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Behauptung: Die Jugend hat genug vom Sex – und Frauen sowieso

schon wieder eine seele von der wollust gerettet ...


Die Trends in der Liebe kommen und gehen – doch eigentlich gibt es sie gar nicht, denn die Liebe als solche kennt keine „Trends“. Wir kennen ja das öffentliche Lamento: Junge Frauen beginnen viel zu früh mit dem Sex, sie sind dabei viel zu unvorsichtig, und sie haben viel zu viele Sexpartner. Das alles stimmt immer dann, wenn man sich an solchen Jugendlichen orientiert, die irgendwie „auffällig“ werden – und nur solche lernen Sozialpädagogen kennen. Wenn man dann noch einen guten Kontakt zur Presse hat und über die vermeintlich erfolgreichen Rettungsversuche schwadronieren kann, dann ist die Publicity für die eigene Hilfsorganisation gerettet – auf Kosten einer Jugend, die nicht wirklich so ist, wie man dies schilderte. Das typische Beispiel waren die diversen Beiträge deutscher Zeitungen zur „Generation Porno“.

Nun haben wir den Salat: Man verkündet uns inzwischen das Gegenteil – ebenso unqualifiziert, an Einzelbeispielen orientiert, nur dass man diesmal offensichtlich gelangweilte Wohlstandsjugendliche im Auge hat: „Sex hat doch keinen Sinn – er ist so schmutzig“ will der Kolumnist des „New York Observer“ auf einer Party vernommen haben, auf der offenbar niemand mit jemandem bumste - wi schrecklich, nicht wahr? Wir hörten aus Deutschland, dass Frauen jenseits der 40 sehr zufrieden mit dem Single-Dasein wären und aus anderer Quelle, dass Sex (jedenfalls mit Männern) für sie durchaus entbehrlich wäre – Kontakte zu Vibratoren wurden nicht als „Sex haben“ gezählt.

Neben den Frauen über 40 haben angeblich auch die jungen Frauen „genug vom Sex“ – behaupten sie jedenfalls. Angeblich hatten die Eltern zu viel Sex – und nun weigerten sich die Töchter Sex zu haben, ja, sogar darüber zu reden. Schick ist vielmehr, solche Sätze zu sagen:

Sex wird überbewertet. Er braucht einmal Urlaub, und sein Telefon gehört abgeschaltet – und er muss weg von seinem Spitzenplatz.


Klar ist es schick, so etwas zu behaupten. Da kann man sich einen weißen Fuß machen – und zwar sowohl bei den Extremfeministinnen wie auch bei den Kirchgängern. Sex ist dazu da, Baby zu machen, und Brüste sind ausschließlich zur Ernährung von Säuglingen da – das haben wir alles schon mal gehört.

Oh, übrigens – wer ist schuld? Alles ganz einfach: die Pornografie. Erst hat sie die Jugend dazu verleitet, alles auszuprobieren und nun langweilen sie sich dabei.

Oh, wie schön ist es doch, Labervogel, Pardon: Kolumnist zu sein. Frei von jeder Verantwortung kann man dann einmal über eine Jugend schimpfen, die herumrammelt wie die Kaninchen und dann wieder über eine, sich benimmt wie in der Tanzstunde. Nur, dass es beide nicht wirklich gibt. Die meisten Menschen leben und lebten ohne Trends – sie wollten es einfach einmal wissen und sind miteinander in die Kiste gegangen – auf Biegen und Brechen, wenn es sein musste – na, und später? Da haben sie sich wirklich verliebt. Das tun sie auch heute Abend wieder – im kleinsten Provinznest oder in New York.

Bearbeitet nach Presseberichten, Pressmitteilungen und (soweit Deutschland betroffen ist) eigenen Beobachtungen.U nter anderem: The Observer , New York Times, Salon.com. Bildnachweis: © 2010 by M Reza Faisal

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