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Sex gegen Geld? Nein, nur „Kompensation“

ex gegen geld - ein geschäft mit verschleierungsmöglichkeiten
Für den Hurenlohn gibt es zahllose Umschreibungen – und „Kompensation“ ist die Neueste, die ich finden konnte. „er zahlte mir ein wenig Kompensation für die Zeit, die ich mit ihm verbrachte“ ist die vornehmste Umschreibung, die ich bisher las.

Je nach „Klasse“ der Damen wird der Hurenlohn ja recht unterschiedlich beschrieben: In billigen Anzeigenblättchen fordern angebliche Hausfrauen „Taschengeld“, während die besseren Damen sich einen „Beitrag zum Lebensunterhalt“ erbeten oder gerne „gesponsert“ werden wollen.

In der Regel ist das „Sponsorn“ eine Angelegenheit von 500-Dollar-Dinners, Mietzahlungen für Appartements und ein bisschen Klimpergeld auf dem Konto – zu haben ab etwa 5000 US-Dollar, wenn man die Dame nicht mit jemandem teilen will – und das ist immer noch ein Schnäppchenpreis gegenüber den Preisen der New Yorker Escort-Damen.

Bekommen können Herren wie auch Damen entsprechend „Sugar Babys“ (auch diese wahlweise männlich wie auch weiblich) bei einschlägigen Dating-Agenturen, zum Beispiel bei „Seekingarrangement“. Der Test einer britischen Journalistin ergab: Nicht alle wollen Sex gegen Geld. Vor allem suchen viele Herren in einschlägigen Portalen keine „Professionellen“, sondern Frauen, die im Leben noch etwas anderes darstellen als Liebesdienerinnen zu verkörpern.

Bei „Seekingarrangement“ wird von Geld im Übrigen im Vorfeld geredet: Schon bei der Anmeldung kann man bestimmen, wie hoch der Sponsorbeitrag pro Monat ausfallen soll – und wer sich nicht völlig „outen“ möchte, darf auch sagen, dass dies von Fall zu Fall entschieden werden könne.

Wie die Praxis aussieht? Offenbar recht unterschiedlich. Gesucht werden zumeist moderne junge Frauen, die wie Damen wirken und bei Bedarf wie Huren handeln können. Apropos Huren: „Selbstverständlich“ ist all dies keine Prostitution, denn gezahlt wird nicht für den Sex, sondern für die Zeit, die man miteinander verbringt – Kompensation für den anderweitigen Verdienstausfall.

Bild © 2008 by Kr. B.

Dieser Artikel erschien unter dem gleichen Titel und unter gleichem Datum im alten Mehrhaut-Magazin

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