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Sex und Autorinnen: das Problem, etwas Gewöhnliches zu schreiben

Bei Farben haben wir eine genaue Vorstellung, und sie zu beschreiben, ist nicht schwierig. Hingegen finden wir für erotische oder sexuelle Empfindungen oft gar keine Worte. Wir neigen dazu, diese Gefühle zu vereinfachen und sie qualitativ einzuordnen. Dieses Gefühl ist „schön“, jenes ist „eklig“. Für einen Schriftsteller ist diese Vorgehensweise unerträglich – oder sie sollte es wenigstens sein.

(Aus meinen Gedanken zur Kommunikation)

Ganz gewöhnlich - Knöpfe werden geöffnet ... udn was fühlst Du?
Die Doppelbedeutung ist mir wohl bewusst: Das Gewöhnliche kann das sein, was im Volksmund als „ordinär“ bezeichnet wird. Es kann aber auch das sein, was Menschen täglich tun: Vögeln und gevögelt werden.

Die eigene Erfahrung und das Gewöhnliche

Sie wissen sicher aus eigener Anschauung, wie schwierig es ist, das „Gewöhnliche“ zu beschreiben. Zumal, wenn da nicht einfach „das Ding ins Ding“ kommen soll, sondern Gedanken glühen und Emotionen aufkochen sollen – und nicht zuletzt die Körper zum Aufbäumen gebracht werden sollen.

Ich habe damals (als wir das Thema ziemlich and Ende gestellt hatten) selber zur Feder gegriffen und Ihnen etwas verraten, selbst wenn Sie es schon wussten.

Nichts ist so schwierig zu beschreiben wie das „Gewöhnliche“.

Ab hier haben wir den Wortwechsler-Schreibdienst genutzt, um den Artikel ein wenig anzupassen.

Peinlichkeiten kommen häufiger vor als tolle Orgasmen

Sehen Sie: Es kommt nicht im Geringsten darauf an, wie man, frau oder Sie selbst technisch und praktisch „vögeln“ oder „gevögelt werden“. Tatsächlich gehen dem Geschlechtsakt einige Handlungen und vor allem Gefühle voraus. Von Ängsten und Peinlichkeiten über die Gänsehaut bei Berührungen und die Scheidenfeuchtigkeit bis hin zu einem Karussell der Gedanken. Sehen Sie, alles, was zuvor passiert und alles, was während des Geschlechtsakts empfunden wird – das ist interessant. Hingegen interessieren die Hubbewegungen des Penis so wenig wie diejenigen einer Fahrradpumpe. Gut, da wäre noch der „Höhepunkt“. Orgasmen bei Männern sind stets kurz und kommen explosionsartig. Die Hingabe an tolle Orgasmen ist hingegen den Frauen vorbehalten. Falls Sie sich darin auskennen und sozusagen „mit den Augen einer Fremden“ ansehen können, während Sie ihre Gefühle genießen, sind Sie immer im Vorteil.

Zumeist sind die Vorbereitungen für den eigentlichen Geschlechtsakt alles andere als perfekt, zumal, wenn beide eher zufällig „ineinanderfallen“ oder es ein „erstes Mal“ für eine der Beteiligten ist. Normalerweise tauchen dabei „Peinlichkiten“ auf. Von der falschen Unterwäsche bis zur Angst, der Partner könnte herausbekommen, dass frau/man nicht so erfahren ist, wie sie/er vorgibt. Und wenn Sie Ihr persönliches Leben durchdenken, dann fallen Ihnen sicher noch einige Peinlichkeiten ein.

Mut zur Peinlichkeit – bloß keine Perfektion

Deswegen gebe ich Ihnen einen Rat: Haben Sie Mut zur Peinlichkeit. Wenn Sie Ihre Heldin den Reißverschluss der Hose eines Mannes öffnen lassen, und „sein Speer“ dann herausbolzt, steif und aufrecht wie ein Königspinguin, dann – lassen sie es mal besser mit dem erotischen Schreiben. Penisse liegen selten direkt hinter Reißverschlüssen, und selbst falls sie bereits ein wenig steif sein sollten, müssen sie doch erst einmal aus den Boxershorts herausgelockt und zumeist noch etwas „nachbehandelt“ werden. Das alles gehört – normalerweise – zum „ganz gewöhnlichen Sex“. Ebenso hat der Tanga nicht immer schon „eine riesige feuchte Stelle“, wenn die ersten Zungenküsse ausgetauscht wurden – ja, möglicherweise bleibt die Feuchtigkeit der Vagina weit hinter der situativen Geilheit zurück.

Sex läuft in erster Linie im Hirn ab

All das gehört zu dem, was „normalerweise“ passieren kann. Sex ist ein Prozess, der im Kopf beginnt, und erst dann den Körper erfasst – und nicht immer arbeiten Kopf und Körper synchron. Hinzu kommt: Was im Kopf vor sich geht, ist schwer zu beschreiben, und das, was im Körper vorgeht, ist mit Scham besetzt. Oftmals haben Männer noch nie eine Klitoris gesehen und Frauen noch nie eine Vorhaut über eine Eichel geschoben. Die Anatomie des eigenen Geschlechts ist oft so unbekannt wie die des anderen Geschlechts, geschweige denn von den Prozessen, die zwischen dem Gehirn, dem ausführenden Körper und den Nervenbahnen ständig stattfinden. Wenn das alle so ist, was soll man dann beschreiben?

Sie haben richtig geraten: Dann kann man nur beschreiben, wie sich das „Ding in das Ding“ versenkt, solange bis einer von beiden jauchzt und stöhnt. Ich denke, das sollte nicht genug sein. SIE können mehr.

Anal, SM und Ähnliches: Wem nichts einfällt, schreibt harte Sachen

Mag sein, dass manche unserer Autorinnen so gerne Themen wie nackt sein, Analverkehr und neuerdings SM aufgreifen, weil es da ein bisschen Lametta gibt, das man um das Nichtwissen herumlegen kann. Ein Dutzend Schläge mit dem Rohrstock kann man gegebenenfalls in zwölf Varianten beschreiben, während dies bei zwölf Hubbewegungen des Beckens schwerfällt.

Ich empfehle allerdings, bei Themen wie Sinnlichkeit, Erotik und Sex vor allem einmal das Organ zu beteiligen, das bei der Lust die Funktion des Steuermanns einnimmt: das Gehirn. In ihm wird die Lust erzeugt, werden die Ergebnisse von Berührungen aller Art verarbeitet und die Lust wie auch der Ekel plastisch und vielfarbig erzeugt. Und genau dies lässt sich durchaus beschreiben.

Intimes von Ihnen selbst verarbeiten

Die Autorin Elizabeth Benedict sagt dazu, eine Sexszene müsse nicht von gutem Sex handeln, und wir fügen mal hinzu: und nicht von perfekten Körpern. Denken Sie dabei auch an das erste Mal, als sie einen Penis erfühlt haben, ihn aus den Pants befreiten und – wahrscheinlich enttäuscht waren. So etwas würde der in Sie hineinstecken? Oder würde er gar verlangen, dass Sie es erst einmal steif lutschen sollten?

Sehen sie – das ist genau das, was ihre Figur denken wird. Peinlich, nicht wahr? Aber das ist ja das Interessante daran.

Das sollten Sie mitbringen:

Schreib-Erfahrung: Wenig - lernen Sie beim Schreiben.
Form: Von der Short-Story bis zur Novelle.
Recherche, Kenntnisse: Einfühlungsvermögen und Beobachtungsgabe.
Mentale Einstellung: Lust an erotischem Schrifttum..
Erotischer Lustfaktor: Kann sehr lustvoll.
Leser(innen)kreis: Alle Hetero-Frauen.

Pardon, Ladys – da wäre der Blowjob

Im Zweifel ...
Das Volk sagt „Blowjob“ und erweiteret damit der Anglizismen um einen weiteren Begriff. Naja, das klingt besser als „ihm einen zu blasen“ oder die Sache mit dem „Lutschen“ der vermeintlichen Zuckerstange. Den (ebenso angeblich) streng wissenschaftlichen Ausdruck benutzt kaum jemand: Fellatio. Das heißt eigentlich „saugen“ und definiert das, was es ist, besser als „blasen“.

Womit wir auf schlüpfrigem Territorium wären. Kaum ein Frauenforum und keine Frauenzeitschrift lässt das Thema aus. Schließlich will frau wissen, ob und wie es andere Frauen machen, auch wenn sie es selbst „voll eklig“ finden oder aus anderen Gründen ablehnen.

Mal eklig, mal aufregend - und immer hübsch kontrovers

In den letzten Jahrzehnten gab es mehrere Wandel im Ansehen des Lutschvergnügens, teils aus dem Zeitgeist, teils aus der Moral, teils aus der Gesundheitsvorsorge und eben auch teils aus emanzipatorischen Tendenzen.

Und es gab einen neuen Irrtum, der nun aus einer ganz anderen Quelle gespeist wurde: aus der Pornografie. Seit sie die inoffizielle visuelle „Lehranstalt“ für viele junge Menschen geworden ist, ist auch der „Blowjob“ zum Lecken besonders hübscher, meist überdimensionaler, vor allem aber stets von Natur steifen Zuckerstangen geworden.

Bleiben wir zunächst mal bei den alten Mythen. Demnach tat „so etwas“ keine anständige Frau – und selbst Huren weigerten sich, derartige „Perversionen“ zu dulden. Vor allem in Deutschland war dies ein eisernes Gesetz – nicht von ungefähr heißt der Mundverkehr auch „französisch“

Im Puffjargon werden die Begriffe übrigens heute noch verwendet: Französisch, „französisch mit Aufnahme“ und „französisch komplett“ heißen die Abstufungen der Möglichkeiten.

Wer das „Abblasen“ oder „Ansaugen“ eigentlich erfunden hat und in welchen Kulturen es häufig vorkam, ist umstritten. Sicher ist, dass die alten Römer und die Inder sich daran erfreuen duften – vorzugsweise allerdings in Bordellen.

Taten es in den 1970ern alle Frauen?

Im Zuge der angeblichen „sexuellen Revolutionen“ der 1970er Jahre kam Fellatio in Mode, wurde aber gleichwohl weiterhin diffamiert. Und je mehr er sich verbreitete, umso mehr Männer erkannten, dass diese Methode der Befriedigung über alles hinausging, was sonst möglich war. Man redet viel darüber – vor allem in Zusammenhang mit dem geheimnisvollen „69“, das gar nicht so einfach zu praktizieren ist. Immerhin konnte diese Methode beiden Partnern Freude bringen, weil sie Cunnilingus und Fellatio kombinierte.

Das neue Millennium: die Ablehnung komm zurück

Als aus der eher verbalen und sozial wie finanziell wirksamen Frauenemanzipation eine vehemente anti-maskuline Bewegung wurde, wendet sich das Blatt abermals. Immer wieder beklagten sich nun Frauen, von ihren Partnern „bedrängt“ zu werden, Fellatio auszuführen. Nachdem der „Blowjob“ einige Zeit fast zum Repertoire der Frauen auf Partnersuche gehörte, und teils „wie selbstverständlich“ gegeben wurde, verschwand er plötzlich wieder.

Die Ursachen sind bekannt: einmal, weil sich herausstellte, dass STDs, sogar HIV, oral übertragen werden können, dann aber auch, weil eine neue Wohlanständigkeit aufkam. Diesmal war es das Selbstbewusstsein: Viele Frauen wollten sich auf keinen Fall mehr darin messen, wer die tollsten Blowjobs geben konnte. Das sogenannte „erotische Potenzial“ geriet in Verruf, und die Wünsche verkehrten sich ins Gegenteil. Frauen wollten nun mehrheitlich nicht mehr gelobt werden, weil ihre Lippen und Zungen Lustgenüsse bescherten. Mehr und mehr zählten andere Werte und Fähigkeiten. Hinzu kam noch, dass die eigene Lustbefriedigung stärker in den Fokus geriet: Immer mehr wurde darüber geerdet und geschrieben, wie wenig ein Penis in der Vagina dazu beitrüge, den Lustgenuss zu erzeugen.

Frauen sind weiterhin neugierig - und Fellatio bleibt interessant

Soweit der Verruf. Da dieser aber nie alle Frauen erreichte, und manche Frauen deutlich neugieriger auf die Exploration männlicher Körper sind als andere, versuchten sie, aus dem Internet zu lernen, wie sie den besten Blowjob vollziehen konnten. Und weil optische Eindrücke immer intensiver sind als die schnöden Texte der seriösen Aufklärungsliteratur, landeten fast alle extrem neugierigen Frauen früher odre später bei pornografischen Darstellungen oder anderen Übertreibungen.

Womit wir bei einem traurigen Kapitel wären. Üblicherweise ist ein durchschnittlicher Penis:

1. Nicht steif, wenn der „aufgenommen“ wird – in der Pornografie aber fast immer.
2. Nicht schön, lang und ebenmäßig, also nicht „appetitlich“.
3. Nicht haarlos in den Körper übergehend, sondern von Haaren umgeben. Die stören natürlich etwas.
4. So gestaltet, dass die Vorhaut (falls vorhanden) zunächst durchaus stören kann.
5. Nicht immer hübsch verpackt (und nun ja, nicht immer blitzsauber).

Das war noch anders, als junge Frauen zuerst an einem natürlichen Penis forschten – ob neugierig oder angeekelt oder beides. Jedenfalls wussten sie eher, worauf sie sich einließen.

Nun gilt es noch, einen Irrtum aufzuklären, der weithin verbreitet ist: Junge Frauen sind nicht neugierig, sondern sie fürchten und ekeln sich vor neuen Erfahrungen. Sie tauschen sich auch nicht über ihre erotischen Qualitäten (Zungenküsse, Vaginalmuskulatur oder Blowjobs) aus.

Das ist – mit Verlaub – eine zwar verständliche, aber sinnlose Verdrängung der Tatsachen. Schon in den frühen 1960er Jahren gaben junge Frauen ihren Mitschülerinnen jede Art von Tipps, wie sie sich bei Zungenküssen, Petting, Handverkehr und Oralkontakten verhalten sollten. All diese Instruktionen wurden nicht gegeben, um solche Kontakte zu verhindern, sondern um zu damit zu bestehen, wenn die Männer danach verlangten. Zwar bezog sich die Vermittlung der Künste weitgehend auf den Zungenkuss, aber der wurde in vivo geübt.

Pro und Kontra z.B. bei BENTO.
Ausführlich dagegen: Bei Vice.
Interessant Kontroverse auf Planet Liebe.
In der BRIGITTE diskutieren Frauen darüber, ob es "mit Kondom" besser geht oder vielleicht richtig ekelhaft ist.

Die feuchten Träumen im erotischen Gefängnis des Gehirns

Geheime Träume - offengelegt
Mit diesem Beitrag wenden wir uns den Themen zu, die zwar auch in der Realität vorkommen, die aber eher in den geheimen Verließen nächtlicher feuchter Träume beheimatet sind. Wir planen dazu etwa 25 Artikel mit unterschiedlichen erotischen Abweichungen, die alle eine relativ große Bedeutung für Frauen haben. Und zusätzlich einige Artikel zu Themen, die sehr am Rande der erotischen Literatur angesiedelt sind, von denen Sie aber als Autorin wissen sollten.

Romantik plus feucht und heftig ergibt erotische Frauenliteratur

Es lohnt sich, Ihr Manuskript prüfen zu lassen
An der Spitze der Frauenfantasien stehen – das wissen Sie wahrscheinlich – romantisch verbrämte Sexerlebnisse, die mit Romantik und einem Hauch von Gefahr verbunden sind. Weit über 80 Prozent aller Frauen haben solche Fantasien. Und weil sie in der Realität eher rar sind, suchen sie die Erfüllung in Gedanken, Schiften und Filmen. Falls Sie denken, erotisches oder gar pornografisches Schrifttum sie niemals romantisch, dann irren sie. Oftmals entstehen die erotischsten Momente aus einer verklärten Romantik, die in ungebändigte Leidenschaft umschlägt. (1)

Nach romantischen Abenteuern - von welchen Praktiken träumen Frauen?

Sie werden hingegen kaum raten, wovon Frauen in zweiter und dritter Linie träumen. Denn um die 70 bis 80 Prozent der lustvollen Gedanken der Frauen kreisen um Hand- und Mundverkehr, sowohl aktiv wie auch passiv. Fasst man dies zu einer Gruppe zusammen, so kann man sagen: Der zweitstärkste Reiz in den erotischen Wünschen und Vorstellungen geht von Zungen, Lippen, Mündern und Händen aus, die mit den Genitalien in Berührung kommen.

Die "Aua-Fraktion": BDSM ist immer ein beliebtes Thema

Neugierig auf Gruppe drei? Hier spüren wir den „SoG“-Sog: nicht erst die Trilogie „Shades of Grey“ sorgte dafür, dass Frauen zu ihren Träumen nach heftigen Herausforderungen körperlicher Art standen. Alles war schon zuvor in den Köpfen und musste nur noch geweckt werden: Dominiert werden, gefesselt werden, selber dominieren und andere fesseln gehört mit zwischen 42 und 65 Prozent zum Mittelteil der erotischen Frauenträume.

Die restlichen Wünsche nach Gruppensex, Orgien, Dreiern, Zuschauen, und gleichgeschlechtlichen Affären liegt im Bereich des unteren zweiten Drittels, also etwa zwischen 30 und 40 Prozent.

Männerwünsche

Ich will Ihnen nicht verheimlichen, wie das bei den Männern ist.

Bei Männern finden wir keine „einheitlich vorherrschenden“ Wünsche, die sich in Gruppen zusammenfassen ließen. Überraschenderweise steht erotische Romantik gleichfalls an erster Stelle, der Oralverkehr folgt aber sehr deutlich der Wunsch nach Sex mit zwei Frauen, Fremdgehen und Voyeurismus. Die gesamte Skala zeigt: Männer sind nicht so wählerisch, was die sexuellen Wünsche angeht, dafür leiben sie die Vielfalt.

Der Mittelbereich zeigt uns dann tatsächlich ähnliche Vorstellungen wie bei den Frauen, namentlich, was sogenannte SM-Aktivitäten angeht.

Fazit für Autorinnen

Für Männer können Sie nahezu jede beliebige sexuelle Lust mit fast allen Abweichung zum Thema machen (weil ihre Fantasien damit satt gefüttert werden). Nur bei Aktivitäten, die männliche Homosexualität beinhalten, müssen sie Abstriche machen: Männer sind oft peinlich berührt, wenn solche Gelüste angesprochen werden.

Frauen hingegen haben neigen mehrheitlich zu gewissen erotischen Tendenzen, die sie am liebsten erfüllt sehen. Häufiger, als wir denken, wollen sie, dass sich feuchte Lust auch in Oralkontakten niederschlägt, und dabei darf es auch eine Frau sein, die solche Bedürfnisse befriedigt.

Für Ihre Arbeit als (angehende) Autorin

Wenn Sie für Frauen schreiben, empfiehlt sich immer ein Rest Romantik, auch in den heftigsten Oral- oder BDSM-Szenen. Besonders, wenn Sie eine heftige erotische Abweichung als Thema wählen, sollten Sie sehr sorgfältig abwägen, ob sie mehr als etwa ein Drittel der Frauen interessiert. Bei den meisten Artikeln, die wir in Zukunft für Sie schreiben, geben wir daher den Anteil der interessieren Frauen am Thema an, soweit dies in unserer Macht steht. Die gleichen Angaben – soweit vorhanden - bekommen sie dann auch für Männer. Sie können nun warten, bis „ihr Thema“ bei uns behandelt wird oder Sie können und vorab eine E-Mail schicken und nach der Relevanz fragen.

Sie erreichen uns über E-Mail:

Bild: Esby (historisch, als Romanillustration verwendet)
(1) Bei dieser Erhebung haben wir "Abenteuer und Romantik" als Themengebiet zusammengefasst - es ergeben sich dadurch Abweichungen von anderen Zahlen vergleichbarer Erhebungen.

Was Sie wissen müssen, bevor Sie erotisch schreiben

Dichter singen über unsere Triebe
in ihrer kindischen Poesie.
Ich kenne jede Art von Liebe –
Und dies viel besser als sie.


(Nach Cole Porter)

Die Buchstaben werden zu Wörtern, die Wörter werden zu Sätzen, und die Sätze werden zur puren Lust
In dieser neuen Serie wende ich mich zuerst an alle diejenigen, die ganz bewusst Blümchensex (auch Vanille-Sex genannt) in ihre Romane, Novellen oder Kurzgeschichten einbauen wollen. Es ist ja die Art von Liebe, Lust und Leidenschaft, die jede Autorin kennen dürfte. Heterosexuell geprägt, meist beschrieben als das Eindringen eines Penis in die Vagina und dann vielleicht ein Orgasmus, der den Körper Ihrer Heldin erbeben lässt.

Ich gehe dabei davon aus, dass Sex ein wichtiges Element und einer der Höhepunkte Ihres Werkes ist, Sex aber andererseits nicht das durchgängige Thema darstellt.


Jetzt muss es passieren …

Wie bei anderen Liebesthemen auch, steht im Vordergrund, auf welche Art und Weise ihre Heldinnen und Helden einander begegnen und wie sich ihre Liebe, ihre Lust oder ihr Verlangen entwickelt. Bei den meisten „Sex-Storys“ kommt dieser Bereich zu kurz, denn zumeist umkreisen die Menschen einander, bevor es zu intimen Begegnungen kommt. Ein wichtiges Spannungselement ist dabei, den Zeitpunkt der ersten „echten“ sexuellen Begegnung hinauszuschieben, besonders dann, wann ihre Leserinnen und Leser meinen: „Jetzt muss es doch passieren.“

Unbedingt den Gedanken an Körperliche Nähe zu Ihren Figuren erzeugen

Um Nähe zu ihren Figuren zu erzeugen, sollten sie wenigstens all das ausführlich beschreiben, was „auf der Haut und unter der Haut“ passiert. Sie haben damit ein gutes Mittel, sinnlich zu schreiben, ohne auf die Emotionen einzugehen. Ich sage dies, weil die meisten Autorinnen und Autoren selbst nach langjähriger Erfahrung mit erotischen Schriften nicht in der Lage sind, emotionale Gefühle plastisch zu beschreiben. Die Empfindungen, die auf der nackten Haut ausgelöst werden, sind hingegen wesentlich leichter zu beschreiben. Denken Sie in diesem Fall nicht gleich an Lippen oder gar Schamlippen, Penisse oder Hodensäcke – die Haut ist ein riesiges Körperorgan, das reichlich mit Nervenenden bestückt ist. Beschreiben Sie beispielsweise, wie Sie sich ausziehen oder entkleidet werden. Falls Sie sich (als Autorin) schämen, sich zu entkleiden und sich dabei „vorzuzeigen“, statten Sie ruhig auch Ihre Heldin mit dieser Schamhaftigkeit aus.

Je mehr Blümchensex, umso intimer sollten Sie schreiben

Besonders, wenn Sie über „Vanillesex“ schreiben, sollten Sie intim werden. Viele der heutigen Autorinnen weichen auf spektakuläre Themen wie SM oder Fetische aus, weil es auf diesen Gebieten mehr zu beschreiben gibt. Doch sobald sie „intim“ werden, kann auch der oft abgetane Blümchensex sehr spektakulär werden.

Ich hoffe, dass Ihnen der folgende Absatz nicht peinlich ist. Ich habe ihn deshalb in diesen Artikel aufgenommen, weil eine große Anzahl von Frauen im Internet bestätigte, dass sie sehr selten oder gar noch nie eine zutreffend erotische Schilderung über „ganz gewöhnlichen Sex“ gelesen hätten. Die Frage eines Mannes war: Wie fühlt sich der Penis aus der Sicht der Frau eigentlich in der Vagina an?

Aus dem interessantesten Beitrag (Netdoktor-Forum) zitiere ich hier einmal kurz:

Wenn ich auch eine der Frauen bin, die nicht unbedingt durch den Geschlechtsverkehr zum Orgasmus kommt, so fühlt es sich doch sehr, sehr aufregend an, wenn er ihn hineinschiebt. Manchmal scheint mir, ich fühle das bis in den Kopf hinauf ... Wenn er den ersten Stoß macht, dann fühle ich das bis hinauf in jene Region des Gesichtes, in der man spürt, dass man rot wird … Was mir ganz einfach auch noch daran gefällt, den Penis in der Vagina zu spüren, ist die Nähe, die in diesem Moment zu meinem Mann besteht.


Die Gefühle im Inneren - nicht nur in der Psyche

Diese kurze, sicherlich nicht literarische Schilderung zeigt, woran es mangelt: Die Zeit zwischen dem Auftauchen des Penis aus der umhüllenden Bekleidung bis zur vollständigen Versteifung kann bereits einige Seiten füllen, wird aber oft nur mit einem Satz abgehandelt. Weitaus interessanter ist jedoch der Moment, indem sich der Körper deiner Heldin bereit macht, den Penis zu empfangen und wie sich „das anfühlt“ – nicht nur in der Vagina, sondern überhaupt. Besonders der Moment des Einführens wird ja noch bewusst wahrgenommen, selbst dann, wenn die Details später verfließen und in nicht beschreibbaren Gefühlen enden. Auch das „Abkühlen“ nach dem ersten Orgasmus und der wieder einsetzenden Lust kann ausführlich und sehr sinnlich beschrieben werden.

Einer der möglichen Gründe, warum dieser Teil der Vanille-Erotik selten beschrieben wird, könnte in der Scham liegen, sich diesem Thema zu widmen. Das gilt für die Penetration ebenso wie für Brust-, Hand- und Mundverkehr.

Nicht von der Heldin distanzieren – sondern sie leben lassen

Ein anderer Grund könnet aber auch daran liegen, sich selbst heimlich von der Heldin zu distanzieren. Nun ist es sicherlich gut, der Heldin ein Eigenleben zu schenken, weil sie dann über den Erfahrungsschatz und die Schamgrenzen der Autorin hinausgehen kann. Aber es ist schlecht, sie nicht einmal mit den Grundlagen auszustatten, und dazu gehörte eben, wie sich ein Mann anfühlt – bei einem flüchtigen Kuss auf die Wange ebenso wie beim Eindringen in die Vagina.

Die Grundlagen und Würzen des erotischen Romans

Ich fasse Ihnen all dies zusammen:

- Die Grundlage des erotischen Romans ist identisch mit der des Liebesromans: Wo und wie kamen beide zusammen, und wie kam es dann zu einer Liebesbeziehung?
- Beim erotischen Roman geht es im Grund darum, die Erfüllung der Lust ausführlich und äußert intim zu beschreiben. Ihre Leserin muss mental die Rolle ihrer Heldin einnehmen können – ob sie es nun ekelt oder anregt.
- „Innere Gefühle“ lassen sich bis zu einem gewissen Grad durch die Empfindungen bei der Berührung der Haut ersetzen.
- Geschlechtsverkehr, auch Hand- und Mundverkehr, ist ein sinnlicher Prozess, kein mechanischer Vorgang. Er wird von vielen, teils widersprüchlichen Empfindungen und Gedanken begleitet.
- Wenn Sie irgendetwas aus Scham vermeiden, kann ihre Leserin weder den Genuss noch den Ekel noch das Schamgefühl nachvollziehen. Sie entziehen ihrer Leserschaft damit eine wichtige Grundlage der Empfindungen Ihrer Heldin.

Der Artikel erschien zuerst in „Sinnlich Schreiben“ als Nummer 50 einer Serie. Die Redaktion hat sich entschlossen, ihn als Nummer eins in eine neue Serie aufzunehmen, in der wir verschiedene Aspekte des Schreibens über Sexualität behandeln. Unser Lohn sollet sein: Wenn sie ein Geschichte schreiben, verweisen Sie bitte auf die Tipps in „mehrhaut.de“.

Die richtige Art, selbstbewusst Erotik zu schreiben

Feucht denken, feucht sein - Erotik schreiben
Ein bisschen Erotik in deinem Roman, sanft angedeutet und zärtlich beschrieben?

Nein, sagt eine bekannte Erotik-Autorin. Und sie weiß auch, wie es geht:

Die Frauen sind feucht, wissen was sie wollen und holen es sich.


Dazu gehört freilich, sich in die Situation der selbstbewussten Verführerin hineinzuversetzen – oder in die Situation einer nach Lust lechzenden Frau, die darauf wartet, verführt zu werden. In jedem Fall: Sex findet nicht ausschließlich im Kopf statt, und er ist nicht „hygienisch folgenlos“.

Übrigens: Habt ihr Angst davor, beim Schreiben richtig geil zu werden? Dazu weißt eine andere Autorin etwas, nämlich Elizabeth Benedict. Sie schreibt (1):

Es ist - wirklich! – in Ordnung, wenn Sie beim Schreiben erregt werden.


Es kann zwar sein, dass du deine Erregung dann erst einmal herunterfahren oder alternativ befriedigen musst, aber inzwischen ist deine Figur zur sinnlichen, feuchten und absolut begierigen Frau geworden – und du kannst weiterschreiben, was sie nun erlebt.

Mehr in der Huffington Post.
(1) New York 2002, deutsch als "Erotik schreiben", Berlln 2013 ?
Und wir? Wir begleiten Sie beim erotischen Schreiben vom ersten Wort an - wenn Sie wollen.