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Tabus, Grenzen und das Liebäugeln damit

Eine Frau begegnet einem Mann, und beide wissen, dass ihre Begegnung nicht auf Dauer ist: Eine Affäre ist geplant, kurz, heftig und möglichst so, dass beide am Ende völlig erschöpft aufstehen und sagen: „Es war absolut geil und superschön“.

Doch ab und an flackert der Blick. Einer von beiden möchte weiter gehen als üblich, hat brennende Wünsche, die der andere noch nicht kennt. Hätte sie es nicht im Vorfeld ankündigen können? Ja, hätte sie. Aber sie wollte keinen dieser Kataloge erstellen, was bei ihr „möglich ist“, und was nicht – schließlich ist sie keine Hure. Dazu kommt noch, dass sie es nicht genau weiß, was ihr „darüber hinaus“ gefallen würde, den wer weiß das schon so genau, wenn er es noch nie getan hat?

geheime wünsche
Ja, sie hat Tabus. Das sind Sachen, die gar nicht gehen, jedenfalls nicht mit ihr. Nichts, wovor man sich auch außerhalb der Sextreffen ekelt, zum Beispiel. Aber es ist ihr auch nicht genug, immer das Gleiche zu erleben: Sich schnell entscheiden, ins Hotel gehen, sich ausziehen, die Sache ein bisschen vorwärmen, und dann vielleicht zwei Mal die wirklich große Sache, und bitte ein bisschen ausdauernd. Ja sicher, zu Hause bekommt sie es nicht so leidenschaftlich und ausdauernd, ja, es ist etwas gewonnen mit diesem Casual Dating. Eine kleine Auffrischung des Alltags, sozusagen. Aber sonst?

Warum ist sie nur so? Warum flüstert sie ihm nicht ins Ohr: „Du, ich möchte, dass du …“. Natürlich ist, sie nicht mehr Jungfrau, im üblichen Sinne, aber sie hat von Dingen gehört, in denen sie noch Jungfrau ist. Es gibt Lüste, die bei ihr keine Tabus sind, aber sie hat doch Grenzen, kriegt es einfach nicht über die Lippen: „Du Schatz ich möchte …“. Sie hat einmal versucht, ganz zaghaft, in ihr Profil zu schreiben, dass Sie Lust auf „Soft-SM“ hätte, aber da haben sich nur Männer gemeldet, die nicht mehr an ihr als Person interessiert waren. „Ich will eine Frau bleiben und kein Objekt werden“, sagt sie.

Sie besteht darauf, Mensch zu sein, Person, Frau. Sie will höflich und zuvorkommend behandelt werden, will, dass er ein Gentleman ist und gewisse Grenzen respektiert. Aber wenn jemand einfach einmal versuchen würde, mit ihr die Grenzen zu überschreiten, sie bei der Hand nehmen würde und sagen: „Du, wir gehen jetzt dorthin, und du kannst umkehren, wenn du es nicht erträgst?“

Sie hat Tabus, an denen sie festhalten will. Sie hat Grenzen, die sie noch nie überschritten hat und sie liebäugelt damit, dass sie es eines Tages doch tun wird.

Findet ihr euch darin wieder? Ein Mann sagte mir: „ja sicher, mir geht es ähnlich“. Eigentlich wollte ich das nicht wissen, sondern eher, wie er sich gegenüber Frauen verhält, die so denken.

Er fürchtet sich, manche Gedanken zu äußern, nicht alle, aber eben … manche . Nein, er verrät nicht einmal mir, was es den sein könnte, aber seine Wangen erröten. Er hofft, dass ihm eine Frau den Vorschlag macht, seine Grenzen zu überschreiten. Er will, dass sie ihn bei der Hand nimmt und sagt: „Komm, bei mir musst du dich nicht schämen“.

Warten wir eigentlich alle nur aufeinander, dass der andere uns über unsere Grenzen hinweg hebt? Es wäre doch wirklich schade. Oder was meint ihr?

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