Die heikle Frage: Akt- und Erotikfotos oder nicht?
Geschrieben von Induna • Mittwoch, 12. Januar 2011 • Kategorie: miss y. casual dating rat
maskierte frauen wirken an sich schon sehr erotisch
Die Kunden von Casual Dating Agenturen sind schweigsam – und die Kundinnen selbstverständlich noch viel mehr. Ist schon bei traditionellen Singlebörsen stets die Frage, wie „offenherzig“ sich Frauen anpreisen sollten, so wird die Frage beim Casual Dating noch heikler: Viele Frauen wollen ihr Gesicht nicht zeigen – aber dennoch ihre körperliche Schönheit anpreisen. Da fragt sich natürlich, wie beides zusammengeht, und die Antwort wäre: fast gar nicht.
Nacktheit und sexuell offensive Zurschaustellung?

keine frage -offensive anmache
Amateurbilder auf dem Vormarsch
Die meisten Bilder wurden nicht von professionellen Fotografen erstellt – wer sich anbietet, lässt die Bilder entweder von einer Freundin oder einem Freund machen. Manche Frauen fotografieren sich auch kurzerhand selbst: mit Selbstauslöser, an „langen Arm“ oder im großen Garderobenspiegel. Tatsache ist: Die meisten der heutigen Bilder im Internet, die zur Kontaktsuche dienen, wurden mit billigen Digitalkameras in schlechter Qualität hergestellt. Nur von Akt- und Wäschemodellen sowie von Huren gäbe es qualitativ hochwertige Bilder, denn „Frauen, die sich erotische für ihre Ehemänner oder für sich selbst fotografieren lassen, kommen schon ganz anders zu mir“ sagte mir ein Fotograf, zu dem vor allem Frauen mittleren Alters gehen, um sich nackt oder betont erotisch fotografieren zu lassen.
Wahrnehmung als ganze Person oder als „Frischfleisch“?
In der Regel wollen Frauen, die nichts als Lust suchen, dennoch als „ganze Person“ wahrgenommen und geliebt werden – und darauf zielen auch die Beschreibungen und Fotos abenteuerlustiger, aber nicht hurenhaft wirkender Frauen ab. „Erotik“, so verrät uns ein weiterer Fotograf, entstehe im Hirn des Betrachters, während „Geilheit auf eine Frau“ durch vulgär vorgezeigte Brüste oder einen Blick auf den offenen Schritt entstünde – völlige Nacktheit sei dabei nicht einmal erforderlich.
Seriöse Anbieter vermeiden offensive Fotos auf der Titelseite
Nur wenige der Casual Dating Agenturen bringen heute noch Bilder von angeblichen oder tatsächlichen weiblichen Mitgliedern in Dessous („Wäschefotos“) auf der Titelseite – doch kann man feststellen, dass die Seiten umso offensiver gestaltet werden, je geringer der Bildungsgrad der potenziellen Interessenten eingeschätzt wird. In gleichen Maße wird offensichtlich auch Damen der Zugang gewährt, deren Interessen sicherlich nicht ausschließlich im eignenden sexuellen Vergnügen liegen.
Wie erotisch dürfen die Fotos sein?

nicht offensiv, aber das gesicht ist zu sehen
Empfehlungen für Frauen, die etwas zu verlieren haben
Die Empfehlung lautet (zumindest für „seriöse“ Frauen): Das Gesicht immer mit einer Maske bedecken, möglichst mit einer venezianischen Faschingsmaske, da diese schon aus sich selbst heraus erotisch wirkt. Eher keine vollständigen Aktfotos sondern höchsten Fotos in geschmackvollen Dessous, vor allem aber keine sexuell offensiven Aufnahmen (deutlich vorquellende Brüste, sichtbarer Schritt). Vor allem aber: Absolut neutrale Umgebung – und verräterische Tätowierungen wegretuschieren.
Nackte Spuren – Tilgungswünsche an Zeitungen und Webseitenbetreiber
„Nackte Spuren“ wurden in den letzten Jahren für viele Frauen im Internet zum Stolperstein, insbesondere bei Frauen, die zwischen Softerotik-Karrieren , Miss-Germany-Träumen und einem seriösen Studium schwankten – und das sind nicht wenige.
Zahlreiche Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit zeigen, dass Frauen sich nach vielen Jahren bemühen, ihr „nackten Spuren“ im Internet zu tilgen. Dazu gehört ein ehemaliges Wäschemodell, dass es bereits in ein deutsches Herrenmagazin geschafft hatte und nun weinerlich mitteilte, ihr größter Wunsch sei, Lehrerin zu werden, und man möge doch bitte den Hinweis auf die Nacktbilder entfernen. Ähnlich ging es wohl der 1998 noch sehr jungen und damals kaum bekannten Schauspielerin Nina Kunzendorf, die sich darum bemühte, die Fotos aus dem Internet zu nehmen, die während ihres Auftritts auf der Bühne der „Münchner Kammerspiele“ hergestellt wurden. Dort trat sie zwischen 1998 bis 2001 vollständig nackt in einzelnen Szenen des Stückes „Schlachten!“ nach Motiven von William Shakespeare auf.
Titelfoto © 2009 by Alaskan Dude (Frank Kovalchek)
Bild Mitte Links: Archivbild liebesverlag.de
Bild unten links © 2006 by Rodolfo Nunez








0 Kommentare
Kommentar schreiben