Australien: aus für die Sex-Karriere wegen zu kleiner Brüste?

Samstag, 6. Februar 2010

Die Gutmenschen dieser Erde können aufatmen: Wieder ist es einer Behörde gelungen, eine Zensur im Namen des Jugendschutzes auszuüben: In Australien dürfen keine erotischen Filme mehr vertrieben werden, in denen Frauen auftreten, die „wie Mädchen“ aussehen – gleich, welchen Alters. Die zuständige Behörde wollte allerdings Medienberichte nicht bestätigen, dass die BH-Größe „A“ dabei die entscheidende Rolle spielen würde. Wie man feststellt, ob eine Frau „mädchenhaft“ aussieht, konnte man allerdings seitens der Moralwächter auch nicht sagen.

Das Gesetz würde voraussichtlich von allem asiatische Darstellerinnen diskriminieren, die auch gegen 30 noch wie „junge Mädchen“ aussehen.

Bild © 2006 by John Klinger

Shakespeare nackt und blutrünstig – damals

Freitag, 5. Februar 2010
nackte haut

Das Theaterstück „Schlachten!“ beruht (laut Wikipedia) auf den Rosenkriegen von William Shakespeare und umfasst die acht Königsdramen des Dramatikers. Es wurde 1997 uraufgeführt und gilt als leicht skandalös, was im Video (siehe letzter Absatz) eher nicht zu sehen ist: Nacktheit ist heute im Theater kein Skandal mehr - und die Schauspielerin Nina Kunzendorf spielte die Rolle damals teilweise nackt - udn wer die blutrünstigen Bilder sehen will, muss im Internet lange suchen

Die ZEIT schrieb einst darüber:

„Luk Perceval und Tom Lanoye nach eigenem Bekunden an dessen Zyklus von Historiendramen "mit dem Abbruchhammer und der Kettensäge herangegangen" sind. Wie erfrischend, wie erschreckend, wie mörderisch belebend ist diese wüste Kriegs- und Metzel-Show“

Nun, dank ORF und einem ungarischen Videoportal kann ich es Ihnen hier zeigen (oder sagen wir besser: darauf verweisen, siehe Schlusszeile) – es ist heute nicht minder populär als damals. Die Schauspielerin Nina Kunzendorf ist die nackte Darstellerin - und sie spielte diese Rolle von 1998 bis2001 in den Münchner Kammerspielen. 2009 gab Sie dem Spiegel ein Interview, in dem sie zur damaligen Aufführung Stellung bezog. Zur Erinnerung: Damals hatte ein einschlägiges Boulevardblatt von einem "Sex-Skandal auf der Porno-Insel" geschrieben.

Seit einiger Zeit ist Nina Kunzendorf vom Theater zum Fernsehen zurückgekehrt. Sie spielt dort eine Kriminalkommissarin im „Tatort“. Die BILD-Zeitung wollte sogar schon wissen, „wie scharf sie ist“, aber noch niemand weiß bis heute, wie Ihr TATORT-Name ist. Wir zeigen Ihnen das letzte bekannte Video der Kammerspiele München - lesen Sie in der letzten Zeile, warum wir Ihnen das ORF-Video hier nicht zeigen.



Den Jugendschützern des ORF lag am Herzen einen Verweis anzubringen: Man hält diesen Beitrag für Jugendliche unter 16 Jahren nicht für geeignet. Wenn Sie über 16 Jahre alt sind, können Sie es sich auf dieser ungarischen Seite ansehen.

Bild: Aus dem ORF-Video.

Wenn im Fasching der Tanga fällt

Mittwoch, 3. Februar 2010
dessous

Dass Fasching etwas schrecklich Ernstes ist, war unserer Redaktion natürlich nicht neu – mag sein, weil unser Chef Norddeutscher ist und ihm deswegen bei „Stimmung Marsch“ und Pappnasigkeit schon mal die Schiffermütze hochgeht.

Da hat nun also im fernen Neuenhof, einem Ortsteil von Attendorn, Landkreis Olpe, Nordrhein-Westfalen (wo sonst?) eine Dame bei einem zuvor bestellten Strip anlässlich einer Faschingsveranstaltung sogar den Tanga ausgezogen. Man denke: Eine Stripperin zieht im Karneval den Tanga aus – das schlägt doch dem Fass die Krone mitten ins Gesicht, und zwar von hinten durch die nackte Brust ins Auge, nicht wahr? Die Chefin der Stripperin (von Kim-Showservice) will denn auch nicht wahrhaben, dass „mit Tanga an“ gebucht war – sondern sagt klar: „Das war so gebucht. Man kann Nummerngirl ohne Strip buchen, dann bleibt der Tanga an, und man kann mit Strip buchen, dann zieht sie sich komplett aus“. Hat da vielleicht eine Tänzerin eigenmächtig den Tanga ausgezogen, sozusagen aus Nächstenliebe? Um “den (alten) Jungs mal etwas Gutes zu tun?“ Tatah, Tatah, Tatah … ein Tusch für das „leckere Mädchen“?

Nix „lecker Mädchen“ – da hat sich inzwischen der Herr Landrat eingeschaltet. Der hatte nun so gar keinen Humor und meinte, das sei „völlig inakzeptabel unter dem Aspekt des Jugendschutzes”. Dabei war es möglicherweise nicht einmal der nackte Unterleib der Tänzerin, denn nun gab man sich ästhetisch, denn „der Auftritt (sei) niveau- und geschmacklos gewesen“ und die „Veranstalter (hätten) die Pflicht …, solche Auftritte seriös zu planen“. Nun, und ein Brauchtumspfleger hat sich auch schon gemeldet: Solche Auftritte lägen „nicht im Interesse des Kreiskarnevals“, und auch nicht „im Interesse des Bundes Deutscher Karneval“ und habe im Übrigen „auch mit Brauchtumspflege nichts zu tun.“

Na also – wir wusste es doch immer – der Karneval ist eine Sache, die so ernst ist, dass man nicht einmal mehr drüber lachen kann – schließlich ist Neuenhof, Ortsteil von Attendorn, Landkreis Olpe, Nordrhein-Westfalen, der Nabel der Welt: Schaut, Menschen, wie verderbt der Karneval dort ist.

Übrigens wissen wir jetzt auch, warum das eine Sache des Jugendschutzes ist: weil die „Schönauer Roten Funken“ danach auftraten (das sind die Damen, die Gardetänze aufführen). Und siehe: die jüngsten roten Funken seine gerade mal 14 Jahre alt – klar, dass man da keine nackte erwachsene Frau sehen darf. Verstehen wir völlig.

Bild: Pariser Cabaret-Girl, 1959er Jahre

Erika Lust, Budapester Frauen und High Heels

Sonntag, 31. Januar 2010
presse

Ich stimme Erika Lust ja immer sehr gerne zu – nur zwei Dinge haben mich doch verwirrt: Sie bezeichnet es als einen Porno-Mythos, dass sich Frauen gerne wie „Prostituierte“ kleiden. Sie sollte mal im Sommer nach Budapest kommen. Immerhin bekam ich hier schon mal den Kommentar eines ungarischen Mannes, dem auf der Reeperbahn ein paar Huren gezeigt wurden: „Wie, so sehen bei euch die Huren aus? So laufen bei uns doch alle Mädchen herum“.

Ja und dann viele mir noch etwas auf: Millionen Frauen tragen im Schlafzimmer High Heels und Stiefel – und manche kaufen sie extra für diesen Zweck: Billige High Heels heißen doch auch in Deutschland „Bettschuhe“, oder etwa nicht?

Ansonsten aber stimme ich natürlich mit dem überein, was Frau Lust schreibt – und hoffe, dass sich der Erotikfilm irgendwann wandelt.

Gelesen bei Orion.

Bild &ocpy; 2009 by Erika Lust, Press Release

Sexsucht – das Modewort aus Therapeutenmund

Sonntag, 31. Januar 2010

Demnächst wird man mehr von der „2. Klinischen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung“ hören – doch eine Presseagentur hat offenbar schon einmal hineingehorcht – und festgestellt, dass die deutschen Sexualtherapeuten ihren Buhmann für alles Schlechte dieser Erde inzwischen ausgemacht haben.

Es ist, wie kaum anders zu erwarten, der Lieblingsbuhmann der Wissenschaftler: Das Internet – und eben dieses Medium ist offenbar für die Ausbreitung einer nicht näher definierten „Sexsucht“ verantwortlich. Gesagt hat es, wie könnte es anders sein, ein Diplompsychologe, der vor allem das „unbeobachtete und anonym Surfen“ für die Sexsucht verantwortlich machte, und weil es so schön ist, gleich mal eine Schlussfolgerung zu ziehen, sagte er auch noch die „Sucht“ sei gelernt und nicht angeboren.

Ei, wie fein – da tut der Herr Diplompsychologe also so, als seinen Süchte entweder angeboren oder erlernt. Ersetzen wir mal Süchte gleich durch das passendere Wort „Abhängigkeiten“, so sind doch alle nicht-stofflichen Anhängigkeiten irgendwie erlernt. Oder sollten wir uns da irren? Jedenfalls hat noch kein Forscher exakt festgestellt, warum eine Menschen, die Roulette spielen, abhängige werden – und genauso wenig konnte bisher jemand exakt feststellen, warum manche Menschen, die sich für Pornografie oder Sex interessieren, „sexsüchtig“ werden und andere nicht.

Sie gucken besser mal bei Wikipedia nach.

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