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Sex und Autorinnen: das Problem, etwas Gewöhnliches zu schreiben

Bei Farben haben wir eine genaue Vorstellung, und sie zu beschreiben, ist nicht schwierig. Hingegen finden wir für erotische oder sexuelle Empfindungen oft gar keine Worte. Wir neigen dazu, diese Gefühle zu vereinfachen und sie qualitativ einzuordnen. Dieses Gefühl ist „schön“, jenes ist „eklig“. Für einen Schriftsteller ist diese Vorgehensweise unerträglich – oder sie sollte es wenigstens sein.

(Aus meinen Gedanken zur Kommunikation)

Ganz gewöhnlich - Knöpfe werden geöffnet ... udn was fühlst Du?
Die Doppelbedeutung ist mir wohl bewusst: Das Gewöhnliche kann das sein, was im Volksmund als „ordinär“ bezeichnet wird. Es kann aber auch das sein, was Menschen täglich tun: Vögeln und gevögelt werden.

Die eigene Erfahrung und das Gewöhnliche

Sie wissen sicher aus eigener Anschauung, wie schwierig es ist, das „Gewöhnliche“ zu beschreiben. Zumal, wenn da nicht einfach „das Ding ins Ding“ kommen soll, sondern Gedanken glühen und Emotionen aufkochen sollen – und nicht zuletzt die Körper zum Aufbäumen gebracht werden sollen.

Ich habe damals (als wir das Thema ziemlich and Ende gestellt hatten) selber zur Feder gegriffen und Ihnen etwas verraten, selbst wenn Sie es schon wussten.

Nichts ist so schwierig zu beschreiben wie das „Gewöhnliche“.

Ab hier haben wir den Wortwechsler-Schreibdienst genutzt, um den Artikel ein wenig anzupassen.

Peinlichkeiten kommen häufiger vor als tolle Orgasmen

Sehen Sie: Es kommt nicht im Geringsten darauf an, wie man, frau oder Sie selbst technisch und praktisch „vögeln“ oder „gevögelt werden“. Tatsächlich gehen dem Geschlechtsakt einige Handlungen und vor allem Gefühle voraus. Von Ängsten und Peinlichkeiten über die Gänsehaut bei Berührungen und die Scheidenfeuchtigkeit bis hin zu einem Karussell der Gedanken. Sehen Sie, alles, was zuvor passiert und alles, was während des Geschlechtsakts empfunden wird – das ist interessant. Hingegen interessieren die Hubbewegungen des Penis so wenig wie diejenigen einer Fahrradpumpe. Gut, da wäre noch der „Höhepunkt“. Orgasmen bei Männern sind stets kurz und kommen explosionsartig. Die Hingabe an tolle Orgasmen ist hingegen den Frauen vorbehalten. Falls Sie sich darin auskennen und sozusagen „mit den Augen einer Fremden“ ansehen können, während Sie ihre Gefühle genießen, sind Sie immer im Vorteil.

Zumeist sind die Vorbereitungen für den eigentlichen Geschlechtsakt alles andere als perfekt, zumal, wenn beide eher zufällig „ineinanderfallen“ oder es ein „erstes Mal“ für eine der Beteiligten ist. Normalerweise tauchen dabei „Peinlichkiten“ auf. Von der falschen Unterwäsche bis zur Angst, der Partner könnte herausbekommen, dass frau/man nicht so erfahren ist, wie sie/er vorgibt. Und wenn Sie Ihr persönliches Leben durchdenken, dann fallen Ihnen sicher noch einige Peinlichkeiten ein.

Mut zur Peinlichkeit – bloß keine Perfektion

Deswegen gebe ich Ihnen einen Rat: Haben Sie Mut zur Peinlichkeit. Wenn Sie Ihre Heldin den Reißverschluss der Hose eines Mannes öffnen lassen, und „sein Speer“ dann herausbolzt, steif und aufrecht wie ein Königspinguin, dann – lassen sie es mal besser mit dem erotischen Schreiben. Penisse liegen selten direkt hinter Reißverschlüssen, und selbst falls sie bereits ein wenig steif sein sollten, müssen sie doch erst einmal aus den Boxershorts herausgelockt und zumeist noch etwas „nachbehandelt“ werden. Das alles gehört – normalerweise – zum „ganz gewöhnlichen Sex“. Ebenso hat der Tanga nicht immer schon „eine riesige feuchte Stelle“, wenn die ersten Zungenküsse ausgetauscht wurden – ja, möglicherweise bleibt die Feuchtigkeit der Vagina weit hinter der situativen Geilheit zurück.

Sex läuft in erster Linie im Hirn ab

All das gehört zu dem, was „normalerweise“ passieren kann. Sex ist ein Prozess, der im Kopf beginnt, und erst dann den Körper erfasst – und nicht immer arbeiten Kopf und Körper synchron. Hinzu kommt: Was im Kopf vor sich geht, ist schwer zu beschreiben, und das, was im Körper vorgeht, ist mit Scham besetzt. Oftmals haben Männer noch nie eine Klitoris gesehen und Frauen noch nie eine Vorhaut über eine Eichel geschoben. Die Anatomie des eigenen Geschlechts ist oft so unbekannt wie die des anderen Geschlechts, geschweige denn von den Prozessen, die zwischen dem Gehirn, dem ausführenden Körper und den Nervenbahnen ständig stattfinden. Wenn das alle so ist, was soll man dann beschreiben?

Sie haben richtig geraten: Dann kann man nur beschreiben, wie sich das „Ding in das Ding“ versenkt, solange bis einer von beiden jauchzt und stöhnt. Ich denke, das sollte nicht genug sein. SIE können mehr.

Anal, SM und Ähnliches: Wem nichts einfällt, schreibt harte Sachen

Mag sein, dass manche unserer Autorinnen so gerne Themen wie nackt sein, Analverkehr und neuerdings SM aufgreifen, weil es da ein bisschen Lametta gibt, das man um das Nichtwissen herumlegen kann. Ein Dutzend Schläge mit dem Rohrstock kann man gegebenenfalls in zwölf Varianten beschreiben, während dies bei zwölf Hubbewegungen des Beckens schwerfällt.

Ich empfehle allerdings, bei Themen wie Sinnlichkeit, Erotik und Sex vor allem einmal das Organ zu beteiligen, das bei der Lust die Funktion des Steuermanns einnimmt: das Gehirn. In ihm wird die Lust erzeugt, werden die Ergebnisse von Berührungen aller Art verarbeitet und die Lust wie auch der Ekel plastisch und vielfarbig erzeugt. Und genau dies lässt sich durchaus beschreiben.

Intimes von Ihnen selbst verarbeiten

Die Autorin Elizabeth Benedict sagt dazu, eine Sexszene müsse nicht von gutem Sex handeln, und wir fügen mal hinzu: und nicht von perfekten Körpern. Denken Sie dabei auch an das erste Mal, als sie einen Penis erfühlt haben, ihn aus den Pants befreiten und – wahrscheinlich enttäuscht waren. So etwas würde der in Sie hineinstecken? Oder würde er gar verlangen, dass Sie es erst einmal steif lutschen sollten?

Sehen sie – das ist genau das, was ihre Figur denken wird. Peinlich, nicht wahr? Aber das ist ja das Interessante daran.

Das sollten Sie mitbringen:

Schreib-Erfahrung: Wenig - lernen Sie beim Schreiben.
Form: Von der Short-Story bis zur Novelle.
Recherche, Kenntnisse: Einfühlungsvermögen und Beobachtungsgabe.
Mentale Einstellung: Lust an erotischem Schrifttum..
Erotischer Lustfaktor: Kann sehr lustvoll.
Leser(innen)kreis: Alle Hetero-Frauen.

Pardon, Ladys – da wäre der Blowjob

Im Zweifel ...
Das Volk sagt „Blowjob“ und erweiteret damit der Anglizismen um einen weiteren Begriff. Naja, das klingt besser als „ihm einen zu blasen“ oder die Sache mit dem „Lutschen“ der vermeintlichen Zuckerstange. Den (ebenso angeblich) streng wissenschaftlichen Ausdruck benutzt kaum jemand: Fellatio. Das heißt eigentlich „saugen“ und definiert das, was es ist, besser als „blasen“.

Womit wir auf schlüpfrigem Territorium wären. Kaum ein Frauenforum und keine Frauenzeitschrift lässt das Thema aus. Schließlich will frau wissen, ob und wie es andere Frauen machen, auch wenn sie es selbst „voll eklig“ finden oder aus anderen Gründen ablehnen.

Mal eklig, mal aufregend - und immer hübsch kontrovers

In den letzten Jahrzehnten gab es mehrere Wandel im Ansehen des Lutschvergnügens, teils aus dem Zeitgeist, teils aus der Moral, teils aus der Gesundheitsvorsorge und eben auch teils aus emanzipatorischen Tendenzen.

Und es gab einen neuen Irrtum, der nun aus einer ganz anderen Quelle gespeist wurde: aus der Pornografie. Seit sie die inoffizielle visuelle „Lehranstalt“ für viele junge Menschen geworden ist, ist auch der „Blowjob“ zum Lecken besonders hübscher, meist überdimensionaler, vor allem aber stets von Natur steifen Zuckerstangen geworden.

Bleiben wir zunächst mal bei den alten Mythen. Demnach tat „so etwas“ keine anständige Frau – und selbst Huren weigerten sich, derartige „Perversionen“ zu dulden. Vor allem in Deutschland war dies ein eisernes Gesetz – nicht von ungefähr heißt der Mundverkehr auch „französisch“

Im Puffjargon werden die Begriffe übrigens heute noch verwendet: Französisch, „französisch mit Aufnahme“ und „französisch komplett“ heißen die Abstufungen der Möglichkeiten.

Wer das „Abblasen“ oder „Ansaugen“ eigentlich erfunden hat und in welchen Kulturen es häufig vorkam, ist umstritten. Sicher ist, dass die alten Römer und die Inder sich daran erfreuen duften – vorzugsweise allerdings in Bordellen.

Taten es in den 1970ern alle Frauen?

Im Zuge der angeblichen „sexuellen Revolutionen“ der 1970er Jahre kam Fellatio in Mode, wurde aber gleichwohl weiterhin diffamiert. Und je mehr er sich verbreitete, umso mehr Männer erkannten, dass diese Methode der Befriedigung über alles hinausging, was sonst möglich war. Man redet viel darüber – vor allem in Zusammenhang mit dem geheimnisvollen „69“, das gar nicht so einfach zu praktizieren ist. Immerhin konnte diese Methode beiden Partnern Freude bringen, weil sie Cunnilingus und Fellatio kombinierte.

Das neue Millennium: die Ablehnung komm zurück

Als aus der eher verbalen und sozial wie finanziell wirksamen Frauenemanzipation eine vehemente anti-maskuline Bewegung wurde, wendet sich das Blatt abermals. Immer wieder beklagten sich nun Frauen, von ihren Partnern „bedrängt“ zu werden, Fellatio auszuführen. Nachdem der „Blowjob“ einige Zeit fast zum Repertoire der Frauen auf Partnersuche gehörte, und teils „wie selbstverständlich“ gegeben wurde, verschwand er plötzlich wieder.

Die Ursachen sind bekannt: einmal, weil sich herausstellte, dass STDs, sogar HIV, oral übertragen werden können, dann aber auch, weil eine neue Wohlanständigkeit aufkam. Diesmal war es das Selbstbewusstsein: Viele Frauen wollten sich auf keinen Fall mehr darin messen, wer die tollsten Blowjobs geben konnte. Das sogenannte „erotische Potenzial“ geriet in Verruf, und die Wünsche verkehrten sich ins Gegenteil. Frauen wollten nun mehrheitlich nicht mehr gelobt werden, weil ihre Lippen und Zungen Lustgenüsse bescherten. Mehr und mehr zählten andere Werte und Fähigkeiten. Hinzu kam noch, dass die eigene Lustbefriedigung stärker in den Fokus geriet: Immer mehr wurde darüber geerdet und geschrieben, wie wenig ein Penis in der Vagina dazu beitrüge, den Lustgenuss zu erzeugen.

Frauen sind weiterhin neugierig - und Fellatio bleibt interessant

Soweit der Verruf. Da dieser aber nie alle Frauen erreichte, und manche Frauen deutlich neugieriger auf die Exploration männlicher Körper sind als andere, versuchten sie, aus dem Internet zu lernen, wie sie den besten Blowjob vollziehen konnten. Und weil optische Eindrücke immer intensiver sind als die schnöden Texte der seriösen Aufklärungsliteratur, landeten fast alle extrem neugierigen Frauen früher odre später bei pornografischen Darstellungen oder anderen Übertreibungen.

Womit wir bei einem traurigen Kapitel wären. Üblicherweise ist ein durchschnittlicher Penis:

1. Nicht steif, wenn der „aufgenommen“ wird – in der Pornografie aber fast immer.
2. Nicht schön, lang und ebenmäßig, also nicht „appetitlich“.
3. Nicht haarlos in den Körper übergehend, sondern von Haaren umgeben. Die stören natürlich etwas.
4. So gestaltet, dass die Vorhaut (falls vorhanden) zunächst durchaus stören kann.
5. Nicht immer hübsch verpackt (und nun ja, nicht immer blitzsauber).

Das war noch anders, als junge Frauen zuerst an einem natürlichen Penis forschten – ob neugierig oder angeekelt oder beides. Jedenfalls wussten sie eher, worauf sie sich einließen.

Nun gilt es noch, einen Irrtum aufzuklären, der weithin verbreitet ist: Junge Frauen sind nicht neugierig, sondern sie fürchten und ekeln sich vor neuen Erfahrungen. Sie tauschen sich auch nicht über ihre erotischen Qualitäten (Zungenküsse, Vaginalmuskulatur oder Blowjobs) aus.

Das ist – mit Verlaub – eine zwar verständliche, aber sinnlose Verdrängung der Tatsachen. Schon in den frühen 1960er Jahren gaben junge Frauen ihren Mitschülerinnen jede Art von Tipps, wie sie sich bei Zungenküssen, Petting, Handverkehr und Oralkontakten verhalten sollten. All diese Instruktionen wurden nicht gegeben, um solche Kontakte zu verhindern, sondern um zu damit zu bestehen, wenn die Männer danach verlangten. Zwar bezog sich die Vermittlung der Künste weitgehend auf den Zungenkuss, aber der wurde in vivo geübt.

Pro und Kontra z.B. bei BENTO.
Ausführlich dagegen: Bei Vice.
Interessant Kontroverse auf Planet Liebe.
In der BRIGITTE diskutieren Frauen darüber, ob es "mit Kondom" besser geht oder vielleicht richtig ekelhaft ist.

Ist Petting noch zeitgemäß?

Unvorhersehbare Überraschungen blieben nicht aus ...
Wenn ihr die frühen 1960er noch erlebt habt und schon in einem Alter wart, in dem ihr euch für den eigenen Unterleib und den des anderen Geschlechts interessiert habt, dann ist euch „Petting“ sicher geläufig. Das Wort kam aus dem US-Teenagerjargon, wurde von Kinsey genutzt war in England fast völlig unbekannt und wanderte erst mit der Teenager-Romantik nach Deutschland. Selbstverständlich wurde das Wort und das, was damit gemeint war, wie damals üblich, heftig angefeindet. Die Eltern waren höchst besorgt – vor allem um ihre Töchter, deren Jungfrauenschaft es zu bewahren galt.

Wie es damals war und was damals passierte

Was war denn das nun eigentlich? Statt komplizierter Ausführungen hätten wir da ein Zitat, wie es angeblich ein weiblicher Teenager den Eltern erklärt haben soll:

Petting – das ist eine Möglichkeit, mit einem Jungen alles zu tun, bis auf das Eine.


Und weil sich kaum jemand vorstellen konnte, dass die Tochter vielleicht einige lustvolle Freunde in Serie hatte, bevor sie heiratete, will ich euch noch ein Zitat in Wissenschaftlerjargon nachliefern:

Eine Brautzeit ohne sexuelle Berührung ist sehr selten geworden.

Die Presse, die zu dieser Zeit (bis mindestens Anfang der 1970er Jahre) noch felsenfest in bürgerlichen Konventionen des Bürgertums befangen war, sah im Petting Amerikanismen. Allein darin sahen für die meist erzkonservativen Verleger und Journalisten einen Kulturverlust – mal wurde der Begriff daher als „undeutsch“ kommentiert, mal als generelle Bedrohung der abendländischen Kultur.

Was taten die jungen Leute, wenn sie "Petting" betrieben?

Was taten die jungen Leute eigentlich beim “Petting” in den 1960er Jahren? Das ist schnell beschrieben: Sie stillten ihre Lust durch intime Hautkontakte, zum Beispiel beim Berühren der weiblichen Brüste (einfaches Petting) oder durch Berührungen der Genitalien (intensives Petting). Erstaunlicherweise gab es in der damaligen Zeit noch viele (oft nicht mehr nachvollziehbare) Diskussionen darüber, ob Petting „unter“ oder „über“ der Kleidung ausgeführt werden sollte, dufte oder konnte.

Bloß nicht ganz ausziehen!

Da die jungen Frauen damals noch fast ausschließlich Röcke trugen, und diese möglichst nicht ausgezogen werden sollten, ging der Weg männlicher Hände meist über die Schenkel und den Slip. Frauenhände wanderten unter den meist leicht geöffneten Gürtel und unter Öffnung von einigen Hosenknöpfen oftmals nur über den Slip und taten ihr Wunderwerk dort. Vielfach ist überliefert (aber wenig dokumentiert), dass es Frauen peinlich war, den Penis tatsächlich hautnah zu berühren.

Mal mit, mal ohne Ejakulation - und manchmal auf die Bluse

Es liegt in der Natur junger Männer, dass sie nur wenig intime Berührungen von Frauenhänden benötigen, bis der Penis steif wurde und die Natur das tat, was dann normalerweise sinnreich war: Die Samenflüssigkeit auf den Weg zu schicken. Auch ohne viel Fantasie können Sie sich vorstellen, welche Komödien und Tragödien daraus entstanden, je nachdem, wo dieser Vorgang seinen Endpunkt fand. Jedenfalls wurden Jeans, Tuchhosen, Unterhosen und (man denke!) sogar Blusen, Röcke und BHs gesichtet, die hernach peinlich verunreinigt aussahen. Ob Oralverkehr dazugehörte, wie oft behauptet wird, muss ernsthaft bezweifelt werden, wohingegen Brustverkehr trotz der vielen Schwierigkeiten in der Ausführung eine gewisse Beleibtheit genoss.

Was heute vom Petting bleibt

Potz tausend! Und das soll es heute noch geben?
Ja und Nein. Einmal dürfte es auch unter jungen Leuten immer noch trockene und feuchte Liebkosungen geben, die nicht dem übliche Muster eines Geschlechtsakts entsprechen. Aber sie sind nicht mehr Bestandteil der „Teenagerromantik“ oder einer anderen Jugendkultur. Obgleich immer noch äußert verpönt, hat der Oralverkehr zugenommen, sei er als Vorspiel für „echten Sex“ oder als Stellvertreter-Funktion.

Petting als neue Erotik-Spiele

Neu belebt wurde hingegen die Berührung der Genitalien – bei Frauen über die Schamlippen, die Klitoris und die Vagina, bei Männern über den Penis und die Hodensäcke. Aus den vielen Möglichkeiten der erotischen Stimulation der nackten, leicht verhüllten oder völlig bekleideten Genitalien hat sich sogar ein Kult entwickelt. Teilweise wird das „Streicheln“ mit Bewegungshemmern, Wahrnehmungsverstärkern und bewusster Frustration, gewollten erotischen Erniedrigungen und bewussten Peinlichkeiten kombiniert. In der Praxis heißt das:

1. Die Partner ziehen sich bewusst nicht aus. Und/oder
2. Ein Partner lässt sich fesseln. Und/oder
3. Ein Partner lässt sich die Augen verbinden Und/oder
4. Die Berührung wird beendet, sobald der Partner „kommen“ will.
5. Die Beschmutzung der Kleidung wird bewusst provoziert.

Auch, wenn die Paare dem Kult nicht folgen, ist insbesondere Handverkehr eine lustvolle Variante der Sexualität geworden, die den Partnern wenig Überwindung abverlangt und zu fantastischen Ergebnissen führen kann.

Anmerkung: Die 1950er/1960er Jahre sind ein blinder Fleck auf der Landkarte der Informationen. Auch dieser Artikel beruht überwiegend auf Berichten von Zeitgenossen, die mündlich überliefert wurden. Das oben verwendete Bild (Anonyme Buch-Illustration) musste stark retuschiert werden.

Erotische Plots anhand der Problemlösungstheorie

Probleme mit verbotenen Früchten
Erotische Plots mit einer komplizierten Theorie erzeugen? Das klingt so, als sei es unmöglich. Doch ich verrate Ihnen: Es ist ein Kinderspiel.

Lassen Sie mich zunächst erklären, wie ein neutraler Plot aufgebaut ist. Er besteht aus drei simplen Teilen:

(1) Einer Situation. (2) Einer Veränderung. (3) Einem Ergebnis der Veränderung.

Wir können dies auch anhand der Problemtheorie beschreiben:

Der Ausgangssituation mündet in eine Veränderung oder der Wunsch nach einer Veränderung.

Diese Veränderung beinhaltet Schwierigkeiten, die als Probleme beschrieben werden können. Die ist der Schwerpunkt der Handlung. Am Ende ergibt sich eine Lösung.

Man kann es auch so ausdrücken:

Unsere Heldin steht vor einem Problem.
Sie sucht nach Lösungen.
Die Lösung erweist sich am Ende als Erfolg.
(oder eben auch nicht)


Sie werden bald selbst sehen, dass Sie dieses Schema hundertfach verwenden können. Ein Problem ist ja nicht einfach ein Zustand, sondern das Eingeständnis, einen Mangel zu empfinden. Also können wir das Schema modifizieren:

Unsere Heldin leidet an einem Lebensumstand.
Sie strebt danach, ihn zu verändern.
Am Ende erreicht sie die Veränderung.
(oder eben auch nicht)


Sie kann also ein langweiliges, einsames, lustloses, emotionsarmes, liebloses, leidenschaftsfreies Leben führen. Dann wird sie nach Abenteuern, Freundschaft, Sinnlichkeit, Lust, Liebe und Sex streben. Und schon haben wir die Vorlage für einen erotischen Roman.

Dabei können wir dann verschiedenen Vorlagen folgen:

1. Vom Mangel zur Erfüllung (ohne viel eigenes Zutun).
2. Vom Mangel am Vorhandenen zum Straucheln am Erwünschen.
3. Vom Mangel zur scheinbaren Erfüllung, dann die kalte Dusche.
4. Vom Mangel zur Erfüllung, dann ein erneuter Abstieg.
5. Vom Mangel zu einem häufigen Wechsel zwischen Mangel und Erfüllung.
6. Vom Mangel über Selbsterkenntnis zur vollen persönlichen Erfüllung.



Falls Sie sich für die Theorie interessieren

Alle sechs Plots beruhen tatsächlich auch auf Problemlösungsstrategien. Das angebliche Paradox („das sind doch keine Lösungen“ liegt daran, dass solche Strategien unterschiedlich wirken:

1. Einige Probleme lösen sich durch kleine Korrekturen und zufällige Begegnungen. Es scheint, als lösten sie sich „wie von selbst“.
2. Einige angebliche Lösungen sind nur Maßnahmen. Sie können etwas verbessern, verschlimmern oder gar nichts bewirken.
3. Manche Maßnahmen bringen gar keine Lösungen, sondern sie ändern nur etwas – das kann als Lösung angesehen werden oder auch nicht.
4. Falsche Lösungsansätze können die Probleme verschlimmern, statt sie zu lösen.
5. Das Problem wird von anderen manipuliert, die Scheinlösungen aufbauen.
6. Das Problem existierte in der ursprünglich beschriebenen Form gar nicht.
7. Das Problem kann (für den Betroffenen) unlösbar sein.

Was dies für die Literatur bedeutet? Ich gebe Ihnen gerne einige Beispiele. Wenn Sie sich selbst Gedanken machen wollen:
Der junge Mann und die fehlende Lösungen

Fall eins:

Ihr Held ist 28 Jahre alt und ein wirklich brauchbarer Zeitgenosse. Aber - er ist definitiv noch „Jungfrau“, hat also keinerlei penetrativen Geschlechtsverkehr mit einer Frau gehabt. Weisen Sie ihrem Helden den Weg zu einem lustvollen Sexleben.

Fall zwei:

Ihre Heldin ist 32 Jahre alt und sie hat recht viele Begegnungen mit Männern. Meist verbringen diese ein bis zwei Nächte mir ihr, dann verschwinden sie wieder. Sie möchte dies ändern und wünscht sich einen Mann, der weinigstens ein paar Monate bei ihr bleibt. Zeigen Sie Ihrer Heldin einen Weg, um ihr Problem zu lösen.

Was Sie für diese Plots brauchen, ist also jeweils ein Entwurf zur Problemlösung. Sie können gar keinen „chronologischen Handlungsablauf“ einplanen, weil sie noch nicht wissen, wie sich ihre Figur verhalten wird. Ihnen bleibt gar nichts anderes übrig, als Ihre Figur anzustupsen und dann „laufen zu lassen“ – sie zeigt Ihnen den Weg.

Die erotischen Hauptthemen für Frauen nach Schwerpunkten

Träume der Frauen - Hinweise zum Schreiben erotischer Literatur
Um herauszufinden, welchen Träume Frauen hauptsächlich nachhängen, haben wir eine einschlägige Befragung nach Themengebieten geordnet, die Nennungen anschließend kumuliert und bewertet.

Romantik und Erotik sind innige Partner

Sehr schnell wurde klar (aber das wissen Sie ohnehin, wenn Sie die übrigen Artikel zum Thema gelesen haben), dass Romantik mit einem Mittel von 83 Prozent haushoch siegt.

Wenn das Abenteuer beginnt, lüstern Frauen auch erotisch

Doch was folgt dann? Ganz klar: Es ist der Bereich sexueller Abenteuer, vom Fremdgehen über den Sex in der Öffentlichkeit bis hin zu Sex mit geheimnisvollen Fremden. Mit etwa 62 Prozent treffen wir dabei fast zwei Drittel der Frauen. Spitzenreiter sind hier „ungewöhnliche Orte“ mit fast 82 Prozent.

Feuchte Künste, Zungenspiele und Handfertigkeit sind gefragt

So weit, so gut. Doch wir haben noch keine sexuellen Praktiken und lustvolle Abweichungen erlebt. Welche Praktiken stehen hier ganz oben? Es ist der Mund- und Handverkehr, der Frauen in heiße Fantasien treibt, und zwar zu gut 43 Prozent, wobei der höchste Wert für „Fellatio geben“ festgestellt wurde (71 Prozent).

Popovoll und Pranger – BDSM ist immer gefragt

Niemand wird sich heute mehr wundern, dass sich Frauen zugleich für Unterwerfung und Dominanz interessieren: Das Thema BDSM in allen Varianten liegt mit 42 Prozent höher als viele andere Themen. Fast zwei Drittel der Frauen gaben an, dass ihre Träume davon handeln, sexuell dominiert zu werden.

Mehr als ein bisschen „bi“ – das Thema heizt ein

Bei bisexuellen oder homosexuellen Beziehungen hatten wir zu wenig Werte, um ein gutes Mittel zu bilden. Dennoch nehmen wir aufgrund anderer Erfahrungen und Vergleichswerte an, dass die „gut 37 Prozent“ eine brauchbare Schätzung sind.

Schicke Orgien sind beliebter als gedacht

Auf dem letzten von uns ermittelten Platz (dann haben wir abgebrochen) liegt der Bereich von Gruppensex ab drei Personen mit nur noch 32 Prozent. Wobei erstaunlicherweise Orgien mit Frauen und Männern als Gipfel lustvoller Fantasien herausstachen – sie wurden von 57 Prozent der Frauen genannt.

Informationen zu den Zahlen

Zu den Zahlen sind verschiedene Anmerkungen nötig, was hier noch geschehen soll: Es ist schwierig, die Gruppen so zusammenzustellen, dass ein Gesamtbild entsteht. Manche der Themen (Abenteuer, Gruppen, Bisexualität) lassen sich auch unterschiedlich interpretieren. Das heißt: Die Werte sind weder willkürlich zusammengestellt, noch erheben sie Anspruch auf absolute Gültigkeit. De Grundlagen allerdings sind relativ verlässlich, weil sie aus einer zuverlässigen wissenschaftlichen Quelle stammen. Auch ein Blick in die in Ihrer Buchhandlung ausgelegten erotischen Romane dürfte Sie vom Wahrheitsgehalt dieser Erhebung überzeugen.

Zahlenwerke: Wir haben die Erhebungen der "Université du Québec à Montréal" angesehen, kumuliert und für Autorinnen neu bewertet, Diese Zahlen empfehlen sich, weil sie ebenfalls auf erotischen Fantasien beruhen. Je nach Interpretation und Kumulation können dabei unterschiedliche Ergebnisse in der Betrachtung entstehen. In der Grafik wurden "sexuelle Abenteuer" nicht gesondert erfasst.