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Aktfotos aufgetaucht von …

russische tänzerin, nacktdarstellung, um 1910


Von den „Missen“ wissen wir es am besten: Sie mögen gar nicht, wenn kurz nach der „Krönung“ Aktfotos ihnen auftauchen. Die „Macher“ der Miss-Shows haben nämlich die Janusköpfigkeit gepachtete: Ein nackter Po ist immer ganz schlecht, den Bürzel im Bikini über die Bühne zu schieben, ist hingegen große Klasse. Darauf muss man erst einmal kommen.

Heute tauchen angeblich immer wieder Aktfotos auf, die seit Jahrzehnten irgendwo schlummern: Ja, es gibt welche von Madonna (das wissen wir schon lange), es gibt welche von Rihanna (die sich offenbar publikumswirksam schämt) und es gibt sogar welche von bekannten Fernsehstars, die sich heute offenbar heute ihrer schauspielerischen Vergangenheit schämen. Manchen ist es ziemlich egal, andere sorgen sich gewaltig – erstaunlicherweise immer erst dann, wenn die Fotos oder Videos im Internet kursieren. Im Fall von Madonna liegt die Veröffentlichung weit zurück (Fotograf: Martin Schreiber, 1979), bei dem hier namentlich nicht mehr genannten Fernsehstar datieren sie von 1999, als sie bei den Salzburger Festspielen in dem Rosenkriegs-Drama „Schlachten“ auftrat – und die Fernsehanstalt ORF einen kurzen Ausschnitt sendete, der später auch im ZDF (2000) gezeigt worden sein soll.

Die Zahl der Studentinnen, die in ihrer Jugend als Akt- und Wäschemodelle verdingten, und denen die Sache später als Lehrerin oder in anderen öffentlich beobachtbaren Berufen „peinlich“ war, geht in die Hunderte, nur hier wird meistens das Mäntelchen des Schweigens über die noch immer existierenden öffentlich einsehbaren Aktfotos gedeckt – es sei denn, dass Schüler die Fotos entdecken, wie dies jüngst bei einer britischen Kunstpädagogin der Fall war.

In den letzten Monaten häufen sich nach Insiderberichten die Anfragen an Medien, Berichte, Namen und Fotos, die zuvor freizügig verbreitet wurden, zu entfernen. Auch dieses Magazin und sein Vorgängermagazin wurden schon mit massiv vorgetragen „Bitten“ konfrontiert, Fotos und links zu Zeitungsartikeln zu entfernen, weil man doch beispielsweise „gerade das Lehramt anstrebe“ während man ein paar Jahre zuvor noch die „Model-Karriere“ wünschte.

Einen Moment mal, bitte! Wäre es nicht an der Zeit, umzudenken und Schluss zu machen mit diesem Blödsinn, Aktfotos als „anzüglich“ anzusehen? Sind nicht Aktfotos ganz gewöhnliche Fotos, die uns so unerotisch zeigen, wie wir nur sein können, nämlich nackt? Haben wir nicht die Frauen, die sich angeblich so schämen „nackt“ abgelichtet worden zu sein, nicht bereits in ganz anderen erotischen Posen gesehen, und dies durchaus weitaus „öffentlicher“?

Es ist eine Schande, dass Menschen immer noch mit Häme und Verachtung überzogen werden, die sich nackt fotografieren ließen. Statt sie zu verachten, sollten wir ihnen nicht unsere Hochachtung ausdrücken? Ja, sie zeigt sich so, wie sie ist: Nackt und schön, oder auch nackt und nicht ganz so schön – das zeugt von dem Mut, zu sich selbst zu stehen. Verachten sollten wir hingegen jene, die sich empören – sie sind die eigentlichen Kulturmuffel, die den Verlegern das Leben vermiesen.

Nackt zu sein ist keine Schande, und sich nackt fotografieren zu lassen, auch nicht. Wer es aber als Schande ansieht, begünstigt nur die Biederfrauen und Biedermänner, die Nacktheit immer noch mit „Pfui Teufel“ belegen – und gerade sie sind es ja, die den Verlegern, Schauspielern und anderen Künstlern das Leben erschweren.

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