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Männer: warum es sich nicht lohnt, zu sagen, was wir meinen

Ich lese: Wir Männer sollen einfach sagen, was wir meinen.

Na schön, dann sagen wir es mal. Es könnte allerdings sein, dass dir dir die „Damen“ dann in die Hoden treten oder auf der Seele herumtrampeln, je nach Temperament. Oder sie leisten sich einen Auftritt: Riesengefühlsausbruch mit Schnotten und Tränen.

Was erwartest du, Mann? Denkst du, irgendeine Frau sagt dir: „Es ist gut, dass du es gesagt hast, jetzt weiß ich endlich, woran ich bin.“ Und dann kann folgen: „Und ja, ich bin sowieso schon feucht, also worauf wartest du?“ Oder aber: „Nein, das kommt für mich nicht infrage!

Abgeklärt? Gut so?

Nein, das passiert nicht.

Wenn wir nicht interessiert sind

Reden wir mal Tacheles: Sagen wir ihr mal die Wahrheit, nämlich dass sie uns eigentlich absolut nicht interessiert. Dann sagen sie uns: „Aber du hast mich doch noch gar nicht gesehen, willst du mich denn nicht wenigstens mal treffen?“ Und dann treffen wir sie und vögeln sie vielleicht, weil das nun mal erwartet wird – mit der wahrscheinlichen Folge neuer dramatischer Auftritte.

Und wenn wir an ihr interessiert sind, aber nicht an der Person?

Also kommen wir zum Gegenteil: Nun sagen wir, dass wir wahnsinnig an ihr interessiert sind. Damit müssen wir ja nicht unbedingt die Person meinen, und das sollte eigentlich jede Frau wissen. Also erwarten wir, dass wir früher oder später den Rosenschmetterling bewundern können oder so etwas in der Art. Und nun kommt der Punkt: Das dürfen wir nicht sagen, denn sobald dies ausgesprochen ist, werfen und die Frauen vor, „schwanzgesteuerte Ungeheuer“ zu sein. Das ist zwar möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich, denn wir duften aufgrund des vorausgegangenen Verhaltens und angesichts der Umstände durchaus erwarten, dass es noch eine sinnliche Erfrischung geben würde.

Wobei wir nun beim dritten und letzten Fall wären.

Und wenn wir wirklich und ehrlich an der Person interessiert sind?

Nun sagen wir (nach reiflicher Überlegung und nicht beim ersten Treffen) dass wir nichts lieber tun würden, als die Damen demnächst zum Traualtar zu schleppen, weil _ nun, weil es einfach Zeit für eine feste Beziehung ist. Dann sagen sie: „sooo eng und verbindlich hätten sie sich die Beziehung auch wieder nicht vorgestellt“, und ihre Freiheit dürften wir auch nicht antasten, schließlich … dann folgt irgendetwas völlig Belangloses, was mit uns gar nichts zu tun hat. Jedenfalls will sie was Festes, aber ziemlich unverbindlich. Von ihrer Seite – nicht von unserer.

Also, was tun wir Männer in solchen Fällen?

Affentänzchen und Sprüche - die Rolle für uns Männer

Wir spielen die Rolle, die uns zugedacht ist: Affentänzchen aufführen und Sprüche aufsagen. Tun, was sie erwarten. In sündig teure Fresspaläste einladen, Blumensträuße schenken, ihnen aufmerksam und interessiert zuhören und ihnen die Illusion zu geben, das alles müsste so sein. Wie im Kino. Ja, und dann? Dann gehen wir mit ihnen entweder zu ihnen oder zu uns oder nirgendwo hin. Ja, ganz alleine und ohne neue Verabredung und ohne Feuchtigkeitsaustausch.

Sag nie zu einer Frau "nein" - oder besser doch?

Ich weiß ja nicht, ob ihr schon mal diesen Weg gewählt habt, einer Frau einfach zu sagen, dass es keinen Zweck hat: nicht für eine Nacht, nicht für 14 Tage und schon gar nicht für immer. Dann wisst ihr ja, was in solchen Fällen passiert. Wenn nicht: Versucht es gar nicht erst – ihr haltet die Reaktionen nicht aus. Ich weiß, es gibt schon Männer, die es trotzdem tun – sich verweigern. Noch sind es die Helden des sogenannten „Datings“, aber vielleicht werden es ja mehr.

Die Verursacherin meiner Gedanken

Ach, ich muss noch erklären, warum sich so etwa schreibe.

Ich habe also einen Artikel in Stern/Neon gelesen. Da fährt doch jemand mit einem Strauß Lilien durch den Tag und redet über die Symbolkraft, die diese Gewächse haben und den Frust, wenn sie „nur so“ verschenkt werden, aus reiner Nettigkeit. Und mit jedem Satz denke ich: Es ist wirklich jammerschade gewesen um die Blumen.

So wahr ich Gramse heiße.

Die Furcht vor der Lust kann den Genuss verhindern

Keine Lust ohne Furcht vor der Lust - oder?
Vor dem Erfolg kommt die Furcht vor dem Erfolg. Oder negativ ausgedrückt: die Angst vor dem Versagen, vor Schmerz, Pein, Erniedrigung oder Verachtung.

Das gilt für den beruflichen Erfolg, aber sicher auch für den Erfolg schlechthin. Wahrscheinlich hast du es schon erfahren: Der Rat der Tanten und Onkel „Lerne hart, damit du viel weißt und kannst, dann kommt der Erfolg von selbst“ taugt nichts. Wenn du das machst, wirst du zu einem Streber, der so lange wie ein ein aufgezogenes Kaninchen hoppelt, bis die Batterie aufgebraucht ist. Nein, wenn du Erfolg haben willst, musst du Hürden überwinden, Regeln brechen und vor allem beweisen, dass du keine Angst hast, Risiken einzugehen.

Die Furcht vor der Lust
Was für den Beruf gilt, gilt auch für die Lust. Wahrscheinlich weißt du es selbst: das Lampenfieber vor dem „ersten Mal“ und vor jedem weiteren „ersten Mal“, bei dem etwas geschieht, was du noch nicht kennst. Doch wenn du es erleben willst, dann musst du abermals eine Hürde überspringen. So, wie Konfuzius es sagte (aber etwas anderes meinte): „Der Weg hinaus ist durch die Tür.“ Oder: Du kannst nur etwas Lustvolles erleben, wenn du die Lust hereinlässt oder du in die Lust hinaustrittst.

Dies ist für viele Menschen ein Problem. Für junge Männer, die irgendwie nie auf den Zug der Lust aufgesprungen sind, und für Frauen um 50, die sich nicht erneut trauen, ihre Lust in den Vordergrund zu stellen.

Egal was, egal wie, egal wann: Die Furcht kann den Weg zum sinnlichen Glück zerstören, und dabei fällt mir wieder die alte Psychologenfrage ein: „Was kann den schlimmstenfalls passieren?

Meist fällt den Menschen, die ich dazu befragte, nichts ein. Viel Selbstbewusstsein, ein wenig Menschenkenntnis, etwas Vorsicht und ein paar kleine Hilfsmittel für alle Fälle – das müsste reichen.

Und was meint ihr?

Bild mitte: Gustav Dore, Andromeda, entstanden 1869