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Schreiben Frauen offener über Sex?

Frauen schreiben angeblich nicht nur offener, sondern auch emotionaler über ihre sexuellen Bedürfnisse und ihre Erfüllung – und dabei ist keinesfalls Blümchensex gemeint. (Zitat):

Allein in den letzten zehn Jahren haben Frauen Bücher über Schläge, Analsex. Prostitution, Partnertausch, Körperflüssigkeiten, SM-Aktivitäten, Gelegenheitssex, Tantra-Sex und Sex über 50 geschrieben.


Doch was ist mit den Männern? Wenn überhaupt, schreiben junge Männer Schulaufsatz-ähnliche Sexpamphlete, und ältere Männer versteigen sich in eher extrempornografische Schilderungen. Besonders beklagt wird, dass Männer nicht über die Höhen und Tiefen ihrer Gefühle schreiben, vor allem aber nicht über die beiden Extreme: Dem Wunsch, sich Frauen zu unterwerfen und dem entgegengesetzten Wunsch, Frauen zu beherrschen. Was also ist mit den männlichen Schriftstellern los? Wie ticken Sie? Warum schreiben sie nicht offener?

Ich fand drei Gründe (zwei davon aus dem Referenzartikel):

1. Wir Männer fürchten uns davor, dass unsere Aussagen nicht als literarisch, sondern als persönlich verstanden werden: Wenn männliche Sexualität also beispielweise Gewaltbereitschaft beinhalten könnte, so fürchten wir, dass uns die Feministinnen diese auch persönlich unterstellen.
2. Bei unseren Schwächen (Erektionsstörungen, die Wunschpartnerin nicht zu bekommen oder Unterwürfigkeit) fürchten wir den Hohn und Spott anderer Männer, durchaus auch solcher, die für Zeitungen schreiben.
3. Wir selbst haben oft Angst davon, unsere Gedanken wirklich öffentlich zu präsentieren: Zwar durchleben Tausende von Männern wildeste Fantasien während des Geschlechtsakts - aber kaum eine hat etwas mit der Partnerin zu tun. Wir verschweigen dies gerne, weil wir uns dessen schämen.


Sicher, auch viele Frauen werden wegen ihrer Offenheit beschimpft, beleidigt, bezichtigt und diffamiert – ich darf nur an Charlotte Roche erinnern. Doch wir Männer denken wohl, wir könnten uns die Peinlichkeiten der öffentlichen Zurschaustellung unsere Gedanken ersparen.

Was meint ihr? Sollten wir Männer ehrlich sein und uns zu unseren Schwächen und Abgründen bekennen, und sei es „nur“ literarisch?

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Kommentare

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Nightbloom am :

Definitiv! Denn daraus erwächst doch auch erst wahre Stärke - selbst wenn es noch so schwer fällt.

Die Kunst, diese Umstände entsprechend ansprechend zu verpacken, ist anschließend eine andere Frage.

Schöne Grüße

Yasmin am :

Dieses Thema ist sehr interessant. Ich bin auch der Meinung das Frauen viel offener über Sex schreiben als Männer. Sicherlich sind Frauen einfach von Natur aus viel besser in der Lage Gefühle auszudrücken und schreiben auch viel bessere Romane wenn es über das Thema Erotik und Sex geht.

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