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Rollenspiele: Umkehrung der Machtverhältnisse

Geschrieben von Ubomi Ulobi • Freitag, 15. April 2011 • Kategorie: casual dating historisch
die lust daran, von bediensteten gedemütigt zu werden
Der Reiz der meisten Rollenspiele beruht auf die Umkehrung der Machtverhältnisse: Der vornehme Herr will einmal Diener sein und die befehlsstarke Managerin einmal Dienstmagd.

Schon früher hat man in der erotischen Literatur die Machtverhältnisse spielerisch gedreht, um diesen zusätzlichen Lustaspekt aufzubauen: Da wurde die neue Herrin zunächst von einem schwarzen Landarbeiter geschlagen, damit sie die Demut lernt, oder sie musste erst dem Kutscher und dann dem Diener ihre Qualitäten als Geliebte beweisen, bevor der Herr sich dazu herabließ, mit ihr zu schlafen. Das alles sind natürlich erotische Fantasien. In der heutigen Realität wird man die Putzfrau kaum noch dazu bewegen können, denn Ehemann einmal kräftig abzustrafen – was würde die Gewerkschaft dazu sagen?

In einer ehemals sehr populären erotischen Erzählung muss die Herrin ihre Putzfrau, einer gläubige Katholikin schwarzer Hautfarbe, mit hundert Dollar dazu überreden, einem Mann den Hintern zu versohlen – das Motiv der Rache an den einstigen Sklavenhaltern reichte nicht. Auch in britischen Flagellationsromanen kommt das Thema zum Tragen: Die vornehme Gouvernante überlässt den eher rauen Teil der Erziehung des Zöglings ihrer Bediensteten. Wenn sie ihren Zögling schlägt, dann vornehm und gepflegt – die Bedienstete hingegen darf ihn nach Herzenslust durchprügeln.

Es kann offensichtlich reizvoll sein, von einer Person des angeblich schwächeren Geschlechts und einem Bildungsstand, der erheblich unter dem eigenen liegt, gedemütigt zu werden. Viele Männer suchen ja gerade die „einfache Frau“, von der sie unterjocht werden wollen und nicht die „vornehme Dame“, die wie eine Dompteurin ihre „Männchen“ trainiert.

Woran dies wohl liegen mag? Möglicherweise daran, dass die ersten Frauen, die mal als „willig“ kennenlernte, einfache, relativ roh geschnitzte Frauen waren, und dass die eine oder andere davon tatsächlich das war, was man damals ein „raffiniertes Biest“ nannte.

Wer kann dieses Mysterium erhellen? Oder haben wir die falschen Bücher gelesen?

Bild: Original nach Topfer (Oberteil), aus "Esclaves Modernes"

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Die Lust, sich schön zu machen - die Lust, schön zu sein

Recht viele Menschen können heute Lust von Liebe trennen. Vielleicht konnten sie es immer, aber sie durften nicht sagen. Männer wollten nicht als „Lustmolche“ verspottet werden, und Frauen nicht als Schlampen diffamiert.

Das Werkzeug von Mutter Natur, um uns zum Paaren zu veranlassen, heißt Wollust, nicht Liebe. Liebe ist eine Überhöhung eines sozialen Gefühls, der innigen Verbundenheit miteinander. Wenn man so will, haben Sex und Liebe gar nicht viel miteinander zu tun. Auch die Reihenfolge stimmt nicht wirklich: Erst Liebe, dann Sex. In Wahrheit ist es umgekehrt: Erst schüttet unser Körper unser Hirn mit Drogen zu, damit wir meschugge genug sind, uns der Wollust zu unterwerfen. Dann erst entwickeln wir die Liebe füreinander, also den sozialen Klebstoff, der uns aneinanderbindet.

Causal Dating ist der Ausdruck einer Zeit, die Lust von Liebe zu trennen weiß. Das Märchen, eine Frau müsse erst in Liebe zu einem Mann verfallen, bevor sie sich hingibt, ist ziemlicher Unsinn. Denn nicht Liebe, sondern die Vorstufe von Sex, die Geilheit, ist nötig, um den Körper in Stimmung zu bringen. Fast ein Jahrhundert war man der festen Überzeugung, Frauen würden überhaupt nicht geil. „Das sexuelle Verlangen des gesunden und wohlerzogenen Weibes ist ein Geringes“, schrieb Ende des 19. Jahrhunderts sinngemäß ein bekannter Psychiater.

Frauen sind die eigentlich entscheidenden Kräfte in der gesamten Szenerie des „Casual Dating“, wie auch aller anderen erotischen Affären. Wenn Sie sich nicht in das Spiel einbringen, ist der „Markt“ gestorben. Ob es nun „sozial korrekt“ ist oder nicht: nahezu das gesamte Marktgeschehen auf dem Tummelplatz Leidenschaften, Lüste und Beziehungen liegt in den Händen der Frauen, die sich diesem Markt öffnen.

Weil das so ist, kann auf diesem Liebesmarkt alles Geschehen – oder gar nichts. Ich hoffe sehr, dass diese Mischung von Unterhaltung und Information dazu beiträgt, Ihnen klarzumachen, wie wichtig es ist, Causal Dating richtig einzuordnen. Es ist ein Spiel mit der Lust auf einem hohen Niveau – mit Frust und Lust, Gefahren und Erleuchtungen.

In diesem Sinne – werden Sie intim, und sündigen Sie aus vollem Herzen, um das ganze Vergnügen einzuheimsen.