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Cuckold-Zirkus oder was ist eigentlich ein Cuckold?

Der „Cuckold“ ist ein typisches Beispiel für die „Umdefinition“ eines Wortes durch interessierte Kreise im Internet: Das englische Wort soll so umformuliert werden, dass es als Markenzeichen für bestimmte pornografische Produkte taugt – und dies kann man auf vielerlei Art tun: zum Beispiel auch mithilfe von Foren und angeblich „neutralen“ Webseiten.

Was ist ein Cuckold?

Ein Cuckold ist schlicht und einfach ein „gehörnter Ehemann“, ein „Hahnrei“. Das englische Wikipedia sagt es richtig aus, bereits das deutsche Wikipedia verfälscht den Begriff. Während nämlich das englische Wikipedia „Cuckold“ oder „Cuckolding“ „auch als Fetisch“ bezeichnet, triumphiert das Deutsche Wikipedia (übrigens unbeanstandet) mit dem Begriff so auf, wie er in der Pornografie, der SM-Szene und den angeblichen „weiblich dominierten Beziehungen“ Beziehungen verwendet wird (wörtlich) „ (als) ein Mann bezeichnet, der in einer festen Partnerschaft oder Liebesbeziehung durch den intimen Kontakt seiner Partnerin mit anderen Männern … sexuellen Lustgewinn erlangt:“

Niemand wird bezweifeln, dass es solche Neigungen gibt, nur gehören solche Paare eindeutig zu den sexuellen Abweichlern, die zwar spektakulär wirken mögen, aber in Wahrheit aber eine Minderheit darstellen.

Cuckolds – der Traum vom Zusehen

Wenn der „Traum vom Zusehen“ Wirklichkeit werden soll, wird dies meist in der privaten Abgeschiedenheit einer Wohnung erprobt, also nicht in der Swinger-Szenerie. Die Realisierung aus einer Laune heraus, etwas in Abwandlung eines „flotten Dreiers“ gehört zu den Varianten, die am Wahrscheinlichsten in die Praxis umzusetzen sind.

Um einen gewöhnliche Dreier in eine Cuckold-Szenerie zu wandeln, bedarf es dreier Spieler, denen unterschiedliche Eigenschaften zugeschrieben werden:

1. Der Mittelpunkt des Spiels ist stets der Cuckold selber, zu dessen Gunsten gespielt wird. Er wird in der Literatur unterschiedlich beschrieben, zu ihm passt aber eine mindestens leicht devote Grundhaltung – in der Literatur wie in der Realität.
2. Unumgänglich ist eine feste Freundin, Verlobte oder Ehefrau, die Freude daran hat, vor den Augen ihres Freundes, verlobten oder Ehemannes mit einem anderen Mann heftigen Sex zu haben. Sie heißt in der Szene „Hotwife“ oder „Eheschlampe“. In der Literatur ist sie neugierig oder lustvoll, in der Pornografie eher skrupellos und unerschrocken, eben eine „Professionelle“.
3. Der Dritte im Bunde ist zumeist ein kräftiger Beschäler, der „Bull“, der an der „Schlampe“ sein Werk verrichtet. Er wird normalerweise als Mann mit „Stehereigenschaften“ geschildert, und er wirkt besonders in der Pornografie völlig gefühllos. Im wirklichen Leben ist dies zumeist nicht der Fall.

Cuckold-Zirkus und Cuckold-Literatur

In der sogenannten „Szene“, die eher eine künstlich aufgebaute Internet-basierte Szene ist, werden künstliche Begriffe (C1, C2, C3) kreiert, die von manchen Medien (beispielsweise Orion-Blog) nahezu kritiklos übernommen werden. Man könnte diese Szenerie als den „Cuckold Zirkus“ bezeichnen, weil hier die Protagonisten vorgeführt werden wie die Zirkuspferdchen.

Die möglichen Varianten in der Fantasie wie auch in der erotischen Literatur sind hingegen vielfältiger und oft feinsinniger. Zwar kokettiert man auch hier mit einem unterwürfigen Mann, den man in Kontrast zu einem starken Mann stellt, jedoch werden die Spieler dort üblicherweise nicht so plakativ dargestellt. Die Literatur geht ja davon aus, dass jeder Mensch mit einem Grundgefühl von Scham und Neugierde oder Angst und Wollust in sexuelle Abenteuer hineingeht, und nicht, dass die Dinge routiniert abgewickelt werden und jeder dabei vorher, währenddessen und nachher zufrieden ist.

Wer nicht in die Erotik-Szene eingebunden ist, sollte größte Vorsicht bei der Realisierung von Cuckold-Fantasien walten lassen. Harmlosere Spielvarianten ergeben sich zum Beispiel dadurch, dass man auf den „Dritten“ zunächst verzichtet (etwa dadurch, dass sich die Frau vor den Augen des Mannes selbst befriedigt und dabei laut fantasiert) oder durch einen „Dreier“ mit einem bereits bekannten Partner, in dem die Szenerie lediglich ausgeweitet wird.

Eine weitere Variante dieser Beziehungen besteht darin, dass die bei manchen bestehenden Dreiern ohnehin bestehende Bi-Option stärker ausgespielt wird. Diese Option ist gerade in der Literatur sehr beliebt, weil sie an Grenzen heranreicht, die Menschen in der Realität kaum überschreiten würden.