bisschen Klimpergeld auf dem Konto – zu haben ab etwa 5000 US-Dollar, wenn man die Dame nicht mit jemandem teilen will – und das ist immer noch ein Schnäppchenpreis gegenüber den Preisen der New Yorker Escort-Damen.

Bekommen können Herren wie auch Damen entsprechend „Sugar Babys“ (auch diese wahlweise männlich wie auch weiblich) bei einschlägigen Dating-Agenturen, zum Beispiel bei „Seekingarrangement“. Der Test einer britischen Journalistin ergab: Nicht alle wollen Sex gegen Geld. Vor allem suchen viele Herren in einschlägigen Portalen keine „Professionellen“, sondern Frauen, die im Leben noch etwas anderes darstellen als Liebesdienerinnen zu verkörpern.

Bei „Seekingarrangement“ wird von Geld im Übrigen im Vorfeld geredet: Schon bei der Anmeldung kann man bestimmen, wie hoch der Sponsorbeitrag pro Monat ausfallen soll – und wer sich nicht völlig „outen“ möchte, darf auch sagen, dass dies von Fall zu Fall entschieden werden könne.

Wie die Praxis aussieht? Offenbar recht unterschiedlich. Gesucht werden zumeist moderne junge Frauen, die wie Damen wirken und bei Bedarf wie Huren handeln können. Apropos Huren: „Selbstverständlich“ ist all dies keine Prostitution, denn gezahlt wird nicht für den Sex, sondern für die Zeit, die man miteinander verbringt – Kompensation für den anderweitigen Verdienstausfall.

Bild © 2008 by Kr. B.

Dieser Artikel erschien unter dem gleichen Titel und unter gleichem Datum im alten Mehrhaut-Magazin

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intime begegnungen

Intime Begegnungen – Lust oder Frust? Hier schreibt der Chef über den Sinn dieser Seite
Die Lust, sich schön zu machen - die Lust, schön zu sein

Recht viele Menschen können heute Lust von Liebe trennen. Vielleicht konnten sie es immer, aber sie durften nicht sagen. Männer wollten nicht als „Lustmolche“ verspottet werden, und Frauen nicht als Schlampen diffamiert.

Das Werkzeug von Mutter Natur, um uns zum Paaren zu veranlassen, heißt Wollust, nicht Liebe. Liebe ist eine Überhöhung eines sozialen Gefühls, der innigen Verbundenheit miteinander. Wenn man so will, haben Sex und Liebe gar nicht viel miteinander zu tun. Auch die Reihenfolge stimmt nicht wirklich: Erst Liebe, dann Sex. In Wahrheit ist es umgekehrt: Erst schüttet unser Körper unser Hirn mit Drogen zu, damit wir meschugge genug sind, uns der Wollust zu unterwerfen. Dann erst entwickeln wir die Liebe füreinander, also den sozialen Klebstoff, der uns aneinanderbindet.

Causal Dating ist der Ausdruck einer Zeit, die Lust von Liebe zu trennen weiß. Das Märchen, eine Frau müsse erst in Liebe zu einem Mann verfallen, bevor sie sich hingibt, ist ziemlicher Unsinn. Denn nicht Liebe, sondern die Vorstufe von Sex, die Geilheit, ist nötig, um den Körper in Stimmung zu bringen. Fast ein Jahrhundert war man der festen Überzeugung, Frauen würden überhaupt nicht geil. „Das sexuelle Verlangen des gesunden und wohlerzogenen Weibes ist ein Geringes“, schrieb Ende des 19. Jahrhunderts sinngemäß ein bekannter Psychiater.

Frauen sind die eigentlich entscheidenden Kräfte in der gesamten Szenerie des „Casual Dating“, wie auch aller anderen erotischen Affären. Wenn Sie sich nicht in das Spiel einbringen, ist der „Markt“ gestorben. Ob es nun „sozial korrekt“ ist oder nicht: nahezu das gesamte Marktgeschehen auf dem Tummelplatz Leidenschaften, Lüste und Beziehungen liegt in den Händen der Frauen, die sich diesem Markt öffnen.

Weil das so ist, kann auf diesem Liebesmarkt alles Geschehen – oder gar nichts. Ich hoffe sehr, dass diese Mischung von Unterhaltung und Information dazu beiträgt, Ihnen klarzumachen, wie wichtig es ist, Causal Dating richtig einzuordnen. Es ist ein Spiel mit der Lust auf einem hohen Niveau – mit Frust und Lust, Gefahren und Erleuchtungen.

In diesem Sinne – werden Sie intim, und sündigen Sie aus vollem Herzen, um das ganze Vergnügen einzuheimsen.