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Der Krieg als Vater lesbischer Populärliteratur

Ein Groschenheft, geschrieben von einer Widerstandskämpferin
Ein Großteil der US-amerikansichen Sex-Heftchen, in denen über Grausamkeiten berichtet oder fantasiert wurde, nahm den Krieg zum Anlass, um extrem grausame Szenen zu zeigen. Waren es in Friedenszeiten meist die „Wilden“ oder infame Mörder, so änderte sich dies während des Zweiten Weltkriegs erheblich. Nun waren die „Gräuel der Nazis“, später auch die der Japaner, Koreaner und Kubaner, Vorlage für grausam-voyeuristische Titelbilder. Nicht die wirklichen Gräuel, versieht sich, sondern zumeist erfundene voyeuristische Folterszenen.

Die Verbündeten waren seltener Objekte für Groschenhefte. Nur „Womens Baracks“ (Die Kaserne der Frauen) zeigt glühende, lüsterne Blicke zwischen französischen Frauen.

Die Sache ist nicht ohne Pikanterie: Es geht um französische Soldatinnen, die in London eingesetzt werden. Als der Krieg heftiger wird (nach deutschem Vorbild „Blitz“ genannt) werden Tabus gebrochen, und zwischen den Frauen beginnen Affären. Das Buch stand einige Jahre auf dem Index, und es gilt als erstes Groschenheft, indem die lesbische Liebe halbwegs glaubhaft geschildert wird. Weltweit wurden mehr als 4. Mio Exemplare des Buches verkauft.
Einige der Ausgaben, teils als Groschenhefte, teils als Paperback.
Die Autorin,Tereska Torrès, ist nicht eine der „üblichen“ Groschenheftautorinnen. Sie meldete sich 1940 freiwillig zu dem Forces françaises libres und arbeitete als Sekretärin für Charles de Gaulle in dessen Hauptquartier in London.