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Prostitution: Alles wird anders – die Dienstleistungen auch

Der Berliner Tagesspiegel hat etwas sehr Sinnreiches getan: Ein Artikel über Sexarbeiterinnen erschien dieser Tage nicht mehr in der Rubrik „Vermischtes“, sondern im Wirtschaftsteil.

rotlichtgegend minderer qualität
Der Autor beleuchtet unterschiedliche Arbeitsplätze: Vom Straßenstrich bis zur Edelprostitution – und stellt fest: Bezahlter Sex kann heute in Berlin einmal 15 Euro und dann wieder 1000 Euro kosten, denn die Qualitäten sind so unterschiedlich wie die Ansprüche der Kunden: Die Branche diversifiziert sich, braucht Spezialistinnen für alle Fälle. Zwar gab es die Elendsprostitution wie auch die Edelprostitution schon immer, doch heute ist dennoch alles ein wenig anders: Das Internet erlaubt vielfältige Nischenprostitution von Hausfrauen und Amateurinnen, und sogar „Sexualassistenz“ – die Anhebung des Lustgenusses für alte und behinderte Menschen.

Der Artikel ist bis nach Schweden vorgedrungen, wo Freier bekanntlich abgestraft werden, während Huren ihrem Beruf ungehindert nachgehen können – wie dies sein kann, ist ausschließlich schwedischen Gehirnen plausibel, und niemandem sonst. Insofern beachtet man die Entwicklung in Deutschland mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn ungeachtet jüngster Verurteilungen wegen Geldzahlungen an Huren hat sich die Branche in Schweden inzwischen ganz auf das Escort-Geschäft konzentriert: Begleitung ist nicht strafbar, Sex im Prinzip auch nicht, und wenn eine Frau gutes Englisch oder gar Schwedisch spricht, und nicht aussieht wie eine Hure, dann ist sie auch keine – eine schwedische Logik, die begreifen mag, wer will.

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