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Rollenspiele: Umkehrung der Machtverhältnisse

die lust daran, von bediensteten gedemütigt zu werden
Der Reiz der meisten Rollenspiele beruht auf die Umkehrung der Machtverhältnisse: Der vornehme Herr will einmal Diener sein und die befehlsstarke Managerin einmal Dienstmagd.

Schon früher hat man in der erotischen Literatur die Machtverhältnisse spielerisch gedreht, um diesen zusätzlichen Lustaspekt aufzubauen: Da wurde die neue Herrin zunächst von einem schwarzen Landarbeiter geschlagen, damit sie die Demut lernt, oder sie musste erst dem Kutscher und dann dem Diener ihre Qualitäten als Geliebte beweisen, bevor der Herr sich dazu herabließ, mit ihr zu schlafen. Das alles sind natürlich erotische Fantasien. In der heutigen Realität wird man die Putzfrau kaum noch dazu bewegen können, denn Ehemann einmal kräftig abzustrafen – was würde die Gewerkschaft dazu sagen?

In einer ehemals sehr populären erotischen Erzählung muss die Herrin ihre Putzfrau, einer gläubige Katholikin schwarzer Hautfarbe, mit hundert Dollar dazu überreden, einem Mann den Hintern zu versohlen – das Motiv der Rache an den einstigen Sklavenhaltern reichte nicht. Auch in britischen Flagellationsromanen kommt das Thema zum Tragen: Die vornehme Gouvernante überlässt den eher rauen Teil der Erziehung des Zöglings ihrer Bediensteten. Wenn sie ihren Zögling schlägt, dann vornehm und gepflegt – die Bedienstete hingegen darf ihn nach Herzenslust durchprügeln.

Es kann offensichtlich reizvoll sein, von einer Person des angeblich schwächeren Geschlechts und einem Bildungsstand, der erheblich unter dem eigenen liegt, gedemütigt zu werden. Viele Männer suchen ja gerade die „einfache Frau“, von der sie unterjocht werden wollen und nicht die „vornehme Dame“, die wie eine Dompteurin ihre „Männchen“ trainiert.

Woran dies wohl liegen mag? Möglicherweise daran, dass die ersten Frauen, die mal als „willig“ kennenlernte, einfache, relativ roh geschnitzte Frauen waren, und dass die eine oder andere davon tatsächlich das war, was man damals ein „raffiniertes Biest“ nannte.

Wer kann dieses Mysterium erhellen? Oder haben wir die falschen Bücher gelesen?

Bild: Original nach Topfer (Oberteil), aus "Esclaves Modernes"

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