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Die echten Ruten und die freche Weihnachtsmarktbekanntschaft

„Gibt es eigentlich noch echte Ruten?“ Kathrin sah mich mit ihren großen Unschuldsaugen fragend an. „Echte Ruten?“, erwiderte ich, „du meinst nicht etwa Angelruten?“ Ich muss gestehen, dass ich Kathrin erst kürzlich auf dem Weihnachtsmarkt kennenlernt hatte, gleich am ersten Tag. Ein paar lockere Sprüche, ein paar Gläser Glühwein, dann folgte eine wilde und überaus klebrige Nacht. Seither war sie geblieben, und ich habe nicht gefragt, warum. Immerhin lohnte es sich für mich: Sie dekorierte die Wohnung adventlich ein, kaufte guten französischen Champagner und feierte mit mir Abend für Abend das sinnliche Fest der Lust auf eine Weise, die ich noch nie erlebt hatte. „Kleien Wildkatze“ dachte ich, „hat Freude daran, die Krallen zu gebrauchen“.

Auf meine Antwort zur „Rutenfrage“ hin lächelte Kathrin verhalten, küsste mich sanft auf die Wange und sagte leise: „Nein, richtige Ruten, mit denen man die Bediensteten schlägt“. Nun grinste ich: „Du meinst diese Ruten, die wir noch aus unserer Kindheit kennen? Nikolausruten mit Zuckerzeug dran?“ Kathrin bekam einen merkwürdig sanften Gesichtsausdruck, wie eine Ärztin in der Psychiatrie, wenn sie dir erklären will, dass du besser noch ein paar Tage in der Klinik bleiben solltest. Doch dann hauchte Sie: „Nein, mein Süßer – richtige Haselnussruten oder vielleicht Birkenruten, mit denen man auf einen Hintern einen Sternenhimmel zaubern kann“. Ich hätte gleich richtig schalten sollen und zurückfragen: „An wen dachtest du dabei?“, aber ich sagte: „Ich erkundige mich einmal!“ – das würde immerhin ein nettes Nikolausgeschenk geben, und damit sie es nicht missversteht würde einfach noch ein Goldkettchen dazu tun, damit sie eine echte Freude hatte.

Ich wusste, dass es keine wirklichen Ruten zu kaufen gab, kannte aber eine alte Dame am Fluss, die noch die Kunst des Rutenschneidens beherrschte. Ich kaufte für Kathrin ein Goldkettchen und beim Konditor einen echten Marzipan-Weihnachtsstollen für die Dame am Fluss, und in der Tat erbot sie sich, mir die passenden Birkenruten und zu binden. „Für deinen Zweck“, lächelte sie, „ist es besser, sie nicht zu umfangreich zu wählen, eher etwas länger.“ Ich muss sie wirklich verblüfft angesehen haben, denn sie sagte nun sanft: „Kennst du die Dame schon lange, und habt ihr schon … ähnliche Spiele betrieben?“ Mir stand der Mund offen. „Woher wissen Sie (ich siezte sie immer, während sie mich duzte), dass es sich um eine Dame handelt, für die sich sie besorgen soll?“ Sie hob den Kopf, lächelte sanft und sagte sehr leise, aber eindringlich: „Weil nur Frauen die Küsse der Rute wirklich zu schätzen wissen.“ Sie nahm mich bei der Hand, führte mich ins Nebenzimmer und drückte mir ein altes Tagebuch in die Hand. „nimm es mit und lies, was dort unter dem 6. Dezember 1911 steht – du kannst doch die alte Schrift noch lesen? Du kannst mir das Buch zurückgeben, wenn du die Rute holen kommst. Vermutlich brauchst du sie zum Nikolaustag?“ Nun, ich lief leicht rot an, was die alte Dame amüsierte, und verabschiedete mich schnell.

das tagebuch der alten dame
Das Tagbuch enthielt die Schilderung einer Dienstmagd, die in gutem Hause in Stellung gegangen war und am Nikolaustag dafür bestraft wurde, dass sei eine wertvolle Vase fallen ließ. Sie drückte in einfachen Worten ihre Scham aus, ihren Unterleib entblößen zu müssen, was schlimmer gewesen sei als die Rutenhiebe, die sie daraufhin erhielt. Ich wollte das Tagebuch schon teils amüsiert, teils angeekelt zur Seite legen, als sie beschrieb, welch merkwürdige Lustgefühle ihren Körper nach und nach durchströmten, und wie sie schließlich „in jeder Hinsicht ermattet“ aufstehen, die Rute küssen und der Herrin Dank sagen dufte.

Ich schwieg gegenüber Kathrin über das Gelesene, wie ich auch nichts von der Bestellung der Rute erwähnte. Die Nacht vor dem Nikolaustag war seltsam angespannt, und Kathrin bestand darauf, dass ich ihren schönen Po ausgiebig ansehen und küssen sollte, bevor sie sich mir wieder voller Wonnen hingab. „Morgen komme ich erst gegen Abend“, flüsterte sie leise, „und du musst mein Nikolaus sein“.

Die Dame am Fluss erwartete mich schon, als ich gegen Morgen bei ihr eintraf, übergab mir stolz ihr Werk und sagte geheimnisvoll: „Es wäre gut, wenn du die Führung der Rute lernen würdest.“ Dann führte sie mich wieder in die abgedunkelte Bibliothek, in der sich jetzt ein gepolsterter Bock befand, auf dem ein Kissen lag. „Du musst jetzt auf das Kissen schlagen, ohne die Hülle zu verletzen“, sagte sie, „dann machst du es richtig.“ Ich probierte es, aber die Dame war nicht zufrieden. „Hol weiter aus, aber verwende nicht so viel Kraft, und überlasse der Biegsamkeit der Zweige die eigentliche Arbeit “, sagte sie, „das ergibt die Wirkung eines prasselnden Wasserfalls auf ihrem Po“. Nach ein paar weiteren Versuchen war sie zufrieden. „Du bist ein guter Junge“, lächelte sie, "deine Besucherin wird ausgesprochen begeistert sein von dir“.

Kathrin kam an diesem Abend in einer weißen Bluse mit rotem Schottenrock, schenkte mir ein paar goldene Manschettenknöpfe und sagte erwartungsvoll: „Du hast ein Geschenk für mich bekommen?“ Ich übergab ihr das kleine Goldkettchen mit der großen Birkenrute, die einem Kerkermeister jede Ehre gemacht hätte, und ihre Augen erstrahlten. „Ich war überhaupt nicht artig in diesem Jahr“, sagte sie kaum hörbar. „Meinst du nicht, dass ich eine Strafe verdiene?“ Ich dachte an das Buch, an das Kissen und sah die rot glühenden Wangen. Ich beschloss, das Spiel mitzuspielen: „Ich sehe, du bist ein böses Mädchen – wo war doch noch dein Sündenregister?“ Sie zog einen handgeschriebenen Zettel aus der Handtasche: „Lies jeden Satz einzeln vor, bitte, und dann gib mir so viel Schläge dafür, wie du für richtig hältst.“

Sie erwies sich als unersättlich, provozierte immer wieder mit ihrer bösen Zunge und ihrem schönen Körper, und zog mich erst gegen Mitternacht ins Bett, wo wir das Werk der Sinnlichkeit ekstatisch besiegelten. Gegen drei Uhr hörte ich eine Tür klappen – sie war wohl ins Badezimmer gegangen. Ich drehte mich um und schlief weiter.

Ich freute mich auf den Morgen danach auf unser Sektfrühstück. Doch Kathrin war verschwunden, und sie hatte auch die Rute und das Goldkettchen bei mir gelassen. Ich wunderte mich nicht sonderlich. Sie hatte bekommen, was sie wollte, und jetzt würde sie vermutlich wieder zu ihrem Mann zurückschleichen – den Po mit den kleinen, funkelnden roten Sternen darauf würde sie ihm wohl erklären müssen, aber das war nun wirklich nicht mein Problem.

Ein paar Tage später klingelte das Handy, das sich ausschließlich für meine Liebschaften benutzte und ich meldete mich mit der Telefonnummer - das habe ich immer so gehalten. „Wie hoißet Sie“, fragte eine männliche Stimme auf Schwäbisch. „Rohrservice Deppermeister“, log ich, „ist ihr Abfluss verstopft?“ Eine Pause entstand. „Entschuldiget Sie bitte, es ist nur so, dass meine Braut Ihre Nummer hatte … “, sagte er. „Oh, sagte ich, das macht nichts … so etwas kommt schon mal vor. Einen schönen Tag noch.“

Am nächsten Tag ging ich durch die Kirchgasse, die noch herbstlich mit feuchtem Laub bedeckt war, und hörte ein Hupkonzert – eine dieser schrecklichen pompösen Hochzeiten mit Oldtimer und dergleichen. Mein Blick fiel auf die Braut, und ich blieb wie angewurzelt stehen. „Gell, sie sind ein schönes Brautpaar“, sagte ein Passant, der ebenfalls stehen geblieben war. „Ja, und sie werden sicher sehr glücklich“, erwiderte ich, während ich in mich hineinlächelte und mir ein Lied in den Sinn kam: „Nikolaus ist ein guter Mann, dem man nicht genug danken kann.“

Tausche Date gegen … Dinner, Bargeld und noch viel mehr

Nach einem Bericht aus den USA kann man kaum etwas dagegen haben, wenn eine Frau Dates gegen Esseneinladungen tauscht – das ist ungefähr so amerikanisch wie Truthahn-Essen. Auch ein Date gegen Geld zu tauschen ist in den USA offenbar üblich geworden, und die Offerte, wie viel Geld man gerne vom Partner als „Sponsoring“ für eine Dauerbeziehung hätte, ist ebenfalls nicht mehr ungewöhnlich.

Erstaunlich, wie viele Varianten der Moral man in den USA kennt: Denn „Sex gegen Geld“ gehört bei den US-Amerikanern zu dem Verwerflichsten, was man überhaupt tun kann – sowohl als Kunde wie auch als Anbieter – da ziehen alle an einem Strang. Übrigens sind auch viele Briten und manche Kontinentaleuropäer von dieser Meinung nicht frei. Es ist inzwischen Mode geworden, unliebsame Prominente mit der „Enthüllung“ von Hurenkontakten öffentlich zu diffamieren.

Was aber passierte jetzt in den USA? Da wird eine US-Amerikanerin öffentlich gelobt, weil sei einen Weg gefundene hat, kostenlose Abendessen zu bekommen – 20 Mal im Monat. „Date gegen Dinner“ lautet die Formel, und sie geht sogar überall durch – Dinner Dates sind eine US-amerikanische Tradition, und wer sie nutzt, um Männer auszubeuten, die sowieso genug Geld haben, der ist in den USA (wie man jetzt sieht) offenbar eine Heldin. Dort bieten Frauen übrigens ohnehin inzwischen ganz normal ihre Dates gegen Bezahlung an – teils mit provokativ vorgerückten Brüsten und eindeutigen Beschreibungen - aber es sind ja nur Dates, wer würde da ans Sex denken? In anderen Internet-„Dating“ Diensten sagen sogenannte Sugar Babys klipp und klar, was sie gern von ihren Sugar Daddys als monatliche „Apanage“ hätten –ebenfalls unbeanstandet.

Tausche Date gegen Geld ist also „ganz normal“. Zeit ist Geld, und deswegen muss sie ja irgendwie verkauft werden können, nicht wahr? Sollte dabei Sex anfallen – nun, das freut die Moralisten sicherlich nicht, ist ja nun aber wirklich nicht so ungewöhnlich. Also was wollen wir blöden Europäer eigentlich, die nicht begeifern, warum Dates gegen Geld einzugehen, das Recht jeder hübschen jungen Frau sind?

Das wäre ja noch gar nicht so schlimm, wenn es nicht immer wieder die Amis wären, die Front gegen die liberalen deutschen Prostitutionsgesetze machen würden. Ach, Sie sagen, die Schweden hätten die gleiche Auffassung? Dann sehen Sie genau hin: In Schweden wird Sex als ein Naturrecht angesehen. Wer Sex kauft, verstößt nach schwedischer Auffassung gegen den Grundsatz, dass etwas, das normalerweise gerne freiwillig gegeben wird, nicht erkauft werden darf. Schwedische Logik: Wenn es Freier gibt, dann müssen Frauen sich gegen Geld zwangsweise verkaufen, die sich aus freiem Willen nie prostituieren würden.

Tausche Dates gegen Geld … wenn das Schule machen sollte, wird das gesamte Dating in den Dreck gezogen, und manche Frau wird den „Mitnahmeeffekt“ nutzen, um aus der „günstigen Gelegenheit“ des bezahlten Dates noch mehr Geld herauszuschlagen. Wer schon sein Date gegen Geld verkauft, könnte ja auch noch mehr Stunden seiner Begleitung gegen Geld anbieten, oder etwa nicht?