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Cuckolds – die Vermarktung der Fantasie eines Seitensprungs

Geschrieben von Induna • Samstag, 2. Januar 2010 • Kategorie: casual dating geheimnisse
hahnrei / cucu / cuckold


Die Welt der Sekten hat überall eines gemeinsam: Neben merkwürdigen Ritualen pflegt man dort auch eine eigene Sprache. Alleine der Begriff klingt ja schon merkwürdig genug: „Cuckold“? Der Begriff wurde nach halbwegs verlässlichen Quellen bereits vor mehr als 500 Jahren benutzt, als man bereits wusste, dass das Weibchen des Kuckucks seine Eier in fremde Nester legt. Dem Zeitgeist folgend, wurden solche Umschreibungen gerne benutzt, um sexuelle Laster zu bezeichnen: Wenn eine Frau „fremd ging“, dann tat sie dies nach Art des Kuckucksweibchens, indem sie zu „einem Fremden ins Nest ging“. Der Ehemann wurde dann eben zum „Cuckcold“, denn aus Frankreich wechselte diese Bezeichnung auch nach England über, wo sie unter anderem von William Shakespeare als Metapher benutzt wurde.

Der Cuckold ist eigentlich ein "Hahnrei" oder "gehörnter Ehemann"

Ein Alternativbegriff ist ebenfalls populär: Jemanden „hörnen“ oder ihm „Hörner aufsetzen“. Der Begriff kommt aus der Praxis, dem kastrierten Hahn, der dann zum Kapaun wird. Dadurch wird er dann zum Hahnrei (Hahnreh), wozu wir diese Erklärung fanden: ((Brockhaus, 14. Auflage, 1894-1896)

Hahnrei, ein Mann, der von seiner Frau, indem sie sich zu einem andern hält, betrogen wird. Das Wort kommt zuerst bei Matthesius im 16. Jahrh. vor und ist vermutlich zurückzuführen auf den alten Gebrauch, jungen Hähnen bei dem Kapaunieren die abgeschnittenen Sporen in den verschnittenen Kamm einzusetzen, in den sie so fest wachsen, dass sie den Eindruck von Hörnern machen. Der von seiner Frau betrogene Ehemann wird also mit einem solchen Kapaun verglichen; er ist ein Hörnerträger oder Hahnrei, d. i. ein Hahn, der durch die ausgesetzten Hörner zu einem Rehbock gemacht ist, ursprünglich "Hahnreh" oder "Rehhahn" genannt, woraus Hahnrei missverständlich wurde. Im Französischen wird der Hahnrei. Cocu, altfranzösisch für coucou genannt - nach dem Kuckuck, dessen Weibchen seine Eier in fremde Nester legt (…) bekannt ist aus Shakespeare die Sage, dass der Kuckuck jeden Hahnrei anrufe.


Die Pornobranche verfälscht den alte Begriff Cuckold

Der gehörnte Ehemann war zwar schon immer ein Motiv erotischer Literatur und sogar erotischer Darstellungen aller Art, doch erst seit die Swingerszene, die BDSM-Szene und die Internet-Pornobranche miteinander vermengt wurden, steht der „Cuckold“ für ein Genre der besonders ordinären Pornografie. Seither werben zahlreiche allgemeine pornografische Seiten, aber auch spezielle Foren mit dem Begriff, der dabei teilweise extrem verfälscht wird. Denn „Cuckolding“ wird durch die pornografische Werbung zu einem Prozess, der von der Frau, dem „Hotwife“, nicht nur dominiert wird, sondern die auch das „Drehbuch“ für komplette Szenarien schreibt, in denen sie vom „Bull“, dem Liebhaber, in allen möglichen Stellungen beschlafen wird, während der unterwürfige „Cucky“ zusehen muss. „Bull“, „Cuckold“ oder „Cucky“ gehören zu dem bereits erwähnten Vokabular, mit dem die Adepten dieser Ausschweifungen ihre Rollen bezeichnen.

Auch der moderne, unterwürfige Cuckold hat Vorbilder

Solche Szenarien mögen als exklusiver Zeitvertreib durchaus existieren. Sie haben sogar literarische Vorbilder. Typisch dafür wären die Erlebnisse des Leopold Graf von Sacher-Masoch, der in seinem berühmten Roman „Venus im Pelz", zusehen muss, wie seine erwählte Pelzherrin Wanda einen jungen Künstler verführt und dabei in die gleiche Situation bringt, in die er sich selbst brachte: die völlige Erniedrigung aus Lust und Leidenschaft.

Voyeure beim Seitensprung der Ehefrau - Cuckolds

Ähnliche Formen der Verbindung von Masochismus und spielerischen sexuellen Ausschweifungen findet man auch in der modernen erotischen Literatur. In einem englischen Roman der Gegenwart wird sehr bildhaft geschildert, wie ein Cuckold-Treffen nach einem vorher festgelegten Drehbuch arrangiert und durchgeführt wird. Dabei erfüllt die lustvolle Ehefrau ihrem Mann den lange gehegten Wunsch, Voyeur einer Szene zwischen ihr und einem bestellten Liebhaber zu sein. Wie viele Geschichten aus dem Vereinigten Königreich wird auch diese mit einem trockenen Humor gewürzt – und die Geschichte erhält ein überraschendes Ende, das ebenfalls „sehr britisch“ ist und so nicht im Drehbuch stand, nämlich eine bisexuelle Variante.

Fantasie, sinnliche Realität oder Pornografie?

Offen bleibt bei alldem natürlich, ob der „Cuckold" als gedemütigter Ehemann eher ein Fantasieprodukt der Männer ist, oder ob es tatsächliche Frauen gibt, von denen als „Hotwife“ solche Impulse ausgehen. Völlig nebulös bleibt dabei auch, ob Frauen überhaupt Freude an solchen Fantasien haben. Da die Treffen, wenn sie in der Realität stattfinden sollen, sehr sorgfältig arrangiert werden müssen, ist die Frage, wie oft dies in „ganz gewöhnlichen Beziehungen“ wirklich vorkommt oder ob diese Ereignisse nicht eher in die Dogging-, Swinger- oder BDSM-Szene gehören.

Vergessen wir nicht den Ursprung aller pornografischen Schilderungen des „Cuckold-Themas: die Fantasie der Männer, zuzusehen, wenn die Geliebte, Freundin, Verlobte oder Ehefrau von einem anderen Mann beschlafen wird. Ob sie genauso viel Freude daran haben, wenn sie dies tatsächlich erleben?

Cuckolding - Zweifel überwiegen

Es wäre zu bezweifeln, wie denn überhaupt die Frage gestellt werden muss, ob es dem Paar, das sich darauf einlässt, wirklich gut tut. Drehen wir die Sache doch einmal um: Seit Frauen offener zu eigenen Fantasien stehen, kann man gelegentlich die Vorstellung hören, sie würden gerne zusehen, wie ihr Freund Sex mit einer anderen Frau hat, während sie selbst unbeteiligt bleibt. Als Fantasie und literarische Vorlage durchaus interessant, würde das Vorhaben in der tatsächlichen Ausführung aber von den meisten Frauen abgelehnt – die Gefahr, dass die Gelegenheitspartnerin dem Mann Lust auf weiterer Seitensprünge machen könnte, wäre für die meisten Frauen viel zu beängstigend.

Lediglich die Swinger- und Doggingliebhaber sind darüber offenbar anderer Meinung – doch sollte man sich auf das Niveau von Parkplatzsex (Dogging) begeben, um sich erotische Fantasien zu erfüllen? Wohl eher nicht. Menschen mit Rückgrat sollten zu ihren Fantasien stehen - aber sie sollten sich nicht dazu herablassen, sich in die Niederungen einer Unkultur zu begeben, in der Menschen nur noch sexuelle Objekte sind.

Titel: 17 Jahrhundert, Frankreich, Teil eines Kalenders

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1 Kommentare

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  1. Interessant fände ich, wie weit das weibliche Cukolding vertreten ist. Ich kenne ein Paar, bei dem die Frau in Rolle des Cuckolds schlüpft und einen Lustgewinn hat, ihrem Mann (dann ein Hothusband?) mit einer anderen Frau (Bull) zuzusehen.

    Ich könnte mir vorstellen, dass es viele solcher Beziehungen gibt, diese aber vielleicht noch nicht ganz so stark thematisiert werden bzw. auch noch nicht ganz so stark kommerzialisiert worden sind.

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